Flügelspitzer der Boeing 777X: Der Konzern hat viele Probleme.

Kritik von Leasingriese Avolon«Boeing verbrennt Geld in nie dagewesenem Ausmaß»

Ein großer Kunde geht mit dem Flugzeugbauer hart ins Gericht: Boeing sei vom Weg abgekommen und brauche womöglich eine neue Führung, sagt der Chef von Avolon.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Das Management von Boeing ist wahrlich nicht zu beneiden. Die 737 Max ist zwar fast überall auf der Welt wieder zugelassen worden. Doch die Probleme des Konzerns wurden derweil nicht kleiner. Er kann noch immer keine Dreamliner ausliefern, hat zudem Schwierigkeiten, die Zertifizierung der 737 Max 10 zeitnah zu schaffen, und bei der 777X musste er eben erst eine neue Verzögerung bekannt geben.

Ein großer Kunde findet für den aktuellen Zustand des amerikanischen Flugzeugbauers klare Worte. «Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Boeing vom Weg abgekommen ist», sagte Domhnal Slattery gemäß der Nachrichtenagentur Reuters kürzlich auf einer Konferenz. Slattery ist Chef von Avolon, mit einem Bestand von 540 Flugzeugen drittgrößter Leasinggeber der Welt.

Fehlerhafte Unternehmenskultur

«Boeing hat eine lange Geschichte. Sie bauen großartige Flugzeuge», so Slattery. Aber man sage, dass die Unternehmenskultur die Strategie zum Frühstück verspeise. «Genau das ist bei Boeing passiert», so der Avolon-Chef. Die Folge der mangelhaften Unternehmenskultur habe zu Mängeln in der Produktion geführt, die nun teuer korrigiert werden müssten. Die Folge sei brutal, so Slattery: «Sie verbrennen Geld in einem noch nie dagewesenem Ausmaß.»

Slattery findet, dass Boeing seine Relevanz auf dem Markt «grundlegend neu definieren» müsse. Das erfordere «eine neue Vision und vielleicht eine neue Führung», so der Avolon-Chef. Die Leasingfirma besitzt 169 Boeing-Jets. Offene Bestellungen beim amerikanischen Hersteller hat sie noch 31, alle für 737 Max. Während der Corona-Krise hatte sie eine Order über 75 Exemplare der Boeing 737 Max annulliert.

Immer neue Probleme bei Boeing

Während der 737-Max-Krise war der frühere Boeing-Chef Dennis Muilenburg zurückgetreten und der Finanzmanager David Calhoun übernahm das Steuer bei Boeing. Er schaffte es, die Kommunikation massiv zu verbessern und das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen. Aber immer wieder neue Probleme machen ihm zu schaffen. Immerhin ist Slattery langfristig zuversichtlich, wie Reuters ihn zitiert: «Ich bin zuversichtlich, dass sie eine Lösung finden werden.»

Mehr zum Thema

Airbus A320 Neo in Avolon-Farben: Das Unternehme hat nur zehn Flieger in Russland.

Warum Avolon in Russland mit «Kopfweh statt Migräne» davonkommt

Boeing 777-9: Sammelt immer mehr Verspätungen ein.

Boeing liefert 777-9 erst ab 2025 und pausiert Produktion

A320 Neo in KLM-Farben: Die Airline wechselt den Hersteller.

Darum wählte KLM A320 Neo und nicht Boeing 737 Max

ticker-boeing-1

Boeing liefert im Februar 51 Flugzeuge aus - deutlich mehr als Airbus

Video

santa monica douglas dc 3 monument
Er ist mehr als 100 Jahre alt, doch Ende 2028 wird er schließen. Der Flughafen Santa Monica in Kalifornien war zwar nie ein großer Verkehrsflughafen, aber dennoch historisch bedeutsam.
Timo Nowack
Timo Nowack
wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack