Das Cockpit der Junkers A50 Heritage: Keine Bildschirme.

Fliegen wie 1929 Junkers A50 Heritage erstmals in der Luft

Anfang August hob der nächste Junkers-Wellblechflieger zum ersten Mal ab. Die A50 Heritage soll dem Original von 1929 deutlich näher kommen als eine frühere Variante.

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Die Junkers A50, ein Ganzmetall-Zweisitzer, hat Luftfahrtgeschichte geschrieben. Nach ihrem Erstflug im Jahr 1929 stellte das kleinste Junkers-Flugzeug ein Jahr später zahlreiche Rekorde auf. Unter anderem erreichte das Flugzeug mit einem Passagier eine Flughöhe von 4614 Metern und flog ohne Passagier 2100 Kilometer weit. Berühmt wurde die A50, weil die Luftfahrtpionierin Marga von Etzdorf 1930 als erste Frau mit ihr von Berlin nach Tokio flog.

In Hugo Junkers' Träumen sollte die A50 zum Volksflugzeug werden. Er wollte über 5000 Stück verkaufen. Der hohe Preis von 16.000 Reichsmark und die aufkommende Weltwirtschaftskrise durchkreuzten die ambitionierten Pläne. Statt 5000 wurden nur 69 Stück produziert. Wirtschaftlich war die A50 mit dem Beinamen Junior ein Flop. Junkers war 1932 pleite.

Sternmotor bringt 1930er-Jahre-Fluggefühl zurück

2015 wurden die Junkers Flugzeugwerke neu gegründet, mit dem Ziel, historische Junkers-Flugzeuge unter Berücksichtigung moderner Sicherheitsstandards in Kleinserien nachzubauen. 2022 hat Junkers die A50 Junior wieder auf den Markt gebracht, allerdings mit einem modernen Rotax-912-IS-Motor. Im Cockpit ist statt klassischer Instrumente eine moderne Avionik von Garmin mit Bildschirmen (G3X Touch) verbaut.

Am 3. August 2024 absolvierte eine weitere Version der A50 ihren Erstflug. Die A50 Heritage soll dem Gefühl von 1929 deutlich näher kommen. Denn statt Touchscreens sind im Cockpit analoge Instrumente verbaut. Angetrieben wird die Heritage von einem 124 PS starken 7-Zylinder-Sternmotor. In der A50 von vor 95 Jahren war ein 5-Zylinder-Sternmotor verbaut.

Heritage ist ein Ultraleichtflugzeug

Um den Sternmotor, der deutlich schwerer als der Rotax-Motor ist, einbauen zu können, wurde das Gewicht der Flugzeugzelle reduziert. Abstriche an der Optik wollte Junkers allerdings nicht machen. Das Flugzeug ist ganz in der typischen Leichtmetall-Wellblechbeplankung gehalten. Ein Holzpropeller und die Verkleidung der Räder mit Blechscheiben oder Kreuzspeichen runden das historische Bild ab.

Die Heritage ist dank 600 Kilogramm maximaler Abflugmasse ein Ultraleichtflugzeug. Nach dem Erstflug strebt Junkers jetzt die Zulassung bis Ende des Jahres an. Kostenpunkt: 299.000 Euro. Bleibt abzuwarten, ob mehr Flugzeuge verkauft werden als 1929.

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