Boeing 787 Dreamliner: Auf ein Produktionsproblem folgt das nächste.

Dreamliner-ProblemeFAA schaut Boeing bei 787 genauer auf die Finger

Nach Produktionsproblemen bei Boeing überprüft die Luftfahrtbehörde der USA mindestens vier 787 selber. Die FAA muss das Vertrauen in ihre Zertifizierungen wiederherstellen.

Top-Jobs

Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Seit mehr als vier Monaten hat Boeing keine Dreamliner mehr ausgeliefert. Der Grund dafür ist eine ganze Reihe von Problemen bei der Produktion. Noch im März will Boeing erstmals wieder neue Exemplare des Langstreckenjets an Kunden übergeben. Dazu müssen sie inspiziert und mögliche Probleme behoben sein - beispielsweise zu große Abstände, die beim Zusammenbau von Sektionen am hinteren Rumpf gelassen wurden.

Die amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA stellt jetzt klar, dass sie selber vier Boeing 787 auf deren Lufttüchtigkeit überprüfen und diese zertifizieren wird. Bei Bedarf könne das auch bei weiteren Exemplaren erfolgen, so die Behörde in einer Stellungnahme. Das klingt im ersten Moment gar nicht ungewöhnlich, doch es berührt den Kern des Problems rund um die Zulassung von Boeing-Flugzeugen in den USA.

Boeing kontrollierte sich selbst

Dahinter steht ein System namens Organization Designation Authorization, kurz ODA. Es ermöglicht der FAA, Aufgaben an Angestellte der Unternehmen zu delegieren, die sie überwacht. Diese Firmen stellen dafür Mitarbeitende ab.

Im Februar veröffentliche das Office of Inspector General als Aufsichtsabteilung des Verkehrsministeriums einen ausführlichen Bericht zu den Problemen dieses Systems bei der Zertifizierung der Boeing 737 Max 8. Eine Grafik darin zeigt, dass die FAA Anfang 2017 die Arbeiten zu 100 Prozent an den Flugzeugbauer delegiert hatte. Der Hersteller kontrollierte sich selbst.

ODA-Mitarbeitende schikaniert

Doch auch bei der 787 führte die Organization Designation Authorization zu Problemen. Im Sommer 2020 berichtete die FAA, Boeing habe bei der Dreamliner-Produktion in North Charleston gegen die Regeln des Systems verstoßen. Zum einen sollen von Boeing abgestellte ODA-Mitarbeiter an Boeing-Vorgesetzte berichtete haben, die dem Programm gar nicht angehörten.

Zum anderen sollen mindestens vier leitende Boeing-Manager in dem Werk unangemessen Druck auf ODA-Mitarbeiter ausgeübt haben, die mit der Überwachung der Qualitätskontrolle bei der Produktion des 787 Dreamliners beauftragt waren. Die Führungskräfte haben die abgestellten Mitarbeiter demnach unter anderem zu schnelleren Freigaben gedrängt, sie schikaniert und ihnen gedroht, sie ersetzen zu lassen. Genau dieser Standort North Charleston ist mittlerweile das einzige Werk für die Endmontage der 787.

787-Inspektion ist nur ein Schritt

Die amerikanische Luftfahrtbehörde plant, das ODA-System bis Juli 2021 zu überarbeiten. Das macht das Office of Inspector General in seinem Bericht klar. Es stellt aber auch fest, wie dringend nötig das ist.

«Es bleibt noch viel zu tun, um Schwächen in den Zertifizierungsrichtlinien und -prozessen der FAA zu beheben und die Kommunikation mit den Herstellern und innerhalb der Behörde zu verbessern», heißt es. Weitere Schritte seien erforderlich, um das Vertrauen in den Zertifizierungsprozess wiederherzustellen. Dass die FAA nun mindestens vier 787 nach den Produktionsproblemen selber freigeben wird, ist ein Schritt in diese Richtung.

Mehr zum Thema

United Airlines erhielt im März und April 2021 von Boeing drei Boeing 787-9 mit Motoren von General Electric.

Boeing-Manager setzten 787-Kontrolleure unter Druck

Boeing 787 Dreamliner: Derzeit ein Sorgenkind.

Geister der Vergangenheit holen Boeing bei der 787 ein

Dreamliner-Produktion in Everett: Flieger müssen überprüft werden.

Boeing 787 müssen zur Inspektion

boeing 787 air new zealand imtow

Boeing 787-9 und -10 haben jetzt mehr Reichweite - und das ist für Boeing eine doppelt gute Nachricht

Video

Die Boeing 757 von Icelandair: Heikler Tiefflug.
Nach 40 Jahren geht er in Rente. Auf seinem letzten Flug von Frankfurt nach Keflavik wollte der Kapitän einer Boeing 757 etwas Besonderes machen und flog in sehr niedriger Höhe über seine Heimat hinweg. Icelandair ist verärgert und hat die Behörden eingeschaltet.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Flughafen München steht kurz vor der Eröffnung von Pier 1: Ein Video zeigt den gesamten Bauverlauf.
In München entsteht seit 2019 ein neuer, 95.000 Quadratmeter großer Pier am Terminal 1. Ende April geht der Bau ans Netz. Ein Zeitraffervideo zeigt sieben Jahre Bauarbeiten in 76 Sekunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies