Animation der Polaris im Look von Evia Aero: Frühestens ab 2030 werden die ersten Flugzeuge geliefert.

Wasserflugzeug aus den USADeutsche Airline will Zürich mit Monaco verbinden - Start auf dem Zürichsee

Evia Aero hat bereits Absichtserklärungen für zahlreiche Elektro- und Wasserstoff-Flugzeuge unterschrieben. Nun kommt ein Amphibienflugzeug von Tidal Flight dazu. Möglich werden sollen damit unter anderem Flüge vom Zürichsee nach Monaco.

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Evia Aero ist mehr als eine Fluggesellschaft. Das 2022 gegründete Bremer Unternehmen will zwei Dinge gleichzeitig aufbauen. Erstens eine Regionalairline, die nur mit Flugzeugen fliegt, die Strom oder Wasserstoff für den Antrieb nutzen. Zweitens soll an kleineren Flughäfen der Strom dafür gleich selbst produziert werden, etwa mit Solaranlagen, Batteriespeichern und Ladestationen für die Flugzeuge.

Und an Ankündigungen hat es seit der Gründung nicht gemangelt. 2022 unterzeichnete Gründer und Chef Florian Kruse Absichtserklärungen über 15 auf Wasserstoff umgerüstete Britten-Norman Islander von Cranfield Aerospace Solutions und 25 vollelektrische Alice von Eviation. Später kamen zehn MDA1 von MD Aircraft aus Niedersachsen und zehn Elektro-Umrüstsätze von Clearwings hinzu. Kommerziell geflogen ist bisher keines der Flugzeuge.

Evia Aero setzt auf US-Amphibienflugzeug

Nun setzt Evia Aero auf ein weiteres Flugzeugmodell. Mit dem US-Start-up Tidal Flight hat das Unternehmen eine Absichtserklärung über bis zu 20 Polaris unterzeichnet, zehn feste Orders und zehn Optionen, teilte der US-Hersteller mit. Ein verbindlicher Kaufvertrag fehlt noch. Zudem muss die europäische Flugsicherheitsagentur Easa die Zulassung des Flugzeugs anerkennen. Wenn beides vorhanden ist, möchten die Bremer zu den ersten gehören, die die Polaris bekommen.

«Viele unserer attraktivsten Küsten- und Inselziele sind noch immer schwer mit dem Flugzeug zu erreichen», sagt Kruse. Mit der Polaris könne man diese Verbindungen öffnen, ohne neue Pisten zu bauen. Tidal-Chef Jude Augustine nennt Europas Küsten und Inseln genau das Umfeld, für das das Flugzeug entwickelt wurde.

Polaris soll ab 2030 ausgeliefert werden

Die Polaris ist ein Amphibienflugzeug, sie kann also auf dem Wasser und auf normalen Pisten starten und landen. Kurze Strecken sollen rein elektrisch geflogen werden, auf längeren springt ein Kerosin-Kolbenmotor von Delta Hawk als Generator ein. Platz gibt es für bis zu 13 Personen. Tidal Flight setzt auf einen Piloten. Bisher ist nur ein Modell im Maßstab 1:6 geflogen. Derzeit testet der Hersteller Antrieb und weitere Systeme am Boden. Der Prototyp in voller Größe soll 2028 abheben, Auslieferungen sind ab 2030 geplant.

Mögliche Einsätze sieht Evia Aero dort, wo Städte und Urlaubsorte am Wasser liegen. Gemeinsam mit Tidal Flight untersucht das Unternehmen bereits erste Verbindungen. So könnte die Polaris auf dem Zürichsee abheben und direkt im Hafen von Monaco landen. Kurze Strecken sollen rein elektrisch geflogen werden, etwa zwischen Valletta und der Nachbarinsel Gozo auf Malta.

Flüge über die Ost- oder Nordsee möglich

Auf längeren Etappen kommt der Hybridantrieb zum Einsatz, etwa über die Ostsee von Helsinki nach Stockholm oder die Nordsee von Amsterdam nach London, jeweils rund 370 bis 400 Kilometer. Welche Strecken tatsächlich kommen, hängt laut den Unternehmen von Zulassung, Infrastruktur und Nachfrage ab.

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