Eine DHC-2 Beaver: Das deutschen Unternehmen hat in ein Exemplar ihren 500 PS starken Diesel verbaut.

500 PS DieselmotorDHC-2 Beaver fliegt mit Spar-Motor aus der Eifel

In Kanada ist eine De Havilland Canada DHC-2 Beaver zum Jungfernflug mit einem neuen Motor gestartet. Entwickelt wird er von Red Aircraft aus Deutschland. Die Firma hat große Pläne.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Das Städtchen Adenau in der Eifel ist mit 2900 Einwohnerinnen und Einwohnern beschaulich. Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Die bekannteren nächstgrößeren Städte sind Bonn und Koblenz, beide rund 50 Kilometer entfernt. Überregional bekannt ist der nahe gelegene Nürburgring. In Adenau sitzt aber auch die Red Aircraft. Das Unternehmen arbeitet mit 50 Mitarbeitenden an der Entwicklung von sparsamen Flugzeugmotoren.

Rund vier Autostunden nordwestlich von Vancouver am Campbell River Regional Airport hat vor einer Woche ein besonderes Ereignis für das mittelständische deutsche Unternehmen stattgefunden. Der Jungfernflug einer umgebauten De Havilland Canada DHC-2 Beaver mit dem von Red Aircraft entwickelten Motor. In Zusammenarbeit mit Wartungsspezialisten Sealand Aviation wurde beim Flugzeug der Pratt & Whitney R-985 Sternmotor durch den Antrieb Red A03 ersetzt.

Fünf verschiedene Varianten

Damit sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ergänzenden Musterzulassung (englisch Supplemental Type Certificate STC) des Motors für die DHC-2 genommen worden, so ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH. Red Aircraft rechnet damit, die Zulassung für die Beaver in den nächsten 18 Monaten zu erhalten. Dann könnten die Flugzeuge von jedem zertifizierten Wartungsbetrieb umgerüstet werden.

Das deutsche Unternehmen hat 2012 mit der Entwicklung des Motors begonnen. Ziel war es, einen sparsamen Hochleistungsmotor auf Dieselbasis zu entwickeln. Herausgekommen ist der Red A03, ein Zwölfzylinder-Aluminium-Leichtbau-Dieselmotor. Laut dem Sprecher bietet das Unternehmen ihn in fünf Varianten an, unter anderem eine Version mit 500 PS, eine mit 550 PS sowie eine für große Höhen bis 50.000 Fuß.

Bereit für nachhaltigen Flugzeugtreibstoff

Größter Vorteil des Red A03 sei der geringere Treibstoffverbrauch bei einer sehr hohen Leistung, so Red Aircraft. Daraus ergeben sich laut Hersteller einige Vorteile. Die starke Leistung führt zu einer höheren Steigfähigkeit. Auch die Reichweite nimmt zu und der CO2-Abdruck ist geringer. Zudem kann der Motor auch mit nachhaltigem Flugzeugtreibstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) betrieben werden.

Die Betreiber der zahlreichen Beaver in Kanda und den USA sind zur Umrüstung des Motors gezwungen. Denn das verbleite Flugbenzin (Englisch Avgas) mit dem die meisten Sternmotoren der Beaver angetrieben werden, steht dort aus Umweltschutzgründen in naher Zukunft vor dem Aus. Betreiber haben die Wahl zwischen einem Dieselmotor und einer Turbine, die Turbine verbraucht aber deutlich mehr als ein Dieselmotor.

Serienproduktion ist das Ziel

Red Aircraft setzt aber nicht allein auf die Umrüstung der DHC-Beaver. «Aktuell haben wir noch zwei weitere Umbauprojekte in der Testphase», verrät der Sprecher. In Georgia wird der Motor in einer Air Tractor AT-301, einem landwirtschaftlichen Sprühflugzeug, getestet. In Neuseeland laufen Proben in einer Fletcher FU-24, auch ein Agrarflugzeug.

Die Entwicklung des Motors startete 2012. Zwei Jahre später erfolgte die Zulassung der Easa. Aktuell will der Hersteller für möglichst viele Maschinen den Motor mit der ergänzenden Musterzulassung anbieten, um am Markt Vertrauen in den Motor aufzubauen. Langfristig soll der Red A03 in Serie in Zusammenarbeit mit einem ganz neu entwickelten Flugzeug produziert werden. «Wir sind mit Herstellern in guten Gesprächen», so der Sprecher.

Mehr zum Thema

Die Wasserflugzeuge von Harbour Air sollen derweil mit Elektroantrieben von Magnix nachgerüstet werden.

Airline will rein elektrisch fliegen

Dash 8 Q400: Künftig wohl nicht mehr von Bombardier.

Bombardier will seine Turboprops nicht mehr

Anflug auf Barrow mit einer Cessna 208B Grand Caravan: In Nordamerika gibt es viele einmalige Flugerlebnisse.

Die spannendsten Linienflüge in Nordamerika

ticker-deutschland

Deutsche Regierung ebnet Weg für digitale Fluggastabfertigung

Video

Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
copa airlines muttertag
Wo können Mutter und Kind den Muttertag am besten verbringen? Im Cockpit, war die Antwort der Familie Freitas bei Copa Airlines.
Timo Nowack
Timo Nowack