Eine Gulfstream G650ER von Qatar Executive: Die Maschine brachte eine Delegation aus Katar nach Israel - mit Zwischenstopp auf Zypern.

Angst vor PräzedenzfallFlugzeug von Qatar Airways macht ungewöhnlichen Umweg

Eine Delegation des Emirats Katar reiste nach Israel. Das Flugzeug von Qatar Airways legte einen Zwischenstopp auf Zypern ein. Der Grund ist politisch.

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Es gab lange die berechtigte Hoffnung im Nahen Osten, dass sich Israel und die arabischen Staaten annähern würden, nachdem sie sich jahrzehntelang feindlich gegenüber gestanden hatten. Mit dem Abraham-Abkommen im Jahr 2020 kam es zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie zum Friedensschluss mit Bahrain.

Etihad und El Al verbinden seitdem regelmäßig Tel Aviv mit Abu Dhabi. Und auch die langsame Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien hatte Auswirkungen auf die Luftfahrt. Im Juli 2022 öffnete Saudi-Arabien seinen Luftraum komplett für Überflüge israelischer Fluggesellschaften und dieses Recht räumt das Königreich dem Staat Israel auch trotz der politischen Eiszeit nach den Ereignissen vom 7. Oktober ein.

Qatar Executive landet in Tel Aviv

Mit einem Land, dem im aktuellen Konflikt eine Schlüsselstellung als Vermittler zukommt, gibt es seit 14 Jahren keine diplomatischen Beziehungen: Katar. Das Emirat hatte diese im Februar 2009 wegen der israelischen Angriffe auf Gaza gekappt. Katar unterstützt Gaza finanziell massiv und unterhält langjährige Beziehungen zur von unter anderem der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas.

Am 25. November landete eine Gulfstream G650ER von Qatar Executive, der Privatjet-Charter-Tochtergesellschaft von Qatar Airways, am Flughafen Ben Gurion. Laut israelischen Medien soll eine katarische Delegation mit hochrangigen Sicherheitsbeamten an Bord gewesen sein, um den anhaltenden Waffenstillstand und die Freilassung weiterer israelischer Geiseln zu besprechen.

Kein Präzedenzfall schaffen

Die Maschine startete gegen 7 Uhr morgens in Doha und legte nach einem dreieinhalbstündigen Flug im zyprischen Larnaca einen kleinen Zwischenstopp ein. Der Grund war weder medizinisch noch technisch. Auch getankt werden musste eigentlich nicht. Er war politischer Natur. Denn man wollte keinen Präzedenzfall schaffen.

Der Flug sollte nicht der erste Direktflug zwischen Katar und Israel werden. Offiziell kam die Maschine aus Larnaca. In Israel blieb sie 40 Minuten und flog dann wieder zurück nach Zypern. Daten von Flightradar24 zeigen, dass die Flüge auch am 28. November durchgeführt wurden.

Screenshot von Flug QE730 Bild: Screenshot Flightradar24

Es gibt keinen Flugverkehr zwischen Katar und Israel. Eine Ausnahme gab es während der Fußball-Weltmeisterschaft. Israelis durften nach Katar reisen. Zu diesem Zweck wurden Charterflüge aufgelegt, allerdings mussten diese von Fluggesellschaften durchgeführt werden, deren Flugzeuge in Drittstaaten registriert waren. Normalerweise dürfen Israelis nur nach Katar reisen, wenn sie im Besitz einer weiteren Staatsbürgerschaft sind.

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