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Hainan Airlines und Co.

HNA sucht Käufer für Fluglinien und Flughäfen

Die HNA Group ist insolvent. Um überleben zu können, sucht der chinesische Konzern nun nach neuen Investoren für seine Airlines und Airports.

Hainan Airlines

Boeing 787 von Hainan Airlines: Die HNA Group sucht Investoren für ihre Fluggesellschaften.

Normalerweise wird man bei einem Kaufrausch spätestens dann gestoppt, wenn das Limit der Kreditkarte überzogen wird. Bei Firmen ist das nicht so einfach. Das musste auch die HNA Group lernen. Der chinesische Konzern kaufte in den letzten Jahren Hunderte Firmen auf, egal ob Flughäfen, Airlines, Hotels oder andere Geschäfte.

Und dabei übernahm er sich, die Schulden türmten sich immer weiter auf. Dann kam die Corona-Krise und das Kartenhaus begann, in sich zusammenzubrechen. Die Gläubiger stellten im Januar bei der chinesischen Regierung einen Insolvenzantrag. Um sich zu sanieren, sucht die HNA Group nun nach neuen Investoren für ihre Fluggesellschaften und Flughäfen.

Beteiligung an 19 Fluggesellschaften

Bereits 2017 bemerkte die Leitung der Gruppe, dass das aggressive Kaufverhalten zum Verhängnis werden könnte. Einige Unternehmensanteile, unter anderem vom Bodenabfertiger Swissport wurden verkauft. Der Fokus sollte wieder auf dem Airlinegeschäft liegen.

Doch auch hierbei übernahm sich die Gruppe gnadenlos. Insgesamt 19 Beteiligungen an Fluggesellschaften zählte HNA zuletzt. Dazu gehörten unter anderen Hainan Airlines, Bejing Capital Airways, Chang An Airlines und Deer Jet. Ihre Anteile an Hong Kong Express Airways verkaufte HNA bereits 2019 an Cathay Pacific.

Fluggesellschaften dürfen nicht verkauft werden

Um die Airlines der Gruppe am Leben zu erhalten, sucht HNA jetzt neue Langzeitinvestoren. Sie sollen die Fluggesellschaften finanziell unterstützen oder als Ganzes übernehmen.

Einen Haken gibt es dabei. Das Team, welches die Restrukturierung der HNA Gruppe leitet, schreibt vor, dass die Investoren das Kerngeschäft unverändert lassen müssen. Dazu zählen die Fluggesellschaften, die müssen weiterhin bestehen bleiben und dürfen nicht verkauft werden.

Flughafen Hahn läuft Gefahr

Bisher hat die HNA-Gruppe allerdings noch keine neuen Besitzer gefunden. Ein Investor, der während einer Pandemie gleich bei 19 Fluggesellschaften einsteigen will, lässt sich wohl schwer auftreiben. Und nicht alle HNA-Airlines sind gleich attraktiv.

Nicht nur Airlines könnten neue Besitzer bekommen. Der NA Group gehören auch zahlreiche Flughäfen, unter anderem hält sie 82,5 Prozent des Flughafen Frankfurt Hahn. Aufgrund der finanziellen Lage des Konzerns ist auch da ein Verkauf der Anteile nicht unwahrscheinlich. Denn auch das Bundesland Hessen als zweiter Aktionär ist verkaufswillig.



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