Obdachloser am Flughafen (Symbolbild): Das Terminal bietet Schutz.

ObdachloseAm Morgen lag ein Toter im Terminal 4 von Madrid

Jede Nacht schlafen bis zu 400 Obdachlose in den Terminals des Flughafens Madrid. Tendenz steigend. Die Behörden streiten, wer zuständig ist - und nichts passiert. Nun führt die Betreiberin eine Zutrittskontrolle ein. Doch auch das hat Kehrseiten.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Flughäfen ziehen Obdachlose an. Denn es gibt Läden und öffentliche Toiletten, es ist geheizt und es ist immer viel los. Und es gibt viele versteckte Ecken, Eingänge, Treppen und Parkhäuser, wo man unerkannt und in Ruhe schlafen kann.

Das ist auch am Flughafen Madrid der Fall. Tag für Tag nächtigen zwischen 300 und 400 Menschen dort. Tendenz steigend. Unter diesen Männern und Frauen befinden sich laut der Zeitung El Pais mitunter Kranke, Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und Süchtige. Bilder zeigen Personen, die in Schlafsäcken am Check-in nächtigen, unter Schaltern schlafen oder einfach neben vollgepackten Gepäckwagen sitzend dösen.

Obdachlose schaden laut Bürgermeister dem Image Madrids

Dabei kommt es mitunter zu tragischen Ereignissen. Vor einigen Wochen wurde ein Obdachloser tot vor einem Café in Terminal 4 aufgefunden. Die Polizei entdeckte den Mann gegen 8 Uhr morgens. Er war zu diesem Zeitpunkt schon seit Stunden tot. Ein Sicherheitsproblem stellen die Flughafenstreicher kaum dar, wie viele betonen. Die Gewerkschaft der Angestellten des Flughafens sieht das aber anders: Es komme zu Aggressionen, Drohungen und Raub.

Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida sagte dr Zeitung ABC zudem, der Flughafen sei das internationale Eingangstor zur Stadt und die Situation mit so vielen Obdachlosen schade dem Image der Stadt erheblich. Es müsse deshalb etwas geschehen.

Stadt Madrid sieht sich nicht in der Pflicht

Doch bisher passierte wenig. Denn niemand will zuständig sein. Die Stadt Madrid fordert ein gemeinsames Handeln aller Verwaltungsstellen. Statt jedoch die Region Madrid oder Nachbarstädte wie Alcorcón, Móstoles oder Majadahonda einzubeziehen, sieht sie ausschließlich die Zentralregierung in der Verantwortung.

Die Zentralregierung wiederum sieht es genau umgekehrt. Und so geschieht nichts. Flughafenbetreiberin Aena sieht ebenfalls die Stadt in der Pflicht. In einem zehnseitigen Schreiben wirft sie ihr gemäß El Pais eine «starre» Haltung vor. Sie wolle nur jene Personen versorgen, die einen Bezug zu Madrid hätten – also dort gemeldet seien oder bereits früher durch Sozialdienste betreut wurden. Damit würde jedoch ein erheblicher Teil der Randständigen von der Hilfe ausgeschlossen.

Flughafen Frankfurt schuf Streetworker-Stelle

Flughafenbetreiberin Aena hat nun abends Kontrollen an den Eingängen zu den Terminals des Aeropuerto Adolfo Suárez Madrid-Barajas eingeführt. Dann werden nur noch Menschen hineingelassen, die eine Bordkarte haben oder am Flughafen arbeiten. Das hat aber auch Kehrseiten: Reisenden könnten in der Hochsaison Schlangen vor den Terminals drohen. Und die Obdachlosen stehen nun ohne Schlafstätte da.

Madrid ist mit der Herausforderung nicht alleine. Beispielsweise leben auch am Flughafen Frankfurt rund 200 Obdachlose. Er investierte deshalb in eine zweite Streetworker-Stelle, die sich um diese Menschen kümmert.

Mehr zum Thema

ticker-madrid-barajas-mad

Start- und Landebahn in Madrid wird ein Jahr lang modernisiert

ticker-madrid-barajas-mad

Flughafen Madrid steigert sich auf 68 Millionen Passagiere

Ciudad Iberia: So stellt sich Iberia ihren neuen Technologiepark vor.

Iberia setzt auf Madrid und nur auf Madrid

A330-200 von Iberia:  Die Airline startet ab Herbst einen Nachtflug nach Dallas.

Iberia startet ersten Nachtflug über den Nordatlantik

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack