Der Airbus Beluga absolvierte seinen Erstflug am 13. September 1994.

Mit den fünf BelugasAirbus gründet Frachtairline und greift Antonov Airlines an

Der europäische Flugzeugbauer hat entschieden, was er mit seinen fünf Belugas macht. Airbus gründet mit ihnen eine neue Frachtairline, die sich auf Übergrößenfracht spezialisiert.

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Einen Vorwurf lässt Reza Fazlollahi nicht gelten. «Nein, die Beluga sind nicht alt», sagt der Airbus-Manager, der für die Geschäftsentwicklung zuständig ist. Die fünf Spezialtransporter hätten erst die Hälfte der Flugzyklen absolviert, für die sie zugelassen seien. «Sie haben also noch 15 bis 20 Jahre vor sich.»

Und dies sollen die besten Jahre sein. Bisher waren die Beluga - offizielle Bezeichnung A300-600 ST - fast ausnahmslos für Airbus selbst unterwegs und flogen Bauteile zwischen den Werken hin und her. Inzwischen werden sie aber nach und nach von den sechs größeren und neueren Beluga XL abgelöst. Die alten Spezialtransporter stehen sich deshalb zunehmend die Räder in den Bauch.

Kleiner, aber attraktiver Markt

Doch jetzt sieht Airbus eine neue Aufgabe für die Frachter vor, die auf dem A300 basieren. Nachdem sich der europäische Flugzeugbauer zuerst auch überlegt hatte, die fünf  Flieger zu verkaufen, bleiben sie jetzt im Eigenbesitz. Sie werden die Flotte einer neuen Frachtfluggesellschaft bilden. Airbus Beluga Transport lautet ihr Projektname.

«Der Markt für XL-Fracht ist ein Nischenmarkt», erklärte Fazlollahi am Dienstag (25. Januar) bei einer Pressekonferenz. Doch er sei interessant. Bereits jetzt habe man immer wieder Anfragen erhalten, so der Airbus-Manager.

Konkurrenz durch andere Airlines

Mit den Belugas hab man dafür ein ideales Flugzeug für den Markt für Übergrößenfracht im Angebot. Mit ihrer Länge von 39 Meter sowie dem 6,7 Meter breiten und 7,1 Meter hohen Laderaum könnten sie sehr voluminöse Fracht laden. Ihr Laderaum habe den größten Durchmesser aller Frachtflieger, so Fazlollahi. Das hat einen großen Vorteil: Man kann Bauteile am Stück transportieren und muss sie nicht auseinander bauen.

Ein Konkurrent: Volga Dnepr mit ihren Antonov An-124. Bild: Johannes Fiedler

Airbus ist sich bewusst, dass es etwa mit Antonov Airlines einen Konkurrenten gibt, der bereits sehr erfolgreich im Markt aktiv ist. Mit der An-124 und An-225 hat er zudem Flugzeuge in der Flotte, die 250 beziehungsweise 150 Tonnen tragen können. Auch die Volga-Dnepr-Gruppe hat AN-124 im Angebot. Die Belugas kommen nur auf 40 Tonnen. Man könne aber deutlich höhere und breitere Fracht transportieren, so Fazlollahi.

Eigene Palette entwickelt

Um das Beladen zu vereinfachen, hat Airbus eine spezifische, flexible Palette entwickelt. Sie lässt sich beliebig vergrößern, um sich der Fracht anzupassen. Im vergangenen Dezember kam sie bereits einmal zum Einsatz. Damals wurde ein Hubschrauber von Marseille nach Kobe in Japan geflogen, wie Clément Beaunis, Projektleiter der neuen Frachtairline ausführte.

Für den Start der neuen Frachtairline plant Airbus an wichtigen Flughäfen ein Ladesystem zu stationieren, das innerhalb eines Tages zusammengebaut werden kann. Dort, wo das nicht vorhanden ist, kommt das interne System der Belugas zum Einsatz. Es kann am Flughafen in weniger als einer Stunde ausgefahren werden. Und es ist für Fracht von bis zu 20 Tonnen gemacht.

XL können hinzugezogen werden

Die neue Fluggesellschaft wird schon 2023 als eigenständige Tochtergesellschaft loslegen. Zuerst besteht ihre Flotte aus den beiden Airbus Beluga Nummer zwei und drei, also den Flugzeugen mit den Kennzeichen F-GSTB und F-GSTC. Bis 2025 sollen alle fünf Jets zur Verfügung stehen. Die Beluga XL können für Spezialaufträge auch Mal eingesetzt werden.

Airbus besitzt mit Airbus Transport International bereits jetzt eine eigene Frachtfluggesellschaft. Doch sie ist vor allem für den internen Transport zuständig und wird sich künftig mit ihren Beluga XL exklusiv dem Auftrag widmen. Die neue Airline dagegen wird aktiv am Markt auftreten.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen des Airbus Beluga und seiner Ladesysteme.

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