Letzte Aktualisierung: um 17:43 Uhr

Verspätete G700

Gulfstream kann endlich neues Flaggschiff ausliefern 

Nach etlichen Verzögerungen hat der Businessjet-Hersteller grünes Licht für die G700 erhalten, inklusive ergänzende Musterzulassungen. Jetzt kann die Auslieferung bereits produzierter Jets beginnen.

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Lange musste Gulfstream auf die Zulassung ihres neuen Flaggschiffs warten. Zuerst für Ende 2022 geplant, hoffte man in Savannah im US-Bundesstaat Georgia auf den Sommer 2023 und dann auf das Jahresende 2023. Doch das grüne Licht der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA für die Gulfstream G700 blieb weiterhin aus.

Mit der Folge, dass rund 30 fertig produzierte Jets zunächst nicht ausgeliefert werden konnten. Es wird geschätzt, dass die Nicht-Auslieferungen den Flugzeugbauer rund 250 Millionen Dollar kostete. Gulfstream nutzte die Zeit aber, um die G700 auf Werbetour um die Welt zu schicken. Dabei stellte der Businessjet gleich 25 Geschwindigkeitsrekorde auf.

G700 ist zertifiziert

Die erlösende Nachricht kam Ende März. Der Hersteller teilte mit, dass die «Gulfstream G700 die Musterzulassung der Federal Aviation Administration (FAA) erhalten hat». Nun könne alles für die Auslieferungen vorbereitet werden, erklärte das Unternehmen.

Die nächste positive Nachricht folgte am 8. April. Die G700 hat von der FAA die ergänzenden Musterzulassungen für den Innenraum und den Produktionsprozess erhalten. Die Kabine der Maschine verfügt über ein neues Reinigungssystem für die Kabinenluft.

Platz für bis zu 19 Reisende

Auch der Produktionsprozess entspricht den Vorschriften, wie die Behörde feststellte. Vorangegangen war eine intensive Prüfung der Technik-, Lieferanten-, Fertigungs- und Qualitätssysteme von Gulfstream.

Die G700 ist für die Beförderung von bis zu 19 Fluggästen ausgelegt und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0.935. Sie bringt es auf eine maximale Reichweite von bis zu 7750 Seemeilen (14.353 Kilometer) bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.85 und mit acht Passagieren sowie vier Crewmitgliedern.

Triebwerke aus Brandenburg

Im Cockpit ist die G700 mit dem sogenannten Symmetry Flight Deck ausgestattet, das über viele Touchscreens, aktiven Sidesticks und Head-up-Displays verfügt. Auch die kleineren G500 und G600 sind schon damit bestückt.

Die Triebwerke vom Typ Pearl 700  kommen von Rolls-Royce. Produziert wird es im brandenburgischen Dahlewitz bei Berlin. Die Tragflächen haben neu entwickelte Winglets. Eines der Flugzeuge kostet rund 78 Millionen Dollar. Eine der Erstkundinnen ist Qatar Executive.