Ist das Vorfeld eingeschneit? Zieht über dem Flughafen ein Gewitter auf? Gibt es am Check-in aktuell lange Warteschlangen? Startet gerade ein ganz besonderes Flugzeug?
Bilder von Flughafen-Webcams immer leicht zeitverzögert
Der Flughafen Düsseldorf hat fünf Webcams, die Bewegtbilder aus verschiedenen Bereichen liefern: Die Kameras «Flugzeugabfertigung» und «Flugbetrieb» zeigen Parkpositionen an den Gates, die Kameras «Vorfeld» und «Rollweg» lassen teilweise auch erkennen, was dahinter auf der Piste geschieht. Normalerweise gibt es außerdem eine Webcam im Terminal, die wegen Baumaßnahmen aktuell aber nicht zur Verfügung steht. «Aus Datenschutzgründen wurde die Webcam zuletzt auch nur noch in einer reduzierten, unscharfen Bildqualität angezeigt», erklärt der Flughafen. Er verspricht, man werde bald «einen neuen Standort für die Kamera auswählen, der wieder interessante Einblicke ins Terminal ermöglicht».
Bilder von Flughafen-Webcams sind leicht zeitversetzt - in Düsseldorf sieben bis zwölf Minuten. «Wir brauchen diesen geringen Zeitversatz zu den Live-Daten, um die Übertragung stoppen zu können, wenn wir das möchten, wollen aber trotzdem attraktiv für die Zuschauer bleiben», erklärte der Zuständige für die Kameras, Thomas Clauberg, vor einigen Jahren.
Flughafen Zürich setzt die Messlatte in Sachen Webcams
Übertroffen wird das Düsseldorfer Angebot nochmals deutlich vom Flughafen Zürich. Der größte Schweizer Airport bietet sechs Webcams. Die Kamera «Werft» zeigt etwa das Geschehen am Hangar, bei der Schallschutzhalle und die Starts auf Piste 16. Dank der Webcam «Operation Center» sind die Anflüge auf Piste 28 zu sehen. Diese beiden und drei weitere Kameras liefern Bewegtbilder, die sechste zeigt Standbilder.
Der Clou: Die Kameras lassen sich von Nutzerinnen und Nutzern steuern. Man kann wählen zwischen vordefinierten Positionen, kann zoomen und schwenken. Wenn jemand anderes die Kamera steuert, muss man sich in der Warteschlange einreihen - oder einfach zuschauen.
Welche Flughäfen sich ebenfalls von zu Hause anschauen lassen
Auch wenn mit dem Angebot aus Zürich niemand mithält, gibt es im deutschsprachigen Raum etliche weitere Flughäfen mit Webcams. Paderborn/Lippstadt hat eine Kamera, die das Vorfeld in Standbildern zeigt. Auch der Flughafen Dortmund bietet etwas: «Zwei Webcams – mit Blick in östlicher und westlicher Richtung – zeigen Ihnen aus nächster Nähe ankommende wie auch abfliegende Flugzeuge und deren Abfertigung an den Positionen 0 bis 12», so der Flughafen. Wegen technischer Probleme fallen die Kameras derzeit aber aus.
360-Grad-Panorama-Kameras in Österreich sehr beliebt
Die Flughäfen Bern, Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien haben jeweils eine 360-Grad-Panorama-Kamera (Standbild). Das kann auch mal zu lustigen Anblicken führen, wie hier in Graz:
Screenshot graz-airport.at
Der Flughafen Linz verfügt über zwei Webcams: Blick aufs Vorfeld und Blick aufs Rollfeld. Es handelt sich um Standbilder, dazu gibt es aber noch Zeitraffer der letzten 24 Stunden.
Flughafen München darf keine Webcams haben
Die beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München haben dagegen keine Webcams. Ein Sprecher des Flughafens Frankfurt verweist auf Anfrage von aeroTELEGRAPH auf hohe Hürden bei der Bewilligung, gerade aus Datenschutzsicht.
Der Airport München äußert sich auf seiner Webseite unter der Überschrift «Warum gibt es am Flughafen München keine Webcam?» Die Antwort: «Die für den Flughafen München zuständige Aufsichtsbehörde, das Luftamt Südbayern, untersagt, den Flughafen mit Webcams auszustatten.» Nach Ansicht der Sicherheitsbehörde sei damit Gefährdungspotenziale bei einem internationalen Verkehrsflughafen verbunden. «Auch die Hinweise auf Webcams bei anderen Flughäfen haben an dieser Haltung nichts geändert.»
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