Aero SharkFlugzeughersteller an Lufthansas Haihaut interessiert

Lufthansa Technik wird Jets von Swiss und Lufthansa Cargo mit einem Oberflächenfilm ausstatten, der den Verbrauch reduziert. Auch Flugzeugbauer zeigen Interesse - obwohl sie bereits selbst dazu geforscht haben.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Der Hai hat ein wenig Verspätung. Eigentlich wollte Lufthansa Technik ab Jahresmitte 2022 die ersten Boeing 777-300 ER von Swiss mit einem Oberflächenfilm namens Aero Shark ausstatten. Dessen feine Struktur imitiert die Eigenschaften von Haifischhaut und optimiert die Aerodynamik an strömungsrelevanten Stellen der Jets. Das senkt den Kerosinverbrauch.

Mittlerweile hat sich der angepeilte Starttermin in den Herbst verschoben. Die ersten Boeing 777 F von Lufthansa Cargo sollen die Haihaut ebenfalls in dieser Zeit erhalten. Und Lufthansa Technik will die Haihaut auch externen Airline-Kunden anbieten.

Boeing testete mit Airline auch selber

Doch nicht nur Fluggesellschaften schauen sich Aero Shark an. Auch Boeing hat den Oberflächenfilm im Blick. Nach dem Produkt von Lufthansa Technik gefragt, sagte Manager Chris Raymond, der bei Boeing für Nachhaltigkeitsthemen verantwortlich ist, kürzlich: «Ich kenne die Technologie und ich denke, unsere Teams haben mit ihnen gesprochen.» Man habe eine tiefe Partnerschaft und Zusammenarbeit mit Lufthansa bei solchen Dingen.

Boeing-Manager Mike Sinnet, zuständig für die Produktentwicklung, erklärte, man habe vor rund vier Jahren zusammen mit einem Airline-Kunden, dessen Namen er nicht nannte, auch selber eine ähnliche Technologie getestet. Dabei sei es vor allem darum gegangen, die Haltbarkeit über einen längeren Zeitraum im echten Betrieb auf den Prüfstand zu stellen. Man beschäftige sich weiterhin mit dem Thema und schaue sich unterschiedliche Faktoren an wie etwa Kosten, Gewicht oder mögliche Auswirkungen bei Blitzeinschlägen.

Gespräche mit mehreren Flugzeugbauern

Ein Sprecher von Lufthansa Technik erklärt, man habe mit Aero Shark das Interesse mehrerer Flugzeugbauer weckt. Mit ihnen führe man Gespräche und sei «in verschiedenen Stadien des Austauschs». Das Unternehmen nennt keine Namen, doch nach Informationen von aeroTELEGRAPH dürfte neben Boeing auch Airbus zu diesem Kreis zählen.

Der europäische Hersteller äußert sich nicht dazu. Wie Boeing hat auch Airbus bereits vor gar nicht allzu langer Zeit selber zum Thema geforscht. Anfang 2018 schrieb der Flugzeugbauer: «In den vergangenen zwei Jahren wurden bestimmte Airbus-Jets im Dienst von Airlines mit kleinen Riblet-Patches ausgestattet – strukturierte Oberflächen, die auf die Rümpfe und Flügel aufgebracht wurden und die Wirkung von Haihaut nachahmen.»

Airbus hatte Pläne für den A350

Weiter hieß es, man habe kürzlich «eine Technik entwickelt, die eine vollautomatische, großflächige Aufbringung einer dünnen Riblet-Struktur auf Tragflächen ermöglicht, und Airbus erwägt die Einführung einer haifischhautähnlichen Beschichtung auf den Tragflächen und dem Höhenleitwerk des A350 ab 2020». Warum das nicht geschah, ist unklar. Airbus verweist nur darauf, dass man nicht alle Studien auch in die Praxis umsetze.

Klar ist dagegen: Interesse an der Technologie und Tests dazu gibt es schon lange. Es gab aber auch immer große Herausforderungen wie Verschmutzung, Haltbarkeit und Kosten.

Tests bereits Ende der 1970er-Jahre

Die Nasa präsentierte bereits 19179 zusammen mit Boeing eine Studie zum Thema. «Untersucht wurden Oberflächen-Beschichtungsmaterialien, die bei Transportflugzeugen zur Verringerung des Luftwiderstands eingesetzt werden sollten», ist in den Unterlagen der amerikanischen Behörde zu lesen. Zum Einsatz gekommen seien zwei Typen von Materialien - «aufgesprühte Beschichtungen und aufgeklebte Folien».

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific aus Hongkong nahm 1996 einen speziell vorbereiten Airbus A340-300 in Empfang. Der Flieger war von Airbus und dem amerikanischen Unternehmen 3M zu rund 30 Prozent mit einer Haihautfolie beklebt worden.

Lufthansa Technik macht Schritt auf den Markt

Auch Lufthansa Technik hat bereits seit 2013 an der Folie getüftelt. Mit Aero Shark hat sie nun aber erstmals ein Produkt, das bereit ist für die breite Anwendung im Linienbetrieb.

Mehr zum Thema

Boeing 777 von Swiss: Die Schweizer Lufthansa-Tochter ...

Swiss stattet ihre Boeing 777 mit Haifischhaut aus

Boeing 777 F von Lufthansa Cargo: Werden ab 2022 mit der Haihaut-Technologie ausgestattet.

Lufthansa Technik wird zum Fischhauthändler

ticker-lufthansa

Wachstum bei Lufthansa City Airlines geht trotz Schlichtung weiter

Airbus A320 Neo von Lufthansa mit Jubiläumslackierung: der Konzern sucht den Frieden mit den Gewerkschaften.

Lufthansa-Führung will den gordischen Knoten durchtrennen und sucht den Frieden mit den Gewerkschaften

Video

Die Landung der saudischen Boeing 787 in Funchal: ungewöhnlicher Gast auf Madeira.
Langstreckenjets sind am Flughafen von Madeira seltene Gäste. Nun gab es eine Premiere: Eine Boeing 787 der saudischen Regierung landete in Funchal. An Bord sollen sich Mitglieder der Königsfamilie befunden haben.
Redaktion
fedex express boeing 777 f rosie
Der Flughafen Memphis trägt nun den Namen von Fedex-Gründer Frederick Wallace Smith. Die erste Landung nach der Umbenennung absolvierte eine Boeing 777 F mit ganz besonderer Bemalung.
Timo Nowack
Timo Nowack
iberia sonnenfinsternis
Die Sonnenfinsternis hielten die Menschen an vielen Orten in Europa in Atem. Iberia beobachtete sie von einem Airbus A321 XLR aus - und hielt das im Video fest.
Timo Nowack
Timo Nowack