Davis AerodromeAustralien treibt Bau des ersten Antarktis-Flughafens voran

Die Antarktis bekommt die erste asphaltierte und ganzjährig benutzbare Landebahn. Australien sucht nun Unternehmen, die das Davis Aerodrome bauen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Im antarktischen Eis haben vor Weihnachten Experten ihre Arbeit aufgenommen. Sie präparieren für das Australian Antarctic Program nahe der Forschungsstation Casey wie jedes Jahr eine dreieinhalb Kilometer lange Eispiste, auf der auch große Flugzeuge landen können. In der Nähe der Forschungsstation Davis bauen sie eine zwei Kilometer lange Piste, auf der mit Skiern ausgerüstete kleinere Flieger wie etwa De Havilland DHC-6 Twin Otter landen können.

Die beiden australischen Landebahnen in der Antarktis haben – wie die aller anderen Nationen auch – eines gemeinsam: Sie sind nur im antarktischen Sommer benutzbar, also etwa von September bis März. Das will die australische Regierung ändern. Vor vier Jahren beschloss sie, die Infrastruktur zu verbessern. Und zwei Jahre danach gab sie bekannt: Teil des Programms ist der Bau der ersten asphaltierten Landebahn auf dem Südkontinent der Erde.

Mildes, beständiges Wetter

Nun wird das Projekt Davis Aerodrome konkret. Die Regierung in Canberra hat im Dezember eine Ausschreibung gestartet. Bis zum 9. Februar können sich interessierte Unternehmen melden, die den neuen ganzjährigen Antarktis-Flughafen Australiens bauen wollen. Voraussetzung für die Erteilung des Auftrages ist jedoch eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung, so die Regierung.

Das Davis Aerodrome soll auf einem Gebiet mit abgerundeten felsigen Hügeln entstehen, die überwiegend eisfrei sind. Vestfoldberge nennt sich der Ort. Er wurde gewählt, weil das Wetter hier beständig und das Klima milde ist. Zudem liegt er an einer Küste, die im Sommer eisfrei ist.

Gebaut aus australischen Betonquadern

Der neue Flughafen würde etwa eine Fläche von zwei Quadratkilometern einnehmen. Seine Piste ist mit 2700 Metern Länge geplant und wird eine Befeuerung bekommen. So sollen auch große Flugzeuge wie Boeing 787 und Airbus A330 hier landen können. Ebenso geplant sind ein Rollweg, ein Vorfeld sowie ein Kontrollturm, ein Feuerwehr- und Rettungsdienstgebäude. Die Forschungsstation Davis wird über eine 4,5 Kilometer lange Straße mit dem Flughafen verbunden.

Der Bau ist eine logistische Herkulesaufgabe. Die Start- und Landebahn würde aus vorgefertigten Betonsteinen gebaut, die in Australien hergestellt und vor Ort eingebaut würden. Für das Vorfeld, die Rollbahn und die Start- und Landebahn werden rund 11.500 solche Quader mit einem Gewicht von je zehn Tonnen benötigt. Sie würden per Lastkahn transportiert, auf Anhängern zum Flugplatzgelände gebracht und dann mit einem Kran an Ort und Stelle verlegt und eingegossen.

Bauzeit von sieben Jahren

Um das Material an Ort und Stelle zu bringen, braucht Australien zusätzliche Eisbrecher und Lastkähne. Zudem muss vor Ort ein Dorf für die 130 Arbeiter, die jeweils in den antarktischen Sommermonaten arbeiten, gebaut werden, sowie unterstützende Gebäude wie Tanklager, Sprengstoffdepots oder Werkstätten.

Sieben Jahre lang soll der Bau dauern. Danach wird die Bauinfrastruktur wieder abgebaut. Zurück bleibt der erste richtige Flughafen der Antarktis. Die bisherigen Landebahnen sind alle nicht befestigt. Manchmal ist ihre Unterlage festgedrückter Schnee, manchmal blankes Eis, manchmal lose Erde, manchmal Schotter.

In der oben stehenden Bildergalerie mit Video sehen Sie einige Aufnahmen von Flugfeldern in der Antarktis.

Mehr zum Thema

C-17 der Royal Australian Air Force:
Australien besitzt derzeit eine nur im Sommer bestehende Eispiste beim Wilkins Aerodrome. Für Flüge zu anderen Stationen und Feldstandorten werdenDHC-6 Twin Otter oder Basler BT-67 eingesetzt, die auf speziell präparierten Pisten landen können.

Antarktis bekommt erste asphaltierte Landebahn

Airbus A319 ACJ auf dem Phoenix Airfield der McMurdo-Station: Antarktisflug.

A319 fliegt Rettungsmission in der Antarktis

Wilkins-Schelfeis in der Antarktis: 19 Flüge über den weißen Kontinent.

Unterbeschäftigte Dreamliner kurven über Antarktis

Ein Airbus A320 von Jetstar (hier ein Archivbild eines anderen Exemplars): Solch ein Flieger war am 9. August in den Vorfall verwickelt.

Zwei Beinahe-Kollisionen setzen Flugsicherung in Sydney unter Druck - Chef muss zum Rapport

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier