Flugkapitän: Übermäßiger Konsum ist bei Piloten insgesamt seltener als beim rest der Bevölkerung.

AlkoholmissbrauchFinnair-Pilot mit 1,5 Promille gestoppt

Ein Pilot der finnischen Airline meldete sich volltrunken zum Dienst. Nun hat das für ihn einschneidende Konsequenzen.

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Mit 1,5 Promille sollte man definitiv kein Verkehrsmittel mehr bedienen – erst recht keines, in dem Dutzende von Menschen sitzen. Doch ein Flugkapitän von Finnair hatte das am vergangenen Mittwoch (15. August) vor. Er meldete sich zum Dienst für einen Flug von Helsinki nach Rom, obwohl er betrunken war. Dies hat die Fluggesellschaft bestätigt.

Arbeitskollegen bemerkten allerdings, dass mit dem Piloten etwas nicht stimmte. Sie haben ihn darum laut dem Radiosender Yle bei den Behörden gemeldet. Daraufhin wurde bei dem Mann ein Atemtest durchgeführt, der den Verdacht auf Alkohol bestätigte. Der Pilot befand sich zu jenem Zeitpunkt noch nicht im Cockpit. Der Flug verspätete sich danach um etwa eine Stunde, weil eine neue Crew gefunden werden musste.

Pilot wurde entlassen

Laut einem Sprecher von Finnair wurde der Pilot sofort entlassen. Solche Zwischenfälle seien sehr selten, aber wenn sie vorkämen, gebe es keine Toleranz. Das Arbeitsverhältnis werde immer umgehend beendet. Zudem sei eine Untersuchung eingeleitet worden, so der Sprecher weiter.

Allgemein kommt es ab und an zu Zwischenfällen, in denen das fliegende Personal wegen Alkoholmissbrauchs erwischt wird. 2016 sorgte ein Fall von Air Transat in Schottland für Aufsehen, als die Polizei beide Piloten wegen Trunkenheit im Cockpit festnahm. Erst in diesem März wurde ein Kopilot von Tap in Stuttgart festgenommen, weil er alkoholisiert im Cockpit saß.

Weniger Alkoholmissbrauch, gleich viel Konsum

Hans-Werner Teichmüller glaubt, dass zwar bei Piloten genauso oft getrunken wird wie allen anderen Bürgern. Bei ihnen liege «ungefähr die gleiche prozentuale Häufigkeit von Alkoholgenuss vor wie bei der Gesamtbevölkerung. Alkohol ist in Mitteleuropa nun mal gesellschaftlich akzeptiert», so der Präsident des Deutschen Fliegerarztverbandes, in dem die flugmedizinischen Sachverständigen zusammengeschlossen sind, vor einiger Zeit im Gespräch mit aeroTELEGRAPH.

Der Experte glaubt aber auch, dass übermäßiger Konsum bei Piloten insgesamt seltener sei. «Wegen des erhöhten Risikos, den Job zu verlieren», begründete Teichmüller .

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