Flugzeug von Eurowings: Eines wurde heftig durchgeschüttelt.

Verletzte bei TurbulenzenEurowings-Passagiere hatten 37 Sekunden Zeit

Ein Airbus A319 von Eurowings geriet vor Berlin in Turbulenzen, mehrere Insassen wurden dabei verletzt. Jetzt ist klar, was an Bord geschah.

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Es passierte am 9. September auf Flug EW8855 aus Lamezia Terme in Italien. Kurz vor dem Ziel Berlin-Tegel geriet der Airbus A319 von Eurowings in Turbulenzen. Acht Insassen wurden verletzt. Doch was geschah an Bord des Fliegers in den entscheidenden Minuten?

Gegen 16:20 Uhr verließ die Eurowings-Maschine die Reiseflughöhe und begann mit dem Sinkflug. Die nächsten zehn Minuten verliefen ereignislos. Als sich der A319 einer Wolkendecke näherte, entschlossen sich die Piloten um 16:30:41 Uhr, das Wetterradar zu konsultieren. Was sie sahen, wirkte zunächst harmlos.

Turbulenzen acht Sekunden nach Durchsage

«Nach Angaben der Cockpitbesatzung zeigten die Wetterradarbilder auf den Navigationsbildschirmen zu diesem Zeitpunkt nur grün dargestellte Niederschlagsbereiche geringer Ausdehnung an, die nicht auf der geplanten Flugroute lagen», heißt es im dieser Tage erschienen Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. 14 Sekunden später schalteten die Piloten aber die Anschnallzeichen in der Kabine an.

Daraufhin machte eine Flugbegleiterin die Passagiere mit einer Durchsage auf die eingeschalteten Anschnallzeichen aufmerksam. Sie forderte die Reisenden auf, ihre Sitzplätze einzunehmen und ihre Gurte festzuziehen. Die Durchsage endete um 16:31:24 Uhr. Acht Sekunden später wurde es ungemütlich.

Menschen krachen gegen die Kabinendecke

Von dem Moment an, als die Anschallzeichen aufleuchteten, hatte die Fluggäste also 37 Sekunden Zeit, um sich zu setzen und anzuschnallen. Das ist nicht viel für jemanden, der gerade auf der Toilette ist oder durch den Gang schreitet. Dies gilt umso mehr, als dass in so einer Situation meist einige Passagiere den Hinweis nicht sehr ernst nehmen und sich mit der Rückkehr zum Platz Zeit lassen. Ob es diesmal auch so war, erwähnt er Bericht nicht.

In jedem Fall ging es für einige zu schnell. Vor dem Eintauchen in die Wolkendecke - der A319 befand sich gerade südöstlich von Cottbus - änderten sich Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Es kam zu einer starken Turbulenz, in der Kabine wurden Menschen nach oben geschleudert. Der Sinkflug der Maschine wurde dann jäh unterbrochen, sie stieg kurz.

Piloten umflogen Niederschlagsgebiete

Um 16:32:11 Uhr meldete die leitende Flugbegleiterin den Piloten, dass sie und eine Kollegin sich den Kopf an der Decke angeschlagen hätten. Eine weitere Flugbegleiterin habe sich einen Finger verletzt und eine Passagierin sei ebenfalls gegen die Decke gestoßen.

Nach dem Zwischenfall blieb die Situation angespannt. Um 16:39:06 Uhr wies die Cockpitcrew die Kabinenbesatzung an, sich hinzusetzen und anzuschnallen. Kurz danach holte sich der Kopilot beim Radarlotsen die Genehmigung für einen Kurswechsel, um Niederschlagsgebiete zu umfliegen. Die Landung in Tegel gelang schließlich problemlos.

Eine Frau zwei Tage im Krankenhaus

Im geparkten Flieger ließen sich dann 13 Personen ärztlich begutachten. Vier Passagiere und drei Flugbegleiterinnen waren leicht verletzt. Eine Passagierin wurde für mehr als 48 Stunden stationär im Krankenhaus behandelt.

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