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Schutz von Passagierflugzeugen

EU arbeitet an Drohnen-Regeln

Immer öfter kommt es zu gefährlichen Begegnungen zwischen Drohnen und Passagierflugzeugen. Deshalb will die EU nun Maßnahmen ergreifen, um Unfälle zu verhindern. Etwa durch technische Tricks, die Drohnen automatisch ausschalten.

Privater Drohnen-Pilot: Sie wissen oft nicht, wie gefährlich ihre Spielzeuge sein können.

Spätestens bei der internationalen Funkausstellung IFA in Berlin wird klar: Drohnen sind das neue Lieblingsspielzeug technikaffiner Erwachsener. Schon für 25 Euro kann man sich einen kleinen Quadrokopter kaufen. Die Schattenseite des Trends: Die Spielzeuge stellen eine Gefahr für die Luftfahrt dar. Immer häufiger berichten Piloten von Begegnungen mit Drohnen, die auch böse hätten enden können – so etwa ein Lufthansa-Flieger, dessen Piloten im Juli bei der Landung in Warschau einem solchen Fluggerät sehr nahe kamen.

Die EU will nun handeln. «Drohnen-Unfälle werden geschehen», hieß es von der Kommission schon vor einigen Monaten. Jetzt wollen die Behörden sich entsprechende Regeln zur Verhinderung überlegen. Die Flugsicherheitsbehörde Easa hat daher den Auftrag erhalten, ein Regelwerk für die Nutzung ziviler Drohnen zu entwerfen. Mögliche Lösungen könnten technischer Natur sein. So könnte man die Drohnen etwa mit Software ausstatten, die dafür sorgt, dass sie in gefährlichen Zonen gar nicht funktionieren.

Zivile Nutzer of schlecht informiert

Man fokussiert sich auf die zivile Nutzung, weil die Freizeit-Piloten diejenigen sind, die in den wenigsten Fällen über die Luftfahrt-Regeln wirklich bescheid wissen. Ihnen muss man klar machen, dass sie eine Gefahr für den Flugverkehr darstellen können. Ein weiteres Problem: Die Flugzeugbauer haben keine Ahnung, wie sich eine mögliche Kollision mit einer Drohne auf ein Flugzeug auswirkt. Genauso wie Vogelschläge würden diese Unfälle in den kritischen Flugphasen wie Start und Landung geschehen. Flugzeug-Triebwerke und Rümpfe werden auf die Auswirkungen von Vogelschlag getestet – mit Drohnen ist das nicht der Fall.

Wie Klaus-Dieter Scheurle, Chef der deutschen Flugsicherheitsbehörde, Ende August der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, fordert seine Behörde daher eine Registrierungspflicht für Drohnen. Bisher gibt es diese mit einigen Einschränkungen – in Berlin etwa muss man sich anmelden, wenn man sein Fluggerät über 30 Meter hoch fliegen lässt. Doch die Anzahl der Leute, die das tun, ohne sich zu registrieren, sei enorm hoch. Eine generelle Pflicht, sich als Drohnenbesitzer anzumelden, sei daher besser.

Mögliche Waffen von Terroristen

Auch die US-Behörden beschäftigen sich mit dem Thema. Seit Mitte 2014 sind der Flugsicherheitsbehörde Federal Aviation Administration FAA Hunderte Zwischenfälle gemeldet worden. Schon vor einigen Monaten warnte die Behörde daher, es sei nur eine Frage der Zeit, bis wirklich etwas geschehe. Inzwischen gelangen im Schnitt zwei Meldungen pro Tag zur FAA.

Noch mehr Sorgen bereitet den Amerikanern, dass man Drohnen auch böswillig als Terrorinstrument einsetzen könne.  «Viele dieser Zwischenfälle geschehen ohne böse Absicht», heißt es in dem Schreiben. Doch man müsse dennoch davon ausgehen, dass «Gegner» der USA sie für ihre Zwecke nutzen und zu Waffen umfunktionieren, mit denen sie gezielt Flugzeuge zerstören wollen.



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