Crew von Eurowings: Der Flug soll künftig nur ein Teil des ganzen Pakets sein.

Neues GeschäftsfeldEurowings will jetzt mehr als nur Flüge verkaufen

Die Lufthansa-Tochter sieht sich fertig restrukturiert. Nun will sie wieder in den Vorwärtsgang schalten. Vor allem im Geschäft mit Pauschalreisen will Eurowings kräftig mitmischen.

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Jens Bischof nimmt kein Blatt vor den Mund. «Wir waren lange Zeit ein gewisser Krisenherd in der Lufthansa-Gruppe», so der Chef von Eurowings am Montag (3. März) in Berlin bei einer Presseveranstaltung. Das habe verschiedene Gründe gehabt. Ein zentraler sei gewesen, dass man seiner Airline sehr viel aufgebürdet habe, so der Manager. «Einmal sollten wir Langstrecke fliegen, einmal Brussels Airlines integrieren, einmal die Hälfte von Air Berlin absorbieren.»

Man habe aber die Corona-Krise genutzt, um die Strategie und die Positionierung von Eurowings vollkommen neu zu setzen. Der Erfolg der Restrukturierung und Reorganisation mit Flottenvereinfachung und Personalabbau zeige sich inzwischen in den Resultaten, so Bischof. Alleine im dritten Quartal vergangenen Jahres habe man einen Betriebsgewinn von 150 Millionen Euro erzielt.  «Und wir werden auch im gesamten Jahr 2024 nicht enttäuschen.»

Eurowings zählt heute 60 Prozent Urlaubsreisende

Man sehe die Veränderung aber auch im Geschäftsmix. 60 Prozent des Geschäftes von Eurowings sei vor der Pandemie auf Geschäftsreisende entfallen, 40 Prozent mit Urlaubsreisende. «Heute ist es gerade umgekehrt». Nun sei man endlich in der Lage wieder in den Vorwärtsgang schalten, erklärt Bischof. Besonders viel erhofft er sich vom neuen Reiseveranstalter, den die Lufthansa-Tochter gegründet hat und der im April offiziell startet.

Bereits seit einiger Zeit vermittelt Eurowings Pauschalreisen.«Irgendwann haben wir jedoch festgestellt, dass man das noch besser machen kann», so Bischof. , Man betreibe ja bereits eine der umsatzstärksten Reisewebseiten in Deutschland, die im Monat ungefähr 10 Millionen Besucherinnen und Besucher zähle. «Das ist ein sehr gutes Potenzial.» Der Schlüssel sei, dieses zu nutzen, um stärker zu personalisieren. «Wir wollen den Kundinnen und Kunden individualisierte Angebote machen, wenn sie Flug kaufen, damit sie am Ende ein Paket kaufen» so Bischof.

Anzahlung von nur 50 Euro

Dabei wolle man eine «handverlesene Auswahl an Angeboten, die zu unserem Kundenportfolio passen» anbieten, ergänzt Irina Haselmann, neue Geschäftsführerin von Eurowings Holidays. Das sei aber nur ein Punkt. Man werde den Kundinnen und Kunden bei der Auswahl zur Seite stehen. Und dabei werde auch Künstliche Intelligenz helfen.

Vor allem werde man auch viel Wert auf Flexibilität legen. «Wir bieten kostenfreie Umbuchungen bis 14 Tage vor Abflug an und auch eine sehr kostengünstige Anzahlung von 50 Euro», so die Managerin. Man stehe nun am Anfang, werde das Angebot aber nun nach und nach verbessern.

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