Wegen Militärschlägen Israels und der USA auf Ziele im Iran am Samstagmorgen (28. Februar) haben Israel und Iran ihre Lufträume weitgehend geschlossen. Israel sprach von präventiven Angriffen, es gab Berichte über Explosionen in Teheran und anderen Städten.
Auch über dem Irak gab es direkt massive Einschränkungen: Flugzeuge verließen den irakischen Luftraum oder kreisten vor dem Einflug. Eine offizielle Notam-Veröffentlichung lag zunächst nicht vor. Solche Maßnahmen sind aber bei militärischen Konflikten üblich. Gegen 08:15 Uhr war der Luftraum über Iran, Irak, Jordanien und Israel weitgehend leer, nur wenige Flugzeuge befanden sich noch im Anflug oder wichen auf alternative Routen aus.
Iran reagiert mit Gegenangriffen
Um kurz nach 9 Uhr meldete das israelische Militär IDF, nun seien auch auch Raketen aus dem Iran auf Israel abgefeuert worden. Ebenfalls um kurz nach 9 Uhr wurde bekannt, dass auch die Lufträume über Doha und Bahrain nun geschlossen sind. Später folgte Kuwait.
Die Nachrichtenagentur AFP berichtete später, es habe Explosionen in der Nähe eines US-Stützpunktes in Bahrain gegeben. Die Huthi-Miliz im Jemen kündigte gegenüber der Agentur AP neue Attacken auf den Schiffsverkehr sowie auf Israel an, um den Iran zu unterstützen.
Condor-Flug von Stuttgart nach Dubai kehrt um
In Düsseldorf gestartete Flüge von Eurowings nach Dubai, von Qatar Airways nach Doha sowie von Etihad nach Abu Dhabi kehrten alle um und flogen zurück nach Düsseldorf. Gegen 10:15 Uhr kehrte Condor-Flug DE2546 von Stuttgart nach Dubai um, als er sich über dem Kosovo befand. Condor bestätigt, dass der Flug vorsorglich nach Stuttgart zurückkehrt.
Eine Sprecherin der Airline erklärte: «Wegen der aktuellen Sicherheitslage im Nahen Osten und den damit verbundenen Auswirkungen auf verschiedene Lufträume, wurde vorsorglich entschieden, Flüge zwischen Berlin und Dubai bis einschließlich Sonntag, den 1. März 2026 und Flüge zwischen Stuttgart und Dubai bis einschließlich 2. März 2026 auszusetzen.» Condor-Flüge von und nach Sulaymaniyah fänden bis einschließlich 3. März nicht statt.
Lufthansa Group streicht Flüge nach Nahost
Die Fluglinien von Lufthansa Group haben zahlreiche Verbindungen länger gestrichen. Sie werden ihre Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil und Teheran bis einschließlich 7. März aussetzen. «Ebenfalls bis einschließlich 7. März werden zusätzlich folgende Lufträume nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Qatar und Iran», so die Gruppe.
Zusätzlich werden die Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi, Riyadh und Dammam bis einschließlich 1. März aussetzen.
Aeroflot will weiter nach Teheran fliegen
Der ungarische Billigflieger Wizz Air teilte mit, «dass die Fluggesellschaft aufgrund der jüngsten Eskalation der Sicherheitslage im Iran alle Flüge von und nach Israel, Dubai, Abu Dhabi und Amman mit sofortiger Wirkung bis einschließlich 7. März aussetzt». Bulgaria Air hat alle Flüge von und nach Tel Aviv bis zum 2. März 2026 gestrichen.
Qatar Airways stoppt Betrieb, Aeroflot will weiter nach Teheran
Qatar Airways gab um kurz nach 11 Uhr die vorübergehende Einstellung ihrer Flüge von und nach Doha aufgrund der Sperrung des katarischen Luftraums bekannt. Am frühen Nachmittag teilte die Fluglinie mit, dass dies bis Mitternacht (koordinierte Weltzeit, UTC) so bleiben wird.
Auch die Luftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate ordnete eine vorübergehende, teilweise Schließung des nationalen Luftraums an. Dubais Flughafenbetreiberin Dubai Airport teilte dann mit, dass der gesamte Flugbetrieb am Dubai International Airport (DXB) und am Flughafen Dubai World Central (DWC) bis auf Weiteres eingestellt ist. Passagiere werden gebeten, nicht zum Flughafen zu reisen. Die heimische Fluggesellschaft Emirates bestätigte, «dass sie den Flugbetrieb von und nach Dubai vorübergehend eingestellt» hat.
Welchen Orten der iranische Gegenangriff golt
Gegen Mittag stand fest: Der iranische Gegenangriff konzentrierte sich neben Israel auf US-Stützpunkte - in Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. Zudem gibt es Berichte, dass auch Stützpunkte im Irak attackiert worden sein sollen.
Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.
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