Airbus A321 LR von Etihad, Mitte Februar am Flughafen Düsseldorf: Aktuell nicht mehr dort zu sehen.

Emirates, Etihad, Qatar AirwaysIran-Krieg kostet Flughafen Düsseldorf 100.000 Fluggäste pro Monat

Der Flughafen Düsseldorf hat normalerweise ein starkes Angebot nach Nahost - doch der Iran-Krieg reist derzeit Lücken in den Flugplan. Chef Lars Redeligx erklärt, warum er dennoch optimistisch auf das Jahr 2026 blickt - und welche indischen Fluggesellschaften sich für Düsseldorf interessieren.

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Normalerweise steuern mit Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways alle drei großen Golfairlines den Flughafen Düsseldorf an. Doch aufgrund des Iran-Krieges ist der größte Flughafen von Nordrhein-Westfalen aktuell nicht mit Doha und Abu Dhabi verbunden. Lediglich Emirates bietet wieder einen Flug pro Tag nach Dubai an, anstatt der sonst üblichen zwei. Und auch Eurowings hat ihre Dubai-Flüge ab Düsseldorf mit Kriegsbeginn eingestellt.

Die Folge: «Es sind ungefähr 5 Prozent unserer Gäste, die uns seit Beginn dieses Konfliktes fehlen», sagte Lars Redeligx, Chef des Flughafens Düsseldorf, am Donnerstag (19. März) bei der Präsentation der Jahreszahlen. Zu Beginn des Krieges seien auch weitere Verbindungen in den Nahen Osten ausgefallen, etwa nach Jordanien und in den Libanon, mittlerweile würden diese Flüge aber wieder durchgeführt, erklärte der Airport-Chef.

Düsseldorf fürchtet um rund 100.000 Fluggäste pro Monat

Gehe der Krieg weiter, würde das für den Flughafen einen Verlust von «grob 100.000 Gästen pro Monat» bedeuten, beziffert Redeligx seine Schätzung. Daher gelte: «Wir hoffen, dass die Verkehre schnellstmöglich wieder stattfinden können.» Natürlich fühle man an erster Stelle auch mit den Menschen vor Ort und hoffe auch daher auf ein Ende des Krieges.

Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen Düsseldorf 21 Millionen Reisende und damit rund eine Million mehr als im Vorjahr. Ein ähnliches Wachstum erhoffe man sich auch für 2026, so Redeligx. Reduzieren will er diese Prognose aufgrund des Iran-Krieges noch nicht. Unter anderem, weil Reisende auf andere Ziele und Routen ausweichen würden.

Alternative: «Gestiegene Nachfrage in den Mittelmeerraum»

«Wir hören von Fluggesellschaften, dass es eine gestiegene Nachfrage nach Urlaubsflügen in den Mittelmeerraum gibt», sagte der Airport-Chef. «Möglicherweise wird da nochmal mehr Kapazität im Sommer eingesetzt.» Für Langstreckenflüge nach Asien sehe man derweil Verschiebungen hin zu Routen über andere Drehkreuze wie Frankfurt, München oder Istanbul. Eine Belastung für alle in der Branche sei derweil der Anstieg der Treibstoffpreise.

Und wenn der Krieg endet? Wollen die Menschen dann wieder nach Dubai und Abu Dhabi reisen? «Man kann davon ausgehen, dass die Vereinigten Arabischen Emirate alles dafür tun werden, das Geschäft wieder anzukurbeln», prognostizierte Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Leiter des Flughafens Düsseldorf. Denn der Tourismus, aber auch die Luftfracht machten einen substanziellen Teil des dortigen Bruttoinlandsprodukts aus.

Düsseldorf hofft auf Umsteiger, aber auch auf indische Airlines

Zudem steigen laut Airport-Chef Redeligx die meisten Fluggäste in Richtung Dubai, Abu Dhabi und Doha an diesen Drehkreuzen um. «Und die Umsteiger machen sich keine Gedanken über eine Aufenthaltsqualität am Golf», so der Düsseldorfer Flughafenchef.

Unterdessen wünscht sich der Flughafen auch wieder direkte Verbindungen in die USA und nach Asien. Der Airbus A321 XLR eröffne dafür neue Chancen und man sei «mit mehreren Airlines in sehr guten Gesprächen», so Redeligx. Namentlich nennt er nach einer Reise einer Düsseldorfer Wirtschaftsdelegation nach Indien zu Jahresbeginn zwei Fluggesellschaften: «Air India und Indigo haben großes Interesse am Flughafen Düsseldorf bekundet.»

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