Waterside: Der British-Airways-Haupsitz würde der Erweiterung von London Heathrow zum Opfer fallen.

Erweiterung von HeathrowIAG-Chef erfuhr zufällig von Abriss des Hauptsitzes

British Airways ist die größte Airline in London Heathrow. Sollte der Flughafen erweitert werden, fällt aber ausgerechnet ihr Hauptsitz der neuen Piste zum Opfer.

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Willie Walsh ist ohnehin nicht der größte Fan der Erweiterung von London Heathrow. Er fürchtet höhere Kosten für Fluggesellschaften, die sie durch höhere Ticketpreise wieder einspielen müssen. Unter keinen Umständen werde British Airways nach einer Erweiterung neue Inlandstrecken ab Heathrow anbieten, erklärt der Chef der British-Airways-Mutter IAG laut der Zeitung The Guardian zudem jetzt bei einer Konferenz. Auch nicht, wenn der Flughafenchef vor ihm «niederknie und bettelt.» Eine erhöhte Anzahl von Inlandsflügen war von der Regierung als Voraussetzung genannt worden, damit der Bau einer dritten Piste durchgewinkt wird.

Die dritte Piste dürfte Walsh noch aus einem anderen Grund ein Dorn im Auge sein: Ihr Bau hätte zur Folge, dass der Konzernsitz von British Airways und IAG abgerissen werden muss. Doch darüber, so Walsh, habe man sein Unternehmen nicht informiert. «Das erste Mal, dass ich davon erfahren habe, war, als der Bericht der Flughafenkommission zur Erweiterung herauskam und ich auf die Karte schaute und dachte, das ist aber ziemlich nah an Waterside. Dann habe ich gesehen: Es geht genau durch Waterside hindurch.» Waterside heißt das Gebäude in der Kommune Harmondsworth, in dem British Airways und IAG ansässig sind.

Zahlen für den Abriss des eigenen Hauptsitzes

Was Walsh aber richtig wütend macht: «Es kann nicht sein, dass wir am Ende für die Zerstörung unseres eigenen Hauptsitzes zahlen!» Zwar werden die Besitzer der Grundstücke und Häuser, die vom Pistenbau betroffen sind, entschädigt. Sie erhalten sogar 25 Prozent mehr als den Marktpreis. Aber Airlines müssen die Kosten der Erweiterung teilweise mittragen. Und British Airways ist die größte Kundin von Heathrow.

Walsh sieht das alles als weiteren Beweis dafür, dass Heathrow dabei versagt, richtig mit den Fluglinien zu kommunizieren. «Ich glaube nicht, dass sie die Fähigkeiten dazu haben», so der Manager. «Sie mussten nie in die Welt hinrausgehen und Airlines überzeugen, Heathrow zu nutzen. Sie sitzen einfach da, fett, dumm und zufrieden, und warten, dass die Leute kommen und Schlange stehen.»

Heathrow verteidigt sich

London Heathrow weist die Kritik des IAG-Chefs von sich. «British Airways war von Anfang an in den Prozess der Planung mit eingebunden», heißt es vom Flughafen gegenüber dem Guardian. «Dazu gehörte auch die Verlagerung von Waterside und das bereits vor dem Bericht der Flughafenkommission.» Man setze alles daran, das Projekt so günstig wie möglich zu halten und in der Folge auch die Kosten für Airlines so gering wie möglich zu halten.

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