Das chinesische Satellitenbild: Objekt von 22 auf 13 Metern.

MH370: Suche nach Antworten

Das von China erspähte Objekt könnte ein Flügel einer B777 sein. Es wird nun gesucht. Derweil wird spekuliert, warum MH370 zum Geisterflug hätte werden können.

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Der Entdecker heißt Gaofen 1. Der chinesische Supersatellit fotografierte kurz vor Mitternacht vergangenen Dienstag (18. März) einen großen schwimmenden Gegenstand im südlichen Indischen Ozean. Die Fundstelle liegt offenbar rund 120 Kilometer von dem Ort entfernt, an welchem zuvor australische Satelliten ebenfalls verdächtige Objekte ausgemacht hatten. Schiffe sollen nun das Objekt finden, um zu eruieren, ob es von Malaysia Airlines Flug MH370 stammt.

Das Teil ist gemäß dem chinesischen Industrie- und Technologieministerium rund 22,5 Meter lang und 13 Meter breit. Es könnte es sich deshalb um eine Tragfläche einer Boeing 777-200 handeln, wie Experten erklären. Die Spannweite des Flugzeugtyps beträgt 60,9 Meter, die Kabine ist 6,2 Meter breit. Ein Flügel in voller Größe misst daher rund 27 Meter, an der breitesten Stelle ist er 14 Meter breit. Neben dem großen Objekt entdeckte ein australisches Flugzeug am Sonntag (23. März) auch diverse kleinere. Auch dieser Fund soll nun untersucht werden.

Explosion oder Brand?

Derweil wird weiter gerätselt, was zum Verschwinden des Jets von Malaysia Airlines geführt haben könnte. Momentan gibt es nur Spekulationen. Das Szenario, dass MH370 als Geisterflug endete, gilt dabei als das wahrscheinlichste. Ein technisches Ereignis könnte zum Ausfall der Kommunikation und einem Druckabfall geführt haben. Und das wiederum könnte die Bewusstlosigkeit der Crew zur Folge gehabt haben. Doch was kann dazu führen?

Drei Möglichkeiten stehen im Vordergrund:

  • Explosion: Das passierte etwa im Juli 2008 auf Qantas-Flug QF30. Auf dem Flug von London Heathrow nach Melbourne explodierte ein Sauerstofftank der Boeing 747-400. Dadurch wurde ein Loch in den Rumpf gerissen und es kam zu einem Druckabfall. Die Piloten konnten das Flugzeug damals aber sicher landen, nachdem sie zuvor notfallmäßig auf 3000 Meter Flughöhe sanken. Eine solche Explosion könnte auch die Kommunikationsgeräte beschädigt haben und den Kontakt zum Boden unterbrechen.

  • Korrosion: Eine Ermüdung des Materials einer Satelliten-Antenne könnte dazu geführt haben, dass diese abbrach und die Kommunikation unterbrach. Zugleich könnte dies zu einem Loch und einem Druckabfall geführt haben. Die amerikanische Aufsichtsbehörde FAA warnte erst kürzlich davor. Dagegen spricht allerdings, dass Satelliten noch lange Signale von MH370 empfingen. Zudem erklärte Malaysia Airlines, das Flugzeug sei nicht mit der von der FAA bemängelten Antenne ausgerüstet gewesen.

  • Brand: Ein Feuer an Bord könnte erklären, weshalb die Piloten am Anfang höher aufstiegen. Sie hätten so versuchen können, dem Brand den Sauerstoff zu entziehen. Doch irgendwann führte der Rauch dann doch zur Bewusstlosigkeit.

Letzte Klarheit über Flug MH370 kann aber nur die Blackbox bringen. Doch bis die gefunden wird, kann es Jahre dauern, wie sich im Fall von Air France Flug AF447 zeigte. Die Batterien reichen aus um rund dreißig Tage lang ein Signal auszusenden. Doch wenn der Sender «von Trümmern verdeckt wird oder in einen Graben auf dem Meeresgrund gefallen ist, dann kann das Signal schwach sein», erklärte Experte Amartya De im Interview mit aeroTELEGRAPH. Danach muss man den Meeresboden mit U-Boot-Robotern absuchen.

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