Boeing 777 von Swiss: Die Schweizer Lufthansa-Tochter ...

Geringerer KraftstoffverbrauchSwiss stattet ihre Boeing 777 mit Haifischhaut aus

Die Schweizer Fluglinie will den Kerosinverbrauch ihrer Boeing 777 senken. Dazu setzt sie auf einen Oberflächenfilm, welcher der Haut von Haien nachempfunden ist.

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Im Mai 2021 kündigte Lufthansa Cargo an, alle ihre Boeing 777 F ab dem kommenden Jahr mit einem Oberflächenfilm namens Aero Shark auszustatten, entwickelt von Lufthansa Technik und dem Chemiekonzern BASF. «Die Oberflächenstruktur, die aus rund 50 Mikrometer großen Rippen besteht, imitiert die Eigenschaften von Haifischhaut und optimiert so die Aerodynamik an strömungsrelevanten Stellen des Flugzeuges», erklärte Lufthansa damals. Das soll den Treibstoffverbrauch der Jets erheblich senken.

Nun setzt als erste Passagierfluglinie auch Swiss auf die Haifischhaut. «Ab Jahresmitte werden insgesamt zwölf Boeing 777-300 ER schrittweise mit den gemeinsam von Lufthansa Technik und BASF entwickelten Riblet-Filmen ausgestattet», teilt Lufthansa Technik mit.

950 Quadratmeter auf Rumpf und Gondeln

Während auf jede Boeing 777 F von Lufthansa Cargo rund 800 Quadratmeter des Oberflächenfilms aufgebracht werden sollen, sind es bei den längeren 777-300 ER von Swiss sogar 950 Quadratmeter pro Flugzeug. Davon entfallen rund 900 Quadratmeter auf den Rumpf und 50 Quadratmeter auf die Triebwerksgondeln, wobei allerdings nicht der komplette Rumpf und nicht die kompletten Gondeln beklebt werden.

Das Potenzial zur Kraftstoff- und CO2-Einsparung durch den verringerten Reibungswiderstand liegt laut den Herstellern bei circa 1,1 Prozent. Für alle zwölf Jets von Swiss zusammen bedeutet das laut Lufthansa Technik «eine jährliche Einsparung von mehr als 4800 Tonnen Kerosin und circa 15.200 Tonnen Kohlendioxid, so viel wie üblicherweise auf circa 87 Langstreckenflügen von Zürich nach Mumbai entsteht».

Boeing 777 von Swiss wird Zulassungsflug durchführen

Swiss-Chef Dieter Vranckx kommentiert: «Die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks ist eine der größten Herausforderungen für die Luftfahrtbranche, und CO2-neutrales Fliegen bis 2050 ein wichtiges strategisches Ziel von Swiss.» Daher investiere man gezielt in neue Technologien. Lufthansa-Technik-Chef Johannes Bußmann sagte, aufgrund der langen Lebenszyklen könne man nicht nur auf neue Flugzeug-Generationen setzen, sondern müsse «auch die Bestandsflotten gezielt in Richtung Nachhaltigkeit optimieren».

Zuerst wird eine 777 von Swiss die Haifischhaut erhalten und einen Zulassungsflug für die ergänzende Musterzulassung durchführen. Dann werden die weiteren Jets von Swiss und die von Lufthansa Cargo damit ausgestattet. Dies soll jeweils im Rahmen einer normalen Wartung, etwa eines C-Checks, nebenher geschehen und einige Tage in Anspruch nehmen.

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