Revolut ist 2015 mit dem Anspruch gestartet, das verstaubte Image traditioneller Banken ziu brechen. Inzwischen ist die Nobank aber selbst groß. Und sie tit Dinge, die früher nur andere Geldhäsuer getan haben. So wagt sie nunden Sprung aus der App in den Flughafen. 2027 eröffnet Revolut am Flughafen Kopenhagen die erste eigene Markenlounge.
Das soll erst der Anfang sein. Das britische Unternehmen will sie als Vorbild für ein grösseres europäisches Netzwerk nutzen. Hadi Nasrallah, bei Revolut für Neue Geschäftsbereiche verantwortlich, kündigte die Lounge als neues Projekt des Unternehmens an und stellte bereits weitere Standorte in Aussicht. Welche Flughäfen folgen könnten, verriet er allerdings noch nicht.
Vom Lounge-Pass zur eigenen Lounge
Für Kopenhagen hat Revolut eine Vereinbarung mit dem Flughafen geschlossen. Nach Angaben der Neobanksoll dort die grösste sogenannte Common-use-Lounge im Schengen-Raum entstehen – also eine Lounge, die nicht einer einzelnen Fluggesellschaft vorbehalten ist. Betrieben und mitentwickelt wird sie gemeinsam mit Plaza Premium Group, einem international tätigen Lounge-Betreiber. Wie groß die Lounge wird, wie viele Reisende sie aufnehmen kann und wie sie ausgestattet sein wird, ist bislang ebenso offen wie der genaue Eröffnungstermin innerhalb des Jahres 2027.
Ganz neu ist das Geschäft mit Flughafenlounges für Revolut nicht. Kundinnen und Kunden können bereits heute über die Revolut-App Zugänge zu mehr als 1600 Lounges weltweit buchen. Beim teuersten Abo Ultra ist der Loungezugang für den Kontoinhaber derzeit unbegrenzt enthalten, während bei anderen Abo-Stufen je nach Tarif vergünstigte oder regulär bezahlte Eintritte erhalten.
Eigene Lounges als logischer Schritt für Revolut
Mit den eigenen Revolut Lounges geht das Unternehmen nun jedoch einen entscheidenden Schritt weiter: Statt lediglich Zugänge zu bestehenden Einrichtungen zu vermitteln, wird künftig auch das Erlebnis vor Ort unter der eigenen Marke stattfinden. Aus dem digitalen Vermittler wird damit auch ein Anbieter am Flughafen.
Revolut macht dabei keinen Hehl daraus, dass man mit dem bisherigen Angebot vieler Flughafenlounges unzufrieden ist. Nasrallah erklärt, Lounges würden Reisende häufig enttäuschen. Revolut wolle deshalb seine eigene Designsprache in die reale Welt übertragen und etwas schaffen, das auffalle. Kopenhagen sei dafür auch wegen der Bedeutung Skandinaviens als Wachstumsmarkt gewählt worden. Revolut zählt nach eigenen Angaben bereits mehr als zwei Millionen Kundinnen und Kunden in den nordischen Ländern und erwartet bis zur Eröffnung rund 500.000 Kunden allein in Dänemark.
Über viele Detaisl schweigt sich Revolut noch aus
Noch bleibt allerdings eine entscheidende Frage unbeantwortet: Wer darf die neuen Lounges tatsächlich nutzen? Revolut hat bislang weder bekanntgegeben, welche Abonnements Zugang erhalten werden, noch ob Ultra-Kundschaft automatisch oder unbegrenzt eintreten können. Ebenso fehlen Informationen zu Gästepreisen und einem möglichen Zugang für Reisende ohne Revolut-Konto.
Die Richtung ist dagegen klar: Aus einem digitalen Reisevorteil soll ein physisches Produkt werden. Revolut will damit nicht mehr nur auf dem Smartphone seiner reisenden Kunden präsent sein, sondern auch am Flughafen selbst. Ob daraus tatsächlich ein europäisches Lounge-Netzwerk mit eigener Handschrift entsteht, muss sich erst zeigen.
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