Letzte Aktualisierung: um 11:21 Uhr

Easa gibt Entwarnung

Europa sieht keinen Handlungsbedarf beim Airbus A350

Katar hat ein Flugverbot für 13 Airbus A350 von Qatar Airways erlassen. Die europäische Luftfahrtbehörde Easa hat die Probleme mit der Rumpfbeschichtung analysiert - und kein sicherheitsrelevantes Problem ausgemacht.

Benjamin Dieckmann/aeroTELEGRAPH

Airbus A350: Mängel an Oberflächen gewisser Exemplare.

Geht es lediglich um «einige Unregelmäßigkeiten in der Oberflächenbeschichtung», wie Airbus behauptet? Oder gibt es tatsächlich ein größeres, systematisches Problem beim A350, wie Qatar Airways es darstellt? Darüber streiten derzeit der Flugzeugbauer und die Nationalairline des Emirates am Persischer Golf.

Qatar Airways hat vergangene Woche 13 Airbus A350 aus dem Verkehr gezogen. Die Oberfläche des Rumpfes der Flugzeuge unterhalb der Lackierung habe sich «immer schneller» abgenutzt, beklagt sich die Fluggesellschaft. Das Grounding erfolge auf Anweisung der katarischen Luftfahrtbehörde, erklärte sie weiter.

Keine Hinweise auf Strukturprobleme

Anders als die Qatar Civil Aviation Authority QCAA sieht die europäische Luftfahrtbehörde keinen Handlungsbedarf in Sachen Airbus A350. Man wisse seit «Ende letzten Jahres von der Zersetzung der Lackierung und des Schutzanstriches bestimmter A350», erklärt eine Sprecherin der Easa. Man habe das Problem sowohl mit Airbus als auch mit der betroffenen Fluggesellschaft untersucht, um festzustellen, ob ein Risiko für die Lufttüchtigkeit besteht.

Gefunden wurde dabei aber offenbar nichts. «Basierend auf den zur Verfügung gestellten Daten gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Lack- und Schutzanstrich-Verschlechterung die Struktur des Flugzeugs beeinträchtigt oder andere Risiken mit sich bringt», so die Easa-Sprecherin gegenüber aeroTELEGRAPH weiter. «Keine anderen Fluggesellschaften haben Lack- und Schutzschäden gemeldet.»

Easa im Gespräch mit Qatar Civil Aviation Authority

Aus dem Umfeld von Airbus hieß es schon zuvor, dass zwar an einigen Oberflächen von A350 Schäden festgestellt worden seien. Diese hätten aber keine Auswirkungen auf die Lufttüchtigkeit. Außerplanmäßige Inspektionen seien keine nötig. Die Easa hat diese Einschätzung nun offiziell bestätigt.

Dennoch tauscht sich die europäische Luftfahrtbehörde mit dem katarischen Pendant aus. Man wolle «feststellen, ob die jüngsten Maßnahmen mit Lufttüchtigkeitsproblemen des Flugzeugmusters zusammenhängen oder nicht», so die Sprecherin.



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