Oshkosh 2026: Hunderttausende strömen nach Wisconsin.

Größtes Fly-inOshkosh 2026: Neue Avionik, Kerosin-Trainer und ein NFL-Jet

Waldbrandrauch zum Auftakt, dann business as usual: Die EAA Air Venture in Oshkosh zeigt 2026 neue Avionik, frische Flugzeugmuster und jede Menge Kuriositäten auf dem Vorfeld.

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Flugzeughersteller

Der Wittman Regional Airport in Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin mutiert in diesen Tagen wieder vom Regionalflughafen zu einem der geschäftigsten Flughäfen der Welt. Noch bis zum kommenden Sonntag, 26. Juli, findet die 73. Ausgabe der EAA AirVenture statt. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit über 700.000 Besucherinnen und Besuchern sowie über 10.000 Flugzeugen und rund 900 Ausstellende.

Der Start gestaltete sich schwierig. Rauch von kanadischen Waldbränden hatte die Sicht in Teilen von Wisconsin deutlich verschlechtert, zeitweise sank sie bei der Anreise auf rund eine Meile, was zu spürbaren Verzögerungen führte. US-Präsident Donald Trump wetterte auf seiner Plattform Truth Social gegen die kanadische Regierung und drohte, die Kosten der Luftverschmutzung auf bestehende Zölle aufzuschlagen. Der Rauch verzog sich, die Flugzeughersteller zogen ihr Programm an Neuheiten wie geplant durch.

Tecnam zeigt den Bug eines neuen Modells

Die wohl größte Neuerung der Messe hat bisher Garmin mit den AXIS-Flugdisplays präsentiert. Die neue Avionik ist bereits an zahlreichen zertifizierten und experimentellen Flugzeugen zu sehen. Hersteller Bristell kündigte prompt an, die Displays künftig einzubauen. Tecnam aus Italien kündigte mit der Rivale ein neues einmotoriges Flugzeug für Privatpiloten an, angetrieben vom 300-PS-Turbodiesel Continental CD-300 und ausgestattet mit der neuen Garmin-G2000-Prime-Avionik. Das Kurios: Tecnam präsentierte nur ein Modell der Bugsektion samt Motorhaube. Das komplette Flugzeug soll 2027 auf der Aero in Friedrichshafen gezeigt werden.

Tecnam zeugt zumindest einen Teil der neuen Rivale.

Pipistrel stellte mit der Voyager ein zweisitziges Schulflugzeug nach den neuen Mosaic-Regeln der US-Luftfahrtbehörde FAA vor. Elixir Aircraft präsentierte gleich drei Varianten des Elixir+ (Essential, Expert, Elite) und gab erste Hinweise auf ein größeres Nachfolgemodell. Cub Crafters zeigte die Carbon Cub ULT mit Turboprop-Antrieb von TurboTech, Markteinführung ebenfalls ab 2027. Und auch Vashon Aircraft hat in Oshkosh mit der Ranger Grand Teton sein neues Flaggschiff-Modell vorgestellt, inklusive einer erhöhten Zuladung, IFR-Tauglichkeit für Flüge in Wolken und robusterer Struktur fürs Starten und Landen auf unbefestigten Pisten.

Piper-Schulungsflugzeug fliegt bald mit Kerosin

Piper hat den fertigen Prototyp der Seminole DX, eines zweimotorigen Schulflugzeugs, gezeigt. Das Besondere daran ist, dass der Seminole statt normalem Flugbenzin auch mit Kerosin fliegen kann. Kerosin ist billiger und besser verfügbar.

Air One Im Flug.

Neu in diesem Jahr ist das eigens eingerichtete Vertical Lift Center, die erste feste Ausstellungsfläche der Messe speziell für Drehflügler und eVTOL. Das israelische Unternehmen Air präsentierte dort sein Elektro-Fluggerät Air One, das senkrecht starten und landen kann wie ein Hubschrauber. Bereits rund 30 Exemplare sind laut Hersteller gebaut. Merlin Labs wiederum zeigte, wie eine Cessna Grand Caravan von einem Computersystem völlig selbstständig landen kann, ganz ohne Piloten.

Von der Boeing 777-200 bis zur Junkers A50

Aber die Messe besteht vor allem aus dem Treffen von Luftfahrt-Enthusiasten. Und daher sind auch in diesem Jahr wieder zahlreiche besondere Flugzeuge in Oshkosh zu sehen. Und das von ganz groß bis ganz klein: Den Auftakt macht ausgerechnet ein NFL-Team, die Arizona Cardinals schickten ihre Boeing 777-200ER, betrieben vom Charterspezialisten Gridiron Air, für einen Tag zur Besichtigung nach Oshkosh.

Zu sehen ist auch eine Junkers A50 Junior, die moderne Neuauflage des 1929 entwickelten, einst ersten Ganzmetall-Leichtflugzeugs der Welt. Von den ursprünglichen Maschinen sind weltweit nur noch rund drei Exemplare erhalten, keines davon flugfähig. Eine Rarität ist auch eine Grumman G-44A Widgeon, ein zweimotoriges Amphibienflugzeug aus den 1940er-Jahren, das ursprünglich für die US Navy gebaut wurde. Aber auch Klassiker wie der Waco YMF-5 C, ein bis heute in Kleinserie gebauter Doppeldecker im Stil der 1930er-Jahre, sind zu sehen.

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