Ausbau in London HeathrowHeathrow spart - IAG trotzdem nicht zufrieden

Der Flughafen London Heathrow hat Vorschläge präsentiert, wie der Ausbau günstiger kommen könnte. Der Chef der größten Kundin IAG wettert trotzdem gegen die Pläne.

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Es ist das perfekte Beispiel dafür, wie man einen Fakt auf unterschiedliche Art und Weise interpretieren kann. Am Montagmorgen (18. Dezember) verschickte der Flughafen London Heathrow eine Pressemitteilung, in der er bekannt gab, man habe Möglichkeiten ausgemacht, 2,5 Milliarden Pfund bei der geplanten Erweiterung einzusparen. Das schaffe man durch verschiedene Verbesserungen, die man «in enger Zusammenarbeit mit den Fluglinien» eruiert habe.

Neu komme man bei der Erweiterung auf einen Betrag von 14 Milliarden Pfund, 2,5 Milliarden weniger als der Regierung 2015 präsentiert wurden. Unter anderem will der Flughafen neue Gebäude über bestehende Infrastruktur bauen – etwa bei Stationen des Öffentlichen Verkehrs oder der Gepäckabfertigung. Dank «technologischen Entwicklungen» wolle man es schaffen, dass für gewisse Prozesse weniger Platz im Terminal gebraucht wird. Viel mehr ins Detail geht der Flughafen allerdings nicht.

«Abzocke»

Ganz so eng kann die Zusammenarbeit mit den Airlines allerdings doch nicht gewesen sein. Denn nur wenige Stunden nach der Heathrow-Meldung folgte eine Pressemitteilung der British-Airways-Muttergesellschaft IAG. Die Regierung solle nun eingreifen und dafür sorgen, dass Heathrow die Passagiere nicht «abzocke», so der erste Satz der Nachricht. Die 14 Milliarden kämen zu ohnehin schon vorausgesagten 17 Milliarden betrieblichen Kosten hinzu. «Die Kunden der Fluglinien müssen als 31 Milliarden finanzieren», heißt es.

Der Konzern kritisiert, Heathrows Berechnungen seien intransparent. «Es ist inakzeptabel, dass ein Monopolist solche Preise verlangen kann, ohne zu erklären, warum», wettert IAG-Chef Willie Walsh. «Die Projektkosten steigen ständig an, ohne dass das irgendwie gerechtfertigt wird. Niemand, der Heathrow nutzt, weiß, wofür er zahlt»

Raucherlounge für eine Million

Als Beispiel nennt IAG in der Mitteilung die Kosten für die Gepäckabfertigung in Terminal 3. Ursprünglich seien sie mit 234 Millionen angekündigt worden, nun liegen sie bei 435 Millionen. «Dazu gehört auch eine Million für einen Raucherraum, ohne zu erklären, was genau das heißt.» Die Regierung, so Walsh, müsse London Heathrow dazu bringen, die Kosten detailliert herunterzubrechen.

Momentan werde der Flughafen sogar ermutigt, «exorbitante Mengen an Geld» auf Kosten der Verbraucher auszugeben. Er sei schon jetzt der teuerste Flughafen Europas. Wolle er nicht obsolet werden, müsse er dringend am Kostenmanagement arbeiten. Details der Sparbemühungen von Heathrow werden am 17. Januar veröffentlicht. Dann wird die Öffentlichkeit die Möglichkeit haben, Feedback zu den Plänen zu geben, heißt es. Ob dann mehr Transparenz herrschen wird? Bei IAG scheint man daran eher zu zweifeln.

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