Fluggesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben nahezu alle regulären Linienflüge in den Nahen Osten gestrichen. Und auch die in der Region beheimateten Golfairlines Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways hatten und haben ihren Flugbetrieb komplett eingestellt. Mittlerweile führen zumindest Emirates und Etihad wieder eine begrenzte Anzahl an Flügen durch.
Regierungen und Reiseveranstalter legen Sonderflüge auf
Um Menschen nach Hause zu holen, organisieren Regierungen Rückholflüge. Reiseveranstalter und einige Airlines haben Sonderflüge aufgelegt, um Betroffene in ihre Heimat zu bringen. Die dritte Option sind reguläre Linienflüge, die jedoch nur langsam wieder anlaufen. aeroTELEGRAPH hat eine Übersicht erstellt, welche Flüge bereits durchgeführt wurden und welche weiteren geplant sind.
Die Schweizer Regierung wird keine speziellen Flüge zur Ausreise von Schweizer Staatsangehörigen aus der Region organisieren. Marianne Jenni, Leiterin der Konsularabteilung, betonte in einem Interview mit dem Radiosender RTS, dass der Bund nur subsidiär eingreift. Jede im Ausland befindliche Person trage die Eigenverantwortung für ihre Rückreise. Gestrandete Schweizer Reisende müssen sich an kommerzielle Fluggesellschaften wenden. Swiss führte am 5. März einen ersten Sonderflug von Muscat nach Zürich durch: Ein Airbus A340 brachte 211 Personen nach Zürich.
Österreich bietet drei Sonderflüge, Deutschland vier
Österreich reagierte anders: Die Regierung organisierte bisher drei Sonderflüge aus der Region. Am Mittwochabend, dem 4. März, begrüßte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger die 151 Heimkehrenden des ersten Rückholflugs persönlich in Wien. Der Flug der ägyptischen Sky Vision Airlines führte von Muscat über Kairo nach Wien. Einen Tag später flog Austrian Airlines im Auftrag der Bundesregierung mit einem Airbus A320 Neo von Muscat und einer Boeing 777-200 aus Riad nach Wien.
Reiseveranstalter legen Sonderflüge auf
Skyup und Smartwings landen in Nürnberg
Zwei weitere Sonderflüge von Reiseveranstaltern landen am Samstag (7. März) am Flughafen Nürnberg, teilt der fränkische Airport auf Anfrage von aeroTELEGRAPH mit. Ein Flug wird mit einer Boeing 737-800 von Smartwings aus Ras al-Khaimah durchgeführt. Der zweite Flug kommt aus Muscat. Durchgeführt wird der Sonderflug mit einer Boeing 737-800 von Skyup Airlines.
Qatar Airways hatte einen Sonderflug nach Berlin aufgelegt. Um 21:47 Uhr landete am 5. März eine Boeing 777 von Qatar Airways am Berliner Hauptstadtflughafen BER. Der Flug QR7432 startete nicht in Doha, da der Luftraum Katars weiterhin geschlossen ist, sondern in Muscat. Laut Angaben der Airline ist ein zweiter Sonderflug von Riyadh nach Frankfurt geplant. Oman Air hatte bereits einen Tag vorher mit einer Boeing 737 einen Sonderflug nach München durchgeführt, teilte der Flughafen auf Anfrage mit.
Emirates hat bisher 14 Flüge nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz geschickt
Gleichzeitig haben Emirates und Etihad wieder angefangen, Flüge durchzuführen, allerdings in deutlich kleinerem Umfang als üblich. Emirates kommt auf ungefähr ein Viertel des üblichen Flugplans. Insgesamt landeten bisher 14 reguläre Emirates-Flüge seit Montag (2. März) in der Dach-Region: Elf Flüge davon gingen nach Deutschland und zwei nach Österreich. Emirates hat Zürich bisher einmal angeflogen, so der Schweizer Airport auf Anfrage.
Die Airline teilt gegenüber aeroTELEGRAPH mit, dass für Samstag sieben Flüge nach Deutschland geplant sind: drei Flüge nach Frankfurt, zwei nach München und jeweils ein Flug nach Hamburg und Düsseldorf. «Bis auf Genf wird im DACH-Bereich aktuell jedes Emirates-Gateway bedient», so ein Sprecher. Am Flughafen Salzburg landete am 5. März eine Boeing 737 Max 8 aus Dubai – laut Angaben eines Flughafen-Sprechers handelte es sich dabei um einen regulären Linienflug.
Etihad fliegt nur nach Frankfurt und Zürich
Etihad will die Flüge nach Deutschland schrittweise wieder aufnehmen. Die Golf-Airline teilt mit, dass sie vom 6. bis 19. März 2026 in der DACH-Region vorerst nur Frankfurt und Zürich regelmäßig anfliegen. Der bisher einzige Flug nach Zürich hat am 3. März mit einer Boeing 787-9 stattgefunden, teilte der Flughafen Zürich mit. Auch Oman Air fliegt Frankfurt, München und Zürich an. Auch Lufthansa führt reguläre Flüge nach Riyadh durch, allerdings musste der Flug am 6. März abgebrochen werden. Seit Kriegsausbruch hat der Flug am 3. und 5. März stattgefunden.
Grundsätzlich ist die Lage sehr volatil. Sowohl die Airline als auch die Flughäfen weisen darauf hin, dass sich die Situation kurzfristig ändern kann und es weiterhin zu Flugstreichungen kommen kann. Die Airlines bewerten die Sicherheitslage fortlaufend, stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und den Flugsicherungen und passen ihre Flugpläne entsprechend an.
Fundierte Recherchen, Einordnung und Unabhängigkeit: Unsere Fachredaktion kennt die Luftfahrt aus Interviews, Daten und Recherchen vor Ort. Für den Preis eines Kaffees im Monat unterstützen Sie diese Arbeit und lesen aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Ihre Unterstützung macht den Unterschied.Jetzt hier klicken und abonnieren