Boeing 777 F von Lufthansa Cargo: Werden ab 2022 mit der Haihaut-Technologie ausgestattet.

Start mit Boeing 777Lufthansa Technik wird zum Fischhauthändler

Die Boeing 777 F von Lufthansa Cargo erhalten eine Oberfläche, die an Haihaut erinnert. Die neue hauseigene Technologie spart Kerosin und soll auch an andere Airlines verkauft werden.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d) am Flughafen Mallorca

Mallorca
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Spanien
Top jobs
Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Schon Anfang 2013 liefen erste Tests. Damals verpasste Lufthansa kleine Flächen an den Rümpfen von zwei Airbus A340-300 eine Rillenstruktur. Diese war der Haut von Haien nachempfunden. So wollte man herausfinden, wie stark man den Reibungswiderstand eines Fliegers in der Luft und damit auch den Kerosinverbrauch senken kann.

Neun Jahre später geht die Haihaut für Flugzeuge in Serie. Ab 2022 stattet Lufthansa Cargo alle ihre Boeing 777 F mit einem Oberflächenfilm aus, der Aero Shark genannt wird. Entwickelt wurde er von Lufthansa Technik und dem Chemiekonzern BASF. «Die Oberflächenstruktur, die aus rund 50 Mikrometer großen Rippen besteht, imitiert die Eigenschaften von Haifischhaut und optimiert so die Aerodynamik an strömungsrelevanten Stellen des Flugzeuges», erklärt Lufthansa.

Einsparungen in Höhe von 48 Frachtflügen

Für die zehn Frachter von Lufthansa Cargo rechnet Lufthansa Technik mit einer Reibungsverminderung von mehr als einem Prozent. Das soll jährlich rund 3700 Tonnen Kerosin und fast 11.700 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. «Hochgerechnet auf die gesamte Lufthansa-Cargo-Flotte entspricht der jährlich eingesparte CO2-Ausstoß 48 einzelnen Frachtflügen von Frankfurt nach Shanghai», rechnet die Fluggesellschaft vor.

Lufthansa ließ bereits im Dezember 2016, damals noch mit anderen Partnern, den Airbus A330-300 mit dem Kennzeichen D-AIKB erstmals mit einer Sharkskin-Technologie von Frankfurt nach Montreal fliegen. Das Flugzeug trug die Aufschrift «Shark skin technology for green efficiency (Haihaut-Technologie für grüne Effizienz).

Test schon mit Airbus A330-300 und Boeing 747-400

Lufthansa Technik und BASF statten 2019 erstmals die untere Rumpfhälfte einer Boeing 747-400 mit 500 Quadratmetern Haifischhaut-Oberfläche aus und ließen die Änderungen zertifizieren. Der Jet mit dem Kennzeichen D-ABTK absolvierte damit im regulären Liniendienst auf der Langstrecke mehr als 1500 Flugstunden. Mittlerweile ist er eingelagert und wurde kürzlich von Twente in den Niederlanden nach Teruel in Spanien überführt.

Eigentlich hatte Lufthansa geplant, ihre gesamte Boeing-747-400-Flotte mit der neuen Oberflächenstruktur auszustatten. Dann kam jedoch die Corona-Krise und das Vorhaben wurde offiziell «pausiert». Nun scheinen die Vierstrahler kaum noch eine Zukunft in Lufthansas Langstreckenflotte zu haben und so kamen die 777-Frachter zum Zuge.

Auch Verkauf an andere Airlines geplant

Bei der 747-400 mit dem Kennzeichen D-ABTK wurden die Emissionen durch die Haifischhaut-Modifikation um rund 0,8 Prozent verringert. Bei den Boeing 777 F rechnet Lufthansa mit höheren Einsparpotenzialen, da das Auftragen hier noch großflächiger erfolgt, unter anderem aufgrund der beim Frachtflugzeug nicht vorhandenen Fensterreihen.

Lufthansa Technik will die Haihaut künftig auch externen Kunden anbieten. «Lufthansa Technik und BASF beabsichtigen, die neue Technologie konsequent in Richtung zusätzlicher Flugzeugtypen und noch größerer Flächen weiterzuentwickeln, so dass sie Airlines auf der ganzen Welt zukünftig noch umfangreicher beim Erreichen ihrer Emissionsziele unterstützen können», heißt es. Laut Modellrechnungen ließen sich in der maximalen Ausbaustufe CO2-Emissionen im Umfang von bis zu 3 Prozent vermeiden.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Boeing 777 F, Airbus A330-300 und das Vorbild aus der Natur.

Mehr zum Thema

Bird of Prey: Airbus' neues Konzept soll junge Ingenieure dazu inspirieren, mehr von der Natur abzuschauen.

Mehr Raubvogel, weniger Flugzeug

Der Albatross One von Airbus. Die Flügelspitzen...

Ein Flugzeug, das mit den Flügelspitzen flattern kann

Flieger von Lufthansa: Am Montag und Dienstag heben weniger ab.

Und schon wieder wird bei Lufthansa gestreikt - und nun auch bei Eurowings

airbus a340 600 d aihp muenchen 01

Zwei Airbus A340-600 von Lufthansa werden in Polen ausgeschlachtet

Video

Tecnam P2012 VIP von außen: Der Innenraum ist neu.
Tecnam will mit der P2012 als VIP-Version einen neuen Markt erobern - dank italienischem Design, Alcantara-Interieur und Espressomaschine an Bord. Doch es gibt einen Dämpfer.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa neue uniformen 23
Sie wurde gemeinsam mit Hugo Boss entworfen: Zum ersten Mal seit 24 Jahren präsentiert Lufthansa eine neue Uniform. aeroTELEGRAPH war bei der Vorstellung in Frankfurt dabei.
Timo Nowack
Timo Nowack
Saab Global Eye: Basis ist eine Bombardier Global 6000/6500.
Wie kann eine rohstoffreiche und strategisch immer wichtigere Region wie die Arktis überwacht und im Ernstfall verteidigt werden, angesichts klirrender Kälte und riesiger Ausdehnung? Hersteller wie Boeing, IAI und Northrop Grumman buhlen mit ihren Systemen um Kunden. Ihr härtester Konkurrent kommt aber aus Europa: Saab GlobalEye.
gerard al fil
Gérard Al-Fil