Kontrollen am Flughafen Frankfurt: Bei US-Flügen gibt es weitere Checks am Gate.

Schärfere ChecksDas sind die neuen Kontrollen bei US-Flügen

Ein Elektronik-Verbot auf Flügen von Europa in die USA ist abgewendet. Die Kontrollen, die es stattdessen gibt, nehmen einige Zeit in Anspruch.

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Wer von Europa aus in die USA fliegt, darf seine elektronischen Geräte weiterhin mit an Bord nehmen, muss allerdings mit schärferen Sicherheitschecks rechnen. «Die USA haben mit Wirkung zum 19. Juli 2017 strengere Kontrollen der Fluggäste gefordert», schreibt Air Berlin. Die Fluggesellschaft bittet ihre Passagiere, sich für Reisen in die Vereinigten Staaten unmittelbar nach dem Check-in in den Warteraum zu begeben und sich auf intensivere Kontrollen einzustellen, besonders, wenn sie elektronische Geräte dabei haben.

«Als Richtwert empfehlen wir, 30 Minuten zusätzliche Wartezeit einzuplanen», so eine Air-Berlin-Sprecherin. Auch Lufthansa reagiert: Sie erhöht den Annahmeschluss beim Check-in auf allen Interkontinentalflügen ab Frankfurt, Düsseldorf und München für die Economy Class auf 60 Minuten vor Abflug, für die Business und First Class auf 40 Minuten.

US-Behörden wählen aus

Doch wie sehen die neuen Sicherheitskontrollen überhaupt aus, die diese Zeit in Anspruch nehmen? Der Flughafen Frankfurt verwies aeroTELEGRAPH zu dieser Frage auf die Fluggesellschaften und vor allem auf die Bundespolizei. Während die Lufthansa keine Auskünfte geben wollte, bestätigte die Bundespolizei, dass es zusätzliche Kontrollen gibt, sie dafür zuständig ist und auch zusätzliches Personal einsetzt. Strukturelle oder bauliche Veränderungen am Flughafen seien aber nicht nötig gewesen. Weitere Details wollte die Bundespolizei nicht nennen.

Offener gibt man sich in der Schweiz: «US-Reisende, welche bereits bisher auf Flügen in die USA von den US-Behörden stichprobenartig ausgewählt wurden, um einen separaten Sicherheitscheck am Gate zu durchlaufen, müssen neu auch noch ihre elektronischen Geräte nach Sprengstoff untersuchen lassen», teilt Swiss International Air Lines mit. Die Geräte müssten vollständig ausgepackt werden. Auch wenn der zusätzliche Check lediglich 20 bis 30 Sekunden dauere, gelte: «Die durch die Behörden ausgewählten Fluggäste müssen zum Teil mit einer längeren Warte- beziehungsweise Prozesszeit am Gate rechnen.»

Externe Firmen kontrollieren

Welche Passagiere zusätzlich kontrolliert werden sollen, teilen die US-Behörden der Sicherheitsfirma Checkport mit, die im Auftrag von Swiss tätig ist. «Der zusätzliche Gerätecheck wird in die bereits bestehende Sicherheitskontrolle für US-Reisende an den Gates für die USA-Flüge integriert, welche von Checkport im Auftrag von Swiss ausgeführt wird», so Swiss. Zu möglichen Kosten wollte die Airline keine konkreten Angaben machen, merkte aber an: «Tatsache ist, dass es sich aufgrund von erhöhten Personalressourcen und Infrastruktur um einen namhaften Betrag handelt.»

Auch der Flughafen Zürich hat sich auf die Kontrollen vorbereitet: «Ein Team bestehend aus allen Flughafenpartnern hat die betrieblichen, technischen und sicherheitsrelevanten Abläufe in den letzten Wochen angepasst», sagte eine Sprecherin. «Beispielsweise wird jeweils über Mittag ein bestimmter Bereich im Dock E für die Abfertigung der US-Flüge von Swiss und Edelweiss gesperrt und die Passagiere werden bereits früher per Durchsage ans Gate gebeten.» Der Flughafen und Swiss empfehlen den Passagieren mit Ziel USA, drei Stunden vor Abflug am Airport einzutreffen.

Zusatzkosten für Airlines

Keine besonderen Empfehlungen für eine frühere Anreise geben Austrian Airlines und der Flughafen Wien ab. Während der Airport zu den Details der Kontrollen ganz auf die Fluggesellschaften verwies, erklärte Austrian Airlines, dass die externe Sicherheitsfirma G4S die Kontrollen im Auftrag der Airline durchführe.

Das Prozedere funktioniert genauso wie bei Swiss in der Schweiz: Von den US-Behörden ausgewählte Passagiere müssen sich am Gate nicht mehr nur erneuten Fragen und Visakontrollen stellen, sondern nun auch ihre elektronischen Geräte prüfen lassen. Welche Zusatzkosten das Austrian Airlines beschert, könne man noch nicht beziffern, sagte ein Sprecher, «da das Ausmaß an zusätzlichen Kontrollen noch nicht klar absehbar ist».

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