Neue Details zum A380-Feuer

Ein Airbus A380 von Qantas geriet 2010 in einen dramatischen Notfall. Das Triebwerk explodierte. Der Untersuchungsbericht zeigt nun das Problem.

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440 Passagiere und 29 Crewmitglieder befanden sich an Bord von Flug QF32, der im November 2010 von Singapur nach Sydney fliegen sollte. Doch so einfach gelangten sie nicht ans Ziel. Ein Triebwerk des A380 explodierte kurz nach dem Start. Dann ging eine Sache nach der anderen schief. Dennoch schafften die Piloten es, den Superjumbo wieder in Singapur zu landen – ohne dass irgendjemand zu Schaden kam. Um den A380 allerdings stand es weniger gut. Die australische Untersuchungsbehörde schloss nach zweieinhalb Jahren die Ermittlungen zu dem Fall ab und veröffentlichte nun Details zu Ursachen und Hergang der spektakulären Notlandung. Das Australian Transport Safety Bureau zeigt im Bericht eindrückliche Fotos des beschädigten Jets.

Das Problemtriebwerk des Jets war Triebwerk zwei. Nach rund vier Minuten Flugzeit und auf etwa 7000 Fuß ging es los. Crew und Passagiere hörten zwei laute Knalls kurz hintereinander. Fast unmittelbar danach gingen die Warnungen los. Triebwerk Nummer 2 sei überhitzt, so eine der Nachrichten, zwischenzeitlich gab es auch eine Feuerwarnung, die allerdings schon nach kurzer Zeit wieder abbrach.

In letzter Sekunde Stillstand

Nachdem die Crew das Triebwerk abgeschaltet hatte, kam die nächste Warnung: Triebwerksausfall bei Nummer 2, 1 und 4 funktionierten nur eingeschränkt. Passagiere und Crew bemerkten inzwischen, dass die linke Tragfläche des Superjumbos massiven Schaden genommen hatte und durch ein Leck Treibstoff verlor.

Die Piloten hatten mittlerweile einen Notruf ausgesendet und bereiteten sich auf die Notlandung in Singapur vor. Nur 150 Meter vor Ende der Landebahn kam der A380 dort zum Stillstand. Doch für die Passagiere war es das noch nicht. Erst nach etwa 50 Minuten konnten sie laut dem Bericht das Flugzeug verlassen. Triebwerk Nummer 1 lief dabei immer noch. Den Piloten gelang es nicht, dieses nach der Landung abzustellen. Weder Schalter noch Notfallmaßnahmen funktionierten, heißt es. Erst nach drei Stunden ging das Triebwerk aus.

Dünner als üblich

Inzwischen ist klar, was die Explosion des Problemtriebwerks 2 auslöste. Wie die Ermittler erläutern, trat durch Risse in einem Rohr Öl in das Teile des Triebwerks aus. Die Risse waren mehr als nur Abnutzungserscheinungen, so die Behörde. Ein Fehler bei der Produktion habe dazu geführt, dass eine Stelle des Materials dünner gewesen sei als üblich. Das Öl trat in einen Teil des Triebwerks aus, in dem Temperaturen von fast 400 Grad Celsius herrschten und entzündete sich sofort. Das führte zum Triebwerksbrand.

Die restlichen Schäden, die der Jet erlitt, waren Folgeschäden dieser Explosion. Das Triebwerk verlor Teile, die in der Folge die Tragflächen und andere Teile des Flugzeuges beschädigten. Wie der ATSB-Bericht zeigt, fanden Bewohner der indonesischen Insel Batam zahlreiche Teile des kaputten Triebwerks am Boden.

Keine Verletzten

Weder an Bord noch am Boden gab es Verletzte. Doch bei den psychischen Folgen sieht es anders aus. 17 Mitglieder der Qantas-Crew verklagen den Triebwerkshersteller Rolls Royce wegen der traumatischen Folgen des Zwischenfalls, darunter auch Flugkapitän Richard de Crespigny. Er bewahrte während der Notlandung einen kühlen Kopf und schaffte trotz zahlreicher Warnungen und verwirrender Meldungen eine sichere Notlandung.

Doch danach habe er bei dem Gedanken an Flug QF32 immer wieder weinen müssen, die traumatischen Folgen seien massiv gewesen, berichtete er in Interviews. Rolls Royce hat laut dem Bericht zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um solche Vorfälle zu verhindern. Sowohl am Qualitätsmanagement als auch an der Technik habe man gefeilt.

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