Die Luftfahrtwelt fragt sich schon lange, wann Boeing ein neues Flugzeugmodell entwerfen wird. Vor neun Jahren war die Stimmung auf der Paris Air Show äußerst optimistisch. Boeing hatte in Frankreich das New Midsize Airplane, kurz NMA-Konzept, erstmals konkreter vorgestellt und Gespräche mit rund 50 Airlines über Kapazität und Komfort des künftigen Mittelstreckenjets geführt: Geplanter Markteintritt war ab 2025.
Dazu kam es nicht. Erst musste Boeing nach den beiden Abstürzen der 737 Max Ingenieure und Kapital in die Rettung und Rezertifizierung der Max stecken. Dann ließ die Corona-Pandemie die Nachfrage weltweit einbrechen. 2022 entschied der damalige Boeing-Chef David Calhoun das Aus des Projekts, weil es weder die nötige Triebwerkstechnologie noch die nötige digitale Entwicklung gebe.
Boeing ab Ende des Jahrzehnts finanziell bereit
Boeing konzentriert sich aktuell darauf, die Zertifizierungen für die Boeing 737 Max 7 und Max 10 sowie die Boeing 777X zu erhalten. Nach aktuellen Plänen sollen alle drei Flugzeuge bis zum kommenden Jahr grünes Licht bekommen. Im Vorfeld der Farnborough Airshow sagte Boeing-Chef Kelly Ortberg, dass der Hersteller bis Ende des Jahrzehnts finanziell in der Lage sei, ein Nachfolgeprogramm für die 737 Max aufzulegen, berichtet die Financial Times.
Noch sei Boeing damit beschäftigt, die Finanzen in Ordnung zu bringen, was laut Ortberg «noch einige Jahre dauern werde». Sobald das Unternehmen jedoch die Zertifizierung für die beiden neuesten 737-Max-Modelle sowie für das verzögerte Langstrecken-Großraumflugzeug 777X erhalten habe, würden mehr Ressourcen für ein Programm der nächsten Generation zur Verfügung stehen, so der Boeing-Chef.
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