Die Caproni Ca. 60 im März 1921.

Caproni Ca. 60Der gigantische Dreidecker vom Lago Maggiore, der beim zweiten Flug abstürzte

Der Ingenieur Gianni Capronin träumte einst von einem Riesenflugboot für Transatlantikflüge und baute es. Beim zweiten Flug stürzte es ab. Doch das Ende des Flugschiffs hatte einen anderen Grund.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Jeder Luftfahrtenthusiast kennt die Dornier Do X. 1929 war sie das größte Flugzeug der Welt. Streng genommen handelte es sich um ein Verkehrsflugschiff. Angetrieben von 12 Motoren, konnte es bis zu 166 Passagiere transportieren. Die Maschine flog zwei Jahre um die Welt und war dabei auf Gran Canaria, Rio de Janeiro und in New York zu sehen. Dornier baute drei Exemplare.

Weniger bekannt ist das Flugzeug des italienischen Luftfahrtpioniers Gianni Caproni. Und es kam nicht ganz soweit herum. Zehn Jahre vor der Do X hatte Caproni großes vor. Er wollte den Passagierverkehr revolutionieren und träumte von einem Flugzeug, das in der Lage war, rund 100 Reisende zu befördern - in seinen Vorstellungen am liebsten über den Atlantik. Caproni setzte bei seiner Konstruktion auf ein Flugboot, weil es unabhängig von der Infrastruktur an Land war.

Vom Bomber zum Dreifachdecker

Der studierte Bauingenieur hatte sich während des Ersten Weltkriegs einen Namen als Flugzeugkonstrukteur gemacht und mit dem Caproni-Luftfahrtunternehmen seine eigene Firma gegründet. Während des Ersten Weltkriegs baute er Bomber für die italienische Luftwaffe. Mit Kriegsende 1918 brach das Geschäft ein. Caproni setzte fortan auf zivile Flugzeuge. Schon 1919 meldete er das Patent für sein Riesenflugboot, die Caproni Ca. 60, mit dem Beinamen Transaereo oder auch Novioplano, an.

Novioplano, weil die Maschine neun Tragflächen besaß. Die Spannweite lag bei rund 30 Metern und die gesamte Flügelfläche betrug 750 Quadratmeter. Zum Vergleich: Die Oberfläche der Flügel eines Airbus A321 beträgt 128 Quadratmeter. Im Wesentlichen bestand die Konstruktion aus drei miteinander verbundenen Dreideckern mit einem mittleren Rumpf, in dem die Passagiere saßen. Rechts und links von der Passagierkabine waren zwei Pontons angebracht, die für Stabilität sorgen sollten. Die Maschine war über neun Meter hoch und wog 15 Tonnen.

Hangar am Ufer des Lago Maggiore

Angetrieben wurde das Flugzeug von acht 400 PS starken Liberty L-12-Motoren. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 140 Kilometer pro Stunde geschätzt, während die Reisegeschwindigkeit bei 110 Kilometer pro Stunde lag. Zusammengebaut wurde das Riesenflugzeug in einem extra am Ufer des Lago Maggiore gebauten Riesenhangars.

Nach 18 Monaten Bauzeit war die Transaereo fertig. Erste Tests, allerdings noch ohne abzuheben, begannen im Februar 1921. Im Anschluss wurden zahlreiche Probleme behoben. Der Jungfernflug war für den 2. März 1921 geplant. An Bord befanden sich drei Menschen. Der Pilot, Federico Semprini, sowie zwei Ingenieure. Um das Gewicht von rund 60 Passagieren zu simulieren, wurden Sandsäcke in die Kabine gelegt. Der Flug gelang. Das Flugzeug erreichte eine Höhe von rund 20 Metern.

Schuld war der Sandsack

Zwei Tage später, am 4. März, war ein zweiter Flug geplant. Wieder beschleunigte Pilot Semprini die Maschine bis auf 110 Kilometer pro Stunde, um abzuheben. Die Caproni Ca. 60 stieg steil nach oben, Semprini verringerte die Leistung der Motoren, aber es war zu spät. Das Flugzeugheck schlug aus rund 20 Metern Höhe auf dem See auf. Verletzt wurde bei dem Absturz niemand - nur das Flugzeug erlitt Schäden.

Neueste Theorien gehen davon aus, dass die Sandsäcke den Absturz hervorgerufen haben könnten. Diese waren nicht befestigt und sind wahrscheinlich des Starts nach hinten gerutscht. Damit hätte sich der Schwerpunkt der Maschine verlagert.

Caproni baute weiter Flugzeuge

Das Flugzeug wurde an Land geschleppt und war stark beschädigt. Es galt aber als reparabel. Das Aus für das Riesenflugschiff besorgte ein Brand, der bei Schweißarbeiten am Heck ausbrach. Caproni konnte sich den Wiederaufbau finanziell nicht leisten und musste seinen Traum vom Transatlantikflugboot aufgeben. Trotzdem baute er bis 1950 weiter Flugzeuge. Gianni Caproni starb im Oktober 1957.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Bilder und Skizzen der Caproni Ca. 60. Ein Klick aufs Bild öffnet die Galerie im Großformat.

Mehr zum Thema

Pregnant Guppy im Jahr 1962: Die Form des Flugzeugs erinnert an einen schwangeren Guppy-Fisch - daher der Name. Der Transporter basierte auf einer Boeing 377 Stratocruiser. Nur ein Exemplar wurde gebaut und diente der Nasa zum Transport von Teilen des Apollo-Raumfahrtprogrammes. Allerdings entstanden weitere ...

18 kuriose Flugzeuge, die Sie nicht vergessen werden

Die Dornier Do J von Polarforscher Roald Amundsen. (Klicken Sie in die Bildergalerie, um die Bilder größer zu machen)

Dorniers legendärer Wal

Bartini Beriev VVA-14: Nur der erste Prototyp konnte tatsächlich fliegen.

Das wohl sonderbarste Flugzeug aller Zeiten

ticker-streik

Italienische Flugsicherung streikt am Freitag

Video

Westjet Boeing 787
Reisende werfen der kanadischen Fluglinie vor, ihnen Entschädigungen vorzuenthalten. Der Verdacht: Wechselt Westjet im letzten Moment Flugzeuge ein, die sich bereits in der Wartung befinden, um dann den Flug zu annullieren? Eine kanadische Behörde ermittelt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies