Wrackteil des abgestürzten Airbus A320: Feuer im Cockpit.

Absturz von Egypt-Air-Flug MS804 Cockpitfeuer breitete sich schnell aus

Der neueste Bericht der französischen Ermittler zum Absturz von 2016 zeigt: Im Airbus A320 von Egypt Air brach ein Feuer aus. Es führte rasch zum Kontrollverlust.

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Zuerst herrschten während der Ermittlungen Uneinigkeit und Verwirrung, die sich in einem angespannten Verhältnis zwischen den französischen und ägyptischen Ermittlungsbehörden entluden. Erst im Mai wichen die Behörden in Kairo von der Annahme ab, das eine Bombenexplosion dazu führte, dass der Airbus A320 von Egypt Air am 19. Mai 2016 ins Mittelmeer stürzte und 66 Menschen starben.

Angebliche Sprengstoffspuren und Radaraufzeichnungen sollten dies anfangs belegen. Aus europäischer Sicht ließen Intransparenz bei Untersuchungsergebnissen sowie mangelnde Sorgfalt bei der Spurensicherung seitens der ägyptischen Behörden jedoch sehr laut an dieser These zweifeln. In einem neuen, am Freitag (6. Juli) veröffentlichten Zwischenbericht macht das französische Bureau d'Enquêtes et d'Analyses BEA nochmals klar, das ihrer Annahme nach eine technische Ursache zum Absturz führte.

Schnelle Ausbreitung

Die Auswertungen des Flugschreibers sprechen dafür, dass in Nähe des Cockpits des Airbus A320 von Egypt Air ein Feuer ausgebrochen ist. Das sogenannte Acars-System, welches automatisch Meldungen über den Zustand des Flugzeuges an die Fluggesellschaft schickt, meldete Rauch in den Toiletten sowie im nahe gelegenen Avionikbereich. Hier befindet sich ein Großteil der Flugsteuerungs-Elektronik.

Auch auf den Tonaufnahmen aus dem Cockpits ist gut hörbar, wie die Piloten von Egypt Air einen Brand erwähnen. An Wrackteilen wurden Rußspuren ausfindig gemacht, auch von Anzeichen sehr hohen Temperaturen ist im Bericht die Rede. Das die Aufnahmen der Blackbox dabei noch auf Reiseflughöhe von 37.000 Fuß oder 11.277 Meter aufhörten, legt laut BEA nahe, dass sich das Feuer schnell ausbreitete und somit zum schnellen Kontrollverlust führte.

Radardaten aus Griechenland

Zusätzlich zu den Ergebnissen der ägyptischen Behörden konnten die französischen Ermittler weitere Beweise für die Ursachensuche beitragen. So konnte noch acht Minuten nach der letzten automatischen Meldung des Acars-Systems ein Notrufsignal abgesetzt und empfangen werden. Ob die Notrufbake beim Aufschlag selber aktiv wurde oder die Besatzung des A320 den sogenannten ELT (Englisch von: Emergency Location Transmitter) vorher selbstständig aktivieren konnte, bleibt offen.

Weiterhin stützen sich die europäischen Ermittler auf Radar-Aufzeichnungen der griechischen Luftwaffe, welche entgegen Beobachtungen der ägyptischen Flugüberwachung kein sofortiges Verschwinden des Airbus aufzeichneten. So befand sich das Flugzeug in einem kurvenden Sinkflug, bevor es rund 240 Kilometer vor der Insel Karpathos auf die Wasseroberfläche aufschlug.

Kritik an Ägypten

Ganz deutlich äußert die französische Behörde Kritik am ägyptischen Gegenüber. Wrackteile hätten nicht mehr untersucht werden können und seien nicht für eigene Begutachtungen zur Verfügung gestellt worden. Insgesamt kritisiert das BEA die mangelnde Kommunikation und zurückhaltende Zusammenarbeit von Seiten ihres Gegenübers. Auch dass der finale Abschlussbericht aus Kairo nicht veröffentlicht wurde, sei laut der französischen Behörde nicht im Interesse der gesamten Luftfahrt und trage nicht dazu bei, ähnliche Unfälle in Zukunft verhindern zu können.

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