Lufthansa-Flugzeug: Holen sie bald Reisende aus Riyadh und Muscat ab.

Gespräche mit Lufthansa und TuiDeutschland will bestimmte Reisende aus dem Nahen Osten ausfliegen lassen

Im Nahen Osten sitzen viele Tausend Reisende fest, auch aus Deutschland. Kinder, Kranke und Schwangere will die Bundesregierung nun mit Flugzeugen ausfliegen lassen. Auch in anderen Ländern laufen Vorbereitungen für Evakuierungsflüge.

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Die Lufträume über dem Nahen Osten sind aufgrund des Iran-Kriegs geschlossen. Betroffen sind auch die großen Drehkreuze in Dubai, Abu Dhabi und Doha, die damit als zentrale Knotenpunkte des globalen Luftverkehrs ausfallen. Laut unterschiedlichen Angaben sind alleine am Sonntag (1. März) zwischen 3400 und fast 4000 Flüge aufgefallen.

Die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten schätzten die Zahl derjenigen, die aufgrund geschlossener Flughäfen und ausgefallener Flüge festsitzen, auf mehr als 20.000.

Zuerst sah es nicht nach einer deutschen Rückholaktion aus

Laut dem deutschen Auswärtigen Amt haben sich bis zum Morgen des 2. März etwa 10.000 Personen in der Krisenvorsorgeliste registriert - das beinhaltete aber auch Deutsche, die sich dort dauerhaft aufhalten, nicht nur Touristinnen und Touristen. Der Deutsche Reiseverband spricht von insgesamt rund 30.000 Deutschen, die derzeit betroffen sind - sie sind entweder gerade in der Region, oder ihre Flüge sollten über die dortigen Drehkreuze führen.

Noch am Montagmorgen (2. Februar) sah es so aus, als würde Deutschland keine Rückholaktion mit Flügen organisieren. Das hatte Außenminister Johann ⁠Wadephul bereits am Wochenende gesagt. Am Montagmittag dann jedoch der Kurswechsel: Wadephul kündigte an, Flugzeuge nach Riyadh in Saudi-Arabien und Muscat im Oman zu schicken, um vulnerable Gruppen wie Kinder, Kranke und Schwangere abzuholen.

Minister Wadephul sprach mit Lufthansa-Chef Spohr

Er habe mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprochen und die Fluggesellschaft habe grundsätzlich Kapazitäten, sagte der Minister. Ebenso sei man mit Tui und dem Deutschen Reiseverband in Kontakt. «Wir werden so schnell wie möglich für besonders vulnerable Gruppen Maschinen der Luftfahrtindustrie nach Riyadh und Muscat schicken», sagte Wadephul. Die Details der Rückholaktion werden nun ausgearbeitet. Zudem entsendet der das Außenministerium Krisenunterstützungsteam nach Muscat, Doha und Dubai.

Von Dubai aus ist Riyadh mit dem Auto in rund elf Stunden zu erreichen, Muscat in fünf Stunden. Auch aeroTELEGRAPH erhielt schon Berichte aus Dubai von Menschen, die per Bus oder Mietwagen auf diesen Wegen über Land ausreisen, um dort einen Flug zu nehmen.

Österreich unterstützte bereits Ausweisen in den Oman

In der Schweiz teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit, dass rund 4000 reisende Schweizerinnen und Schweizer aktuell im Nahen Osten festsitzen. Laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk RSI arbeitet das EDA zusammen mit der Lufthansa-Tochter Swiss an Sonderflügen in den kommenden Tagen.

Laut dem österreichischen Außenministerium sind aktuell «rund 17.700 österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie Angehörige im Krisengebiet registriert, darunter rund 2600 Reisende». Davon würden sich etwa 1700 Reisende in den Vereinigten Arabischen Emiraten befinden. Man habe bereits 70 vulnerable Österreicherinnen und Österreicher bei der Ausreise in den Oman unterstützen können. Eine weitere unterstützte Ausreise von fünf Personen sei aus Israel über Jordanien erfolgt.

So sehen die Planungen in Großbritannien und Tschechien aus

«Zudem führt die österreichische Botschaft in Abu Dhabi aktuell eine Bedarfserhebung durch, ob reiseregistrierte Österreicherinnen und Österreicher nach Saudi-Arabien ausreisen möchten», heißt es. Parallel dazu arbeitet das Außenministerium an Vorbereitungen, um die Rückkehr gestrandeter österreichischer Staatsbürger und Staatsbürgerinnen zu ermöglichen.

In Großbritannien sind in der Krisenvorsorgeliste schon rund 94.000 Menschen registriert. Die Regierung arbeitet an Notfallplänen für eine Massenevakuierung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Kuwait und Katar. Betroffene Reisende sollen auf dem Landweg nach Saudi-Arabien gebracht und von dort in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Koordiniert wird der Plan vom britischen Außenministerium.

Auch Thailand plant Sonderflüge zur Evakuierung

Auch Tschechien plant, die rund 6500 registrierten Tschechinnen und Tschechen nach Hause zu holen, berichtet Radio Prag. Ministerpräsident Andrej Babiš erklärte am Montag nach Gesprächen des Nationalen Sicherheitsrats, zwei Airbus A320 in die Region zu schicken. Ein Airbus hat das Ziel Sharm El Sheikh in Ägypten. Das zweite Flugzeug soll in der jordanischen Hauptstadt Amman tschechische Bürger abholen, die Israel auf dem Landweg verlassen.

Thailand plant die Evakuierung seiner Staatsbürger aus dem Nahen Osten mit Militär- oder Charterflügen, wie Premierminister Anutin Charnvirakul erklärte. Die thailändische Luftwaffe soll die Flüge durchführen. Priorität hätten zunächst die nur etwa 250 Thailänder im Iran, berichtet die Zeitung The Straits Times. In Israel leben dagegen laut den Angaben rund 65.000 Thailänderinnen und Thailänder, in der gesamt Region sogar etwa 110.000.

Australien plant derzeit keine Rückholflüge

Die australische Außenministerin Penny Wong spricht von rund 115.000 australischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern in der Region. Spezielle Flüge sind laut der Ministerin derzeit aber nicht geplant, um Australierinnen und Australier zu evakuieren.

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