Air Force One: Ein kostspieliger Auftrag.

Boeing 747-8Neue Air Force One wird für Boeing noch teurer

Eigentlich sollten die neuen Präsidentenflugzeuge der USA schon längst im Einsatz sein. Stattdessen muss Boeing jetzt erneut zusätzliches Geld in das milliardenschwere Programm stecken – damit sich die Auslieferung nicht noch weiter verzögert.

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Die Entwicklung der neuen Air Force One bleibt für Boeing ein kostspieliges Prestigeprojekt. Der Flugzeugbauer kündigte an, weitere eigene Mittel in das Programm der beiden Präsidentenflugzeuge zu investieren. Damit soll der inzwischen für Mitte 2028 geplante Liefertermin der beiden auf der Boeing 747-8 beruhenden Jets eingehalten werden. Für die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat dieser Zeitplan hohe Priorität.

Für Boeing wird jede weitere Verzögerung teuer. Die neuen Präsidentenflugzeuge - offizielle Bezeichnung Boeing VC-25B - entstehen im Rahmen eines Festpreisvertrags mit der US-Luftwaffe, was dem Hersteller schon einiges an Ausgaben verursacht hat. Denn: Zusätzliche Kosten trägt der Hersteller selbst. Bereits heute summieren sich die von Boeing verbuchten Mehrkosten auf rund 2,8 Milliarden Dollar. Wie viel nun zusätzlich investiert werden muss, soll Ende Juli mit den Quartalszahlen bekannt gegeben werden. Die US-Luftwaffe betont gleichzeitig, dass für den Staat keine weiteren Kosten entstehen.

Boeing nahm Änderungen am Air-Force-One-Programm vor

Um das Programm wieder auf Kurs zu bringen, haben Boeing und die U. S. Air Force in den vergangenen Monaten mehrere Änderungen vorgenommen. So wurden unter anderem die Anforderungen an Sicherheitsfreigaben für Mitarbeitende gelockert, um Personalengpässe zu entschärfen. Zudem passten beide Seiten den Entwicklungs- und Flugtestplan an, um Risiken für den Zeitplan zu reduzieren. Ursprünglich hätten die beiden Boeing 747-8 Ende 2024 an die Luftwaffe übergeben werden sollen.

Bis die eigentlichen Präsidentenmaschinen einsatzbereit sind, nutzt die US-Luftwaffe inzwischen eine Boeing 747-8, die ursprünglich der Regierung Katars gehörte und den USA geschenkt wurde. Das Flugzeug wurde zwar umgerüstet und wird bereits für Reisen von Donald Trump eingesetzt. Es verfügt nach Angaben der Air Force jedoch nicht über alle Fähigkeiten der künftigen VC-25B. Auf einige spezielle Missionssysteme wurde bei der schnellen Umrüstung verzichtet.

Donald Trump musste mit alter Air Force One aus der Türkei abfliegen

Wie groß der Unterschied ist, zeigte sich erst kürzlich nach dem Nato-Gipfel. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten empfahl der Secret Service Trump, zunächst nicht mit der umgebauten 747-8 aus Katar weiterzufliegen, sondern eine der bisherigen Präsidentenmaschinen vom Typ VC-25A zu nutzen.

Beobachter führen das auf deren umfassendere Sicherheits- und Kommunikationssysteme zurück. Aber auch die Raketenabwehr des katarischen Jets ist offenbar nicht so gut wie die der echten Air Force One. Die Boeing 747-8 bleibt damit eine Übergangslösung, bis die beiden neuen VC-25B nach jahrelangen Verzögerungen voraussichtlich 2028 ausgeliefert werden.

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