MD11 von KLM: Bald nicht mehr im Einsatz.

Sorgen wegen MD-11

Die amerikanischen Behörden haben Boeing angewiesen, in den Cockpits der MD-11 neue Hilfen zu installieren. Sonst drohe bei den Landungen Gefahr.

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Angenehme und weniger angenehme Landungen hat wohl jeder Passagier schon einmal erlebt. Doch manchmal ist es nicht einfach nur ein hartes Aufsetzen, sondern es geht etwas schief. Bei der MD-11 gibt es das Problem laut der amerikanischen Transportbehörde NTSB zu oft. Dreizehn «hard landings», also Landungen, bei denen es zum Zwischenfall kam, erlebte das Modell in den Jahren 1994 bis 2010. Darunter war auch eine Bruchlandung von Lufthansa Cargo in Riad.

Das klingt nicht nach allzu viel. Doch pro Flugzeug sind das mehr als bei jedem anderen vergleichbaren Modell. Die National Transport Safety Board hat nun in einem Brief an Hersteller Boeing dazu aufgerufen, zusätzliche Technik im Cockpit zu installieren, die den Piloten bei der Landung hilft.

Erste Warnung vor zwanzig Jahren

Pikant bei dem Thema: Schon vor mehr als zwanzig Jahren veröffentlichte die NTSB die erste Meldung, welche besagte, dass es im Cockpit der MD-11 zur Verwirrung bei der Landung kommen kann. Für die Piloten seien die Instrumente, die man zur Landung braucht, nicht richtig platziert, was potenziell gefährlich sei. Außerdem sei die Anflugsgeschwindigkeit oft zu hoch. Auch hier sei das Cockpit nicht übersichtlich genug.

In den mehr als vierzig vergleichbaren Meldungen zu dem Flieger wurde bereits ein neues Pilotentraining verlangt. Nur so, heißt es, könne man weitere Unfälle vermeiden. Auch jetzt fordert die NTSB, dass die Ausbildung der MD-11-Piloten noch einmal angepasst wird. Man schaue sich die aktuellen Vorschläge genau an, heißt es von Boeing. Im Juli werde man darauf ausführlich antworten.

Bald nicht mehr im Einsatz

Wer als Passagier noch einmal mit einer MD-11 fliegen möchte, hat dafür nicht mehr viel Zeit. Von den großen Airlines fliegt nur noch KLM mit den dreistrahligen Langstreckenjets und voraussichtlich Ende Oktober werden auch diese die Flotte verlassen haben. Dann wird die MD-11 nur noch als Frachtflieger genutzt, etwa von Fedex, Lufthansa Cargo oder auch UPS.

Die MD-11 ging 1988 als Nachfolgerin für die McDonnell Douglas DC-10 in Produktion. Aerodynamik, Antrieb, die Technik im Cockpit, das Design - alles, so schreibt es der Flugzeugbauer Boeing auf seiner Homepage, sei wesentlich moderner und effizienter als beim Vorgängermodell. Der Gebrauch von mehr Verbundwerkstoffen als zuvor machte den Flieger leichter, Winglets an den Tragflächenenden sparsamer. Die Reichweite des Fliegers beträgt 12'270 Kilometer.

Kein Vorzeigeflieger

Doch ein wirklicher Vorzeigeflieger war die MD-11 nie. Nur 200 Jets wurden im Werk von Long Beach gebaut, acht von ihnen wurden bei Zwischenfällen zerstört. Die Rate von 2,95 Totalverlusten je einer Million Flüge ist deutlich höher als der Durchschnitt, der bei 1,0 liegt.

Der Unfall, der in Europa wohl den meisten in Erinnerung bleibt, ereignete sich 1998 auf Flug SR111 der Swissair. Die MD-11 mit der Immatrikulation HB-IWF war auf dem Weg von New York nach Genf als sie bei Halifax in den Atlantik stürzte. Alle 229 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Ursache für den tragischen Absturz war ein Feuer an Bord, ausgelöst durch die gebrochene Isolierung eines Kabels.

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