Cockpit-Armaturen: Piloten ohne Lizenz am Steuer.

Indiens Möchtegern-Piloten

Flugkapitäne mit gefälschten Lizenzen steuerten in Indien Passagierflieger - mehr als einmal.

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Bei der Landung stimmte etwas nicht. Die junge Pilotin der privaten indischen Arline Indigo setzte den Airbus-Flieger mit dem Bugrad zuerst auf - nicht wie üblich mit den hinteren Rädern. Das ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch potenziell gefährlich. Daher rief die Landung im März dieses Jahres das indische Directorate General of Civil Aviation (DGCA) auf den Plan.Die Behörde untersuchte den Vorfall und fand heraus: Die Pilotin hätte die Maschine überhaupt nicht fliegen dürfen. Ihr Flugschein war gefälscht. Offenbar informierte ihr Ex-Mann die DGCA per Email, dass sie ihre Prüfungen nicht bestanden hatte und daher eigentlich gar keine Flugerlaubnis hat. Die Zeugnisse und Bescheinigungen, die sie beim Erwerb ihrer Pilotenlizenz vorlegte, waren gefälscht.

Schon als Einzelfall ist das ziemlich besorgniserregend. Doch es blieb nicht dabei. Inzwischen sind rund 16 Möchtegern-Piloten aufgeflogen. Die DGCA redet gar von einem «Trend». Die erwischten falschen Piloten finden sich nicht bei regionalen ANbietern, sondern bei großen Airlines des Landes. Neben Indigo flogen sie auch für die Air India, Spicejet und Jet Airways. Die Behörde ist nun daran, ganze 4000 Lizenzen zu überprüfen - und überlegt sich, wie man derartige Peinlichkeiten in Zukunft vermeiden kann und den Reisenden wieder ein sicheres Gefühl vermittelt.

Keine Gefahr für Sicherheit

Hinter dem Skandal um falsche Piloten stht sicherlich auch die explodierende Nachfrage. Indien hat den am stärksten wachsenden Inlandsmarkt der Welt. Laut dem Centre for Asia Pacific Aviation wächst er im Jahr rund 18,4 Prozent.Der Leiter der DGCA gibt denn auch zu, dass es eist nicht einfach ist, mit diesem Expansionstempo mitzuhalten. «Für eine Sicherheitsbehörde ist ein solches Szenario, in dem Fluganzahl und Passagierzahlen täglich zunehmen, natürlich eine Herausforderung», so E.K. Bharat Bhushan gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Man würde aber Flughäfen und Airlines streng überwachen, Grund zur Angst gäbe es daher nicht. «Es ist definitiv nicht unsicher, mit einem indischen Anbieter zu fliegen.»

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