35,8 Meter beträgt die Distanz von Flügelspitze zu Flügelspitze bei einem Airbus A320 Neo. Beim Nachfolgemodell, an dem der europäische Flugzeugbauer tüftelt, dürfte sie nochmals deutlich größer sein. Die Spannweite könnte bis zu 45 Meter betragen. «Der Flügel der Zukunft wird länger, leichter und schlanker sein» erklärte Sue Partridge, die das Projekt Wing Of Tomorrow bei Airbus leitet, am Dienstag (21. Juli) bei einer Pressekonferenz auf der Farnborough Airshow.
XL-Spannweite benötigt klappbare Flügelspitzen
«Dabei arbeiten wir mit 40 externen Partnern zusammen», sagte Partridge. So könne man sehen, welche der 100 getesteten Technologien sich wie gut eigneten. Die meisten Arbeiten finden im Vereinigten Königreich statt, an den Standorten Broughton und Filton, aber auch Bremen ist involviert. Ebenfalls bereits getestet wird die Technologie zum Hoch- und Runterklappen der Flügelspitze, wie sie Militärflieger bereits kennen und die Boeing 777X bekommen wird. Denn ohne diesen Mechanismus könnten die Flugzeuge mit den XL-Spannweiten nicht mehr an den heutigen Flughäfen eingesetzt werden.
Nun tritt das Projekt in die nächste Phase ein, wie Partridge erklärte. Man arbeite derzeit an verschiedenen Arten von Flügelverlängerungen. «Damit simulieren wir die klappbaren Flügelspitzen», ergänzt Richard MacPherson, der für die technologische Komponente des Projekts verantwortlich ist. Diese Teile sind vier bis fünf Meter lang und werden danach an die Tragflächen eines Airbus A321 Neo gesteckt - ohne selbst klappbar zu sein.
Airbus testet mit Fünfmeter-Aufsätze an A321-Neo-Flügeln
Anders als die anderen drei gebauten Testflügel, werden die Aufsätze am Airbus A321 Neo aber auch tatsächlich in die Luft gehen. «Wir planen im Sommer 2027 Testflüge», so MacPherson. Sie werden in Toulouse stattfinden. Derzeit testet man die Konzepte im Windkanal und am Computer.
Das neue AIrbus-Modell als Nachfolger für den A320 Neo, das noch keinen Namen hat und derzeit einfach «Future Aircraft» oder «Next Generation Single Aisle» genannt wird, soll gegen Mitte des kommenden Jahrzehnts auf den Markt kommen. Es wird zu 100 Prozent mit nachhaltigem Kerosin (sogenanntem SAF) zu betreiben zu sein. Airbus strebt eine Verbesserung beim Treibstoffverbrauch von 20 bis 30 Prozent an.
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