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British Airways

Flugbegleiterinnen dürfen jetzt Hosen tragen

Wer neu als Flugbegleiterin bei British Airways begann, durfte bisher bei der Arbeit keine Hosen tragen. Nun hat die britische Fluggesellschaft ihre Regeln angepasst.

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Flugbegleiterin in Hosen: Nun dürfen alle in der Kabine so zur Arbeit kommen.

«Wer bei uns beginnt, kennt die Regeln», so lautete bislang das Argument von British Airways. Wer in den vergangenen fünf Jahren neu als Flugbegleiterin bei der britischen Fluggesellschaft anheuerte, musste sich an, striktere Kleidungsvorschriften halten. Und die besagten, dass Frauen einen Rock tragen müssen. Auch im Winter.

Die Gewerkschaft der Kabinenbesatzung der so genannten Mixed Fleet von British Airways empfand diese Vorschrift als ungerecht. Und sie befragte ihre Mitglieder zum Thema. 83 Prozent der Flugbegleiterinnen erklärten, sie hätten gerne die Auswahl zwischen Rock und Hose. Das Management der Fluggesellschaft zeigte sich aber unnachgiebig.

Wer vor 2010 bei British Airways begann, durfte immer Hosen tragen

Die Mixed Fleet wurde 2010 eingeführt. Derzeit arbeiten rund 2000 von 19.000 Kabinenbesatzungsmitgliedern von British Airways für diesen Bereich. Er zeichnet sich durch tiefere Löhne und schlechtere Konditionen aus. Dafür können die Angestellten schneller nicht nur Kurz-, sondern auch Langstrecken fliegen. Die anderen Flugbegleiterinnen – also die, die schon vor 2010 bei British Airways begannen – dürfen seit jeher Hosen tragen. Ihre Uniform enthält Winterhosen aus 80 Prozent Wolle und 20 Prozent Polyester.

Nun aber lenkte British Airways ein. Nach einer zwei Jahre dauernden Auseinandersetzung erlaubt es das Management allen Flugbegleiterinnen, Hosen zu tragen. Die Uniform der Mixed Fleet enthalte zwar keine Hosen. Aber wer welche wolle, können diese über den Vorgesetzten beziehen, so British Airways. Die Gewerkschaft Unite freut sich. «Weibliche Kabinenbesatzungen müssen nicht mehr länger in der Kälte schlottern, sie können sich zudem auch an Orten schützen, wo es ein Risiko der Ansteckung mit Malaria oder Zika gibt» so Sekretär Matt Smith zur Zeitung The Guardian.

Hosen sind auch anderswo ein Thema

Hosen bei Flugbegleiterinnen sind immer wieder ein Thema. 2013 setzte etwa die Menschenrechtskommission Südkoreas durch, dass die weiblichen Angestellten von Asiana Hosen tragen dürfen. Als Etihad vergangenes Jahr neue Uniformen vorstellte, sprach der Designer davon, dass «es den weiblichen Crewmitgliedern nicht erlaubt» sei, Hosen zu tragen. «Ihre Weiblichkeit soll mit Röcken unterstrichen werden.» Die Golfairline sagte, das sei ein Übersetzungsfehler. Die Flugbegleiterinnen wünschten sich ganz einfach keine Hosen.



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