Saab 2000 der ehemaligen Etihad Regional in Lugano. Die Politik wünscht sich wieder Linienflüge.

SchweizLugano hofft auf Rückkehr der Linienflüge – mit Verbindung nach Genf

Zehn Jahre nach dem Ende der Verbindung nach Genf könnten am Flughafen Lugano wieder Linienflüge starten. Möglich machen soll das eine Gesetzesänderung, die ausländischen Fluggesellschaften Inlandsflüge in der Schweiz erlauben würde. Erste Airlines zeigen Interesse.

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Seit Jahren starten und landen am Flughafen Lugano keine Linienflugzeuge mehr. Der kleine Airport im Süden der Schweiz wird nur noch von Privat- und Geschäftsflugzeugen genutzt. Doch nun gibt es Hoffnung auf ein Comeback: Zwischen Lugano und Genf könnte wieder eine regelmäßige Flugverbindung entstehen.

Möglich machen soll das eine Lockerung des sogenannten Kabotageverbots. Dadurch könnten künftig auch europäische Fluggesellschaften inner-schweizerische Strecken bedienen. Der Anstoß kommt aus dem Kanton Tessin. Parlamentarier Fabio Regazzi setzt sich dafür ein, die entsprechenden Regeln zu ändern. Seine parlamentarische Initiative hat bereits die Verkehrskommission des Ständerats (die kleine Kammer) passiert und liegt nun beim Nationalrat (die große Kammer). Parallel dazu wird eine ähnliche Anpassung im Rahmen der laufenden Revision des Luftfahrtgesetzes diskutiert.

Genf und Lugano rücken dann wieder näher

Sollte die Gesetzesänderung umgesetzt werden, könnte es vergleichsweise schnell gehen. Nach Angaben Regazzis laufen bereits Gespräche mit interessierten Fluggesellschaften. Solange das Kabotageverbot gilt, kann der Flughafen Lugano allerdings keine konkrete Verbindung vergeben. Denn inländische Fluglinien sind nicht interessiert. Erst danach könnte gezielt nach einem Anbieter für die Strecke gesucht werden.

Die Strecke zwischen Genf und Lugano hat eine lange Geschichte. Crossair verband die beiden Städte bereits seit den 1980er-Jahren miteinander. Nach der Gründung von Swiss blieb die Verbindung bestehen, verschwand 2003 jedoch aus dem Flugplan. Eine spätere Wiederaufnahme blieb ein Strohfeuer. Wenig später sprang Fly Baboo ein, ehe Darwin Airline die Route 2004 übernahm und mit Saab 2000 in der Regel drei Mal täglich bediente. Später flog sie unter den Marken Etihad Regional und schließlich Adria Airways Switzerland.

Vorwürfe der Politik an Swiss

Ihr Ende verlief nicht geräuschlos. 2015 kehrte Swiss auf die Strecke zurück und trat damit in direkte Konkurrenz zu Darwin. Filippo Lombardi, der in Lugano politisch für den Flughafen zuständig ist, wirft der Lufthansa-Tochter vor, damals mit Tickets ab 40 Franken einen Preiskampf ausgelöst zu haben, mit dem Ziel, die Konkurrenz zu verdrängen - auch auf anderen Strecken. Darwin sei dadurch wirtschaftlich massiv unter Druck geraten.

Swiss stellte ihre denn auch Flüge bereits 2016 wegen hoher Verluste wieder ein. Nachdem Darwin Ende 2017 ihre Betriebsgenehmigung verlor und Skywork ein Jahr später noch vor der geplanten Aufnahme der Strecke in Konkurs ging, verschwand die Verbindung vollständig aus dem Flugplan. Auch die Flüge ab Zürich ersetzte Swiss nur wenige Jahre später durch den Zug.

Bern entscheidet über Kabotageverbot

Ob tatsächlich wieder regelmäßig Linienflugzeuge in Lugano starten und landen, entscheidet sich nun politisch in Bern. Für den Flughafen ginge es dabei um weit mehr als nur eine neue Route. Bis heute gilt die fehlende Direktverbindung als Nachteil für den Wirtschaftsstandort Tessin. Die Reise zwischen Genf und Lugano dauert mit Bahn oder Auto rund fünf Stunden pro Richtung. Das erschwere Geschäftsreisen ebenso wie den Austausch zwischen den Finanz- und Wirtschaftsregionen, argumentieren die Befürworter.

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