Der Krieg im Nahen Osten trifft die europäische Luftfahrt mit voller Wucht. Wie schlimm, beziffert Eurocontrol, die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt: 59 Prozent weniger Flüge zwischen Europa und dem Nahen Osten fanden in der Zeit seit dem 5. März statt, rund 1200 Verbindungen täglich fallen weg. Zählt man auch Flüge hinzu, die die Region nur überqueren, liegt der Rückgang bei 56 Prozent. Das ist ein massiver Einschnitt in das globale Luftverkehrssystem.
Doch der Effekt geht über gestrichene Flüge hinaus. Täglich sind rund 1150 Flüge gezwungen, große Umwege zu fliegen, um gesperrte Lufträume zu umgehen. Das summiert sich auf zusätzliche 206.000 Kilometer jeden Tag. Die Folge: 602 Tonnen mehr Treibstoffverbrauch und rund 1900 Tonnen zusätzliche CO₂-Emissionen täglich. Der Krieg verändert damit auch die Umweltbilanz der Luftfahrt spürbar.
Innerhalb Europas gibt es mehr Verkehr
Gleichzeitig verschieben sich die Verkehrsströme. Während Verbindungen in den Nahen Osten drastisch zurückgehen, wächst der Verkehr in andere Regionen. Innerhalb Europas liegt das Plus bei rund 13 Prozent, auch Verbindungen nach Nordamerika und Asien legen deutlich zu, so Eurocontrol. Insgesamt liegt das Verkehrsaufkommen im europäischen Netzwerk derzeit sogar leicht über dem des entsprechenden Vorjahreszeitraums.
Dennoch steigt der wirtschaftliche Druck. Die Treibstoffpreise sind seit Beginn der Krise um rund 134 Prozent gestiegen. Selbst für abgesicherte Airlines bedeutet das Milliardenbelastungen. Gleichzeitig werden Flüge durch Umwege länger und teurer. Und das dürfte sich zunehmend in Ticketpreisen und Nachfrage niederschlagen.
Welche Flughäfen sind besonders betroffen?
Eurocontrol hat auch ausgewertet, welche Flughäfen in Europa nach Anzahl der Nahost-Abflüge vor und nach Kriegsausbruch besonders betroffen sind. Sehen Sie die Details in der Bildergalerie - ein Klick aufs Bild öffnet die Galerie im Großformat:
Wie stark der Iran-Krieg europäische Flughäfen trifft
Abflüge in den Nahen Osten (verglichen wird der tägliche Durchschnitt der Zeiträume 1. Januar bis 27. Februar und 11. bis 24. März): Am Flughafen Larnaca sank die Zahl von durchschnittlich 18 auf noch 12 solcher Abflüge. (Datenquelle: Eurocontrol)
Amsterdam Schiphol - statt täglich 18 nur noch 7 Nahost-Abflüge.
Mailand-Malpensa - statt 20 nur noch 7 Abflüge (-67 Prozent).
Rom-Fiumicino - statt 20 nur noch 10 Abflüge.
Frankfurt - statt 22 nur noch 11 Abflüge.
Swissport International AG
Athen - statt 23 nur noch 14 Abflüge.
Paris Charles de Gaulle - statt 29 nur noch 16 Abflüge.
Istanbul Sabiha Gökçen -statt 43 nur noch 15 Abflüge.
London-Heathrow - statt 49 nur noch 23 Abflüge.
Istanbul Airport - statt durchschnittlich 98 nur noch 46 tägliche Abflüge in den Nahen Osten.
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