Blick aus einer Boeing 737 von Lion Air: Dicke Luft zwischen dem Hersteller und der Airline.

Zufällig im CockpitDritter Pilot rettete 737 Max am Tag vor Lion-Air-Absturz

Schon am Tag vor dem Lion-Air-Unglück gab es Probleme mit der Boeing 737 Max. Laut einem Bericht verhinderte ein zufällig anwesender Pilot damals eine Katastrophe.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Einen Tag vor dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 von Lion Air im Oktober 2018 gab es bereits Schwierigkeiten mit dem Flugzeug. Im vorläufigen Bericht erklärten die indonesischen Ermittler im November, nachdem der Anstellwinkel-Sensor ausgetauscht worden sei, hätten die Piloten auf dem Flug von Bali nach Jakarta Probleme gehabt, den Jet zu kontrollieren, bis sie das automatische Trimmsystem deaktivierten und das Höhenruder manuell trimmten. Nun zeigt sich, dass sie dabei offenbar Hilfe bekamen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf zwei Informanten, die den Ermittlungen nahe stehen, dass sich ein dritter Pilot im Cockpit befand. Dieser war nicht im Dienst, da er sich auf einem sogenannten Dead-Head-Flug befand, also nur auf dem Weg zu seinem Einsatzort war. Er saß auf dem Reservesitz (Jumpseat) im Cockpit.

Dritter Pilot handelte richtig

Der zufällig anwesende Pilot erkannte laut Bloombergs Informanten das Problem richtig und erklärte seinen Kollegen, wie die automatische Trimmung auszuschalten ist. Lion Air, Boeing und die indonesischen Ermittler wollten sich nicht zu den Angaben äußern. Am folgenden Tag gelang es den beiden Piloten von Lion-Air-Flug JT610 von Jakarta nach Pangkal Pinang nicht, die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, die denen vom Vortag glichen.

Der Jet stürzte ins Meer und riss 189 Menschen in den Tod. Noch kurz vor dem Absturz sollen die Piloten von Flug JT610 in den Handbüchern und Checklisten des Flugzeuges nach einer Lösung gesucht haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters nun berichtet. Sie beruft sich dabei auf drei Personen, welche die Aufnahmen des Stimmenrekordes kennen.

Piloten erkannten Problem nicht

Den Informationen zufolge soll zuerst der Kapitän den Flieger gesteuert haben und sein Kopilot die Checklisten durchgegangen sein. «Sie scheinen nicht gewusst zu haben, dass die Trimmung nach unten steuerte», so einer der Informanten. «Sie dachten nur an Geschwindigkeit und Flughöhe nach. Das war das Einzige, worüber sie redeten.»

Beide blieben zunächst ruhig. Kurz vor dem Unglück übergab der Kapitän das Steuer dann an den Kopiloten und suchte selber nach einer Lösung. Bevor die Aufnahme abbricht, soll der Kapitän still gewesen sein, währen der Kopilot auf Arabisch «Gott ist am größten» gesagt haben soll. Weder Lion Air noch Boeing äußerten sich zu dem Bericht von Reuters.

Ähnlichkeiten zwischen Abstürzen

Laut Flugdatenschreibern gibt es klare Ähnlichkeiten zwischen dem Absturz der 737 Max von Lion Air und der 737 Max von Ethiopian Airlines am 10. März. Das bestätigte auch die französische Behörde BEA, welche die Blackboxen von Flug ET302 untersucht hat.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht auch das sogenannte Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS, mit dem Boeing die 737 Max ausgerüstet hat. Um einen Strömungsabriss zu verhindern, drückt es unter bestimmten Umständen die Nase des Fliegers automatisch nach unten, indem es das Höhenruder entsprechend trimmt. Im Falle des Lions-Air-Unglücks besteht der Verdacht, dass ein kaputter Anstellwinkel-Sensor das System durch falsche Daten aktiviert haben könnte. Nach den beiden Unglücken hat Boeing mittlerweile ein Software-Update für das MCAS angekündigt.

Mehr zum Thema

Taucher an der Unglücksstelle von Flug JT610: Sie halten weiterhin nach der zweiten Black Box Ausschau

Boeing 737 Max von Lion Air war «nicht flugtauglich»

Boeing 737 Max 8 von China Southern Airlines: Am Boden.

Stritten Boeing und FAA zu lange über Änderungen?

Boeing 737 Max nun weltweit am Boden

Boeing 737 Max nun weltweit am Boden

Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.

Warum wenige Jahre alte Airbus und Boeing-Flugzeuge schon verschrottet werden

Video

Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies