Boeing-787-Produktion: Wird die Qualität ausreichend kontrolliert?

737 Max und 787US-Parlament misstraut Boeings Qualitätskontrolle

Wenig Vertrauen in Boeing und die Luftfahrtbehörde FAA: Ein Ausschuss des US-Kongresses will die Produktionsprobleme beim Flugzeugbauer nun selber unter die Lupe nehmen.

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Boeings Produktionsprobleme rufen in den USA die Politik auf den Plan. Der Kongressausschuss, der auch schon die 737-Max-Abstürze untersucht hat, kündigt eine eigene Untersuchung an. Er forderte am Dienstag (18. Mai) in Briefen an den Flugzeugbauer und die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA Aufzeichnungen «über fortgesetzte Probleme bei Herstellung und Produktion von Boeing-Verkehrsflugzeugen in Einrichtungen im US-Bundesstaat Washington und in South Carolina», wie die Zeitung Seattle Times berichtet.

Es geht dabei zum einen um das Elektrikproblem rund um das Cockpit der Boeing 737 Max. Boeings technische Lösung dafür hat die FAA laut der Zeitung vergangene Woche freigeben. Zum anderen will der Ausschuss mehr zu den Produktionsmängeln bei der Boeing 787 wissen. Sie hatten Boeing zu einer mehr als viermonatigen Auslieferungspause gezwungen. Und auch nach dem erneuten Start der Auslieferungen sind weitere Inspektionen notwendig.

Gründliche Untersuchung angekündigt

Ausschussvorsitzender Peter DeFazio erklärte, die Schwierigkeiten wiesen auf «Probleme bei der Aufrechterhaltung der Qualitätskontrolle und einer angemessenen Aufsicht der FAA über die Produktion» hin. Er werde alle Probleme «wie die der 737 Max und der 787, welche die öffentliche Sicherheit gefährden könnten, gründlich untersuchen».

Laut der Seattle Times beunruhigt es den Ausschuss zudem, dass bis zum vergangenen Sommer mehrmals Teile in den Tanks von neuen Boeing KC-46 gefunden wurden. Dabei handelt es sich um ein Tankflugzeug auf Basis der Boeing 767, das die Air Force einsetzt. Auch bei fertig gebauten Boeing 737 Max wurden schon Lumpen und Werkzeuge in den Tanks entdeckt.

Qualitätskontrollen wurden 2019 umgestellt

Hintergrund ist eine Umstellung in Boeings Qualitätskontrollsystem, die 2019 stattfand. Dabei wurden laut der Zeitung Tausende Überprüfungen am Ende von Produktionsschritten abgeschafft und Hunderte Stellen von Inspektoren gestrichen. Die Idee war, mehr auf Automatisierung zu setzen und den Arbeitern zu ermöglichen, ihre eigene Arbeit schon während der Produktion zu überprüfen. Boeing erklärte nun, es gehe darum, Defekte nicht nachträglich zu entdecken, sondern sie zu vermeiden, bevor sie auftreten.

Der amerikanische Flugzeugbauer bestreitet, dass es eine «allgemeine Reduzierung des Qualitätspersonals» gegeben habe. Eine Sprecherin der Gewerkschaft International Association of Machinists erklärte allerdings, Boeing habe kürzlich damit begonnen, Qualitätsinspektoren zurückzurufen.

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