Eine DHC-2 Beaver: Das deutschen Unternehmen hat in ein Exemplar ihren 500 PS starken Diesel verbaut.

500 PS DieselmotorDHC-2 Beaver fliegt mit Spar-Motor aus der Eifel

In Kanada ist eine De Havilland Canada DHC-2 Beaver zum Jungfernflug mit einem neuen Motor gestartet. Entwickelt wird er von Red Aircraft aus Deutschland. Die Firma hat große Pläne.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Das Städtchen Adenau in der Eifel ist mit 2900 Einwohnerinnen und Einwohnern beschaulich. Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Die bekannteren nächstgrößeren Städte sind Bonn und Koblenz, beide rund 50 Kilometer entfernt. Überregional bekannt ist der nahe gelegene Nürburgring. In Adenau sitzt aber auch die Red Aircraft. Das Unternehmen arbeitet mit 50 Mitarbeitenden an der Entwicklung von sparsamen Flugzeugmotoren.

Rund vier Autostunden nordwestlich von Vancouver am Campbell River Regional Airport hat vor einer Woche ein besonderes Ereignis für das mittelständische deutsche Unternehmen stattgefunden. Der Jungfernflug einer umgebauten De Havilland Canada DHC-2 Beaver mit dem von Red Aircraft entwickelten Motor. In Zusammenarbeit mit Wartungsspezialisten Sealand Aviation wurde beim Flugzeug der Pratt & Whitney R-985 Sternmotor durch den Antrieb Red A03 ersetzt.

Fünf verschiedene Varianten

Damit sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ergänzenden Musterzulassung (englisch Supplemental Type Certificate STC) des Motors für die DHC-2 genommen worden, so ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH. Red Aircraft rechnet damit, die Zulassung für die Beaver in den nächsten 18 Monaten zu erhalten. Dann könnten die Flugzeuge von jedem zertifizierten Wartungsbetrieb umgerüstet werden.

Das deutsche Unternehmen hat 2012 mit der Entwicklung des Motors begonnen. Ziel war es, einen sparsamen Hochleistungsmotor auf Dieselbasis zu entwickeln. Herausgekommen ist der Red A03, ein Zwölfzylinder-Aluminium-Leichtbau-Dieselmotor. Laut dem Sprecher bietet das Unternehmen ihn in fünf Varianten an, unter anderem eine Version mit 500 PS, eine mit 550 PS sowie eine für große Höhen bis 50.000 Fuß.

Bereit für nachhaltigen Flugzeugtreibstoff

Größter Vorteil des Red A03 sei der geringere Treibstoffverbrauch bei einer sehr hohen Leistung, so Red Aircraft. Daraus ergeben sich laut Hersteller einige Vorteile. Die starke Leistung führt zu einer höheren Steigfähigkeit. Auch die Reichweite nimmt zu und der CO2-Abdruck ist geringer. Zudem kann der Motor auch mit nachhaltigem Flugzeugtreibstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) betrieben werden.

Die Betreiber der zahlreichen Beaver in Kanda und den USA sind zur Umrüstung des Motors gezwungen. Denn das verbleite Flugbenzin (Englisch Avgas) mit dem die meisten Sternmotoren der Beaver angetrieben werden, steht dort aus Umweltschutzgründen in naher Zukunft vor dem Aus. Betreiber haben die Wahl zwischen einem Dieselmotor und einer Turbine, die Turbine verbraucht aber deutlich mehr als ein Dieselmotor.

Serienproduktion ist das Ziel

Red Aircraft setzt aber nicht allein auf die Umrüstung der DHC-Beaver. «Aktuell haben wir noch zwei weitere Umbauprojekte in der Testphase», verrät der Sprecher. In Georgia wird der Motor in einer Air Tractor AT-301, einem landwirtschaftlichen Sprühflugzeug, getestet. In Neuseeland laufen Proben in einer Fletcher FU-24, auch ein Agrarflugzeug.

Die Entwicklung des Motors startete 2012. Zwei Jahre später erfolgte die Zulassung der Easa. Aktuell will der Hersteller für möglichst viele Maschinen den Motor mit der ergänzenden Musterzulassung anbieten, um am Markt Vertrauen in den Motor aufzubauen. Langfristig soll der Red A03 in Serie in Zusammenarbeit mit einem ganz neu entwickelten Flugzeug produziert werden. «Wir sind mit Herstellern in guten Gesprächen», so der Sprecher.

Mehr zum Thema

Die Wasserflugzeuge von Harbour Air sollen derweil mit Elektroantrieben von Magnix nachgerüstet werden.

Airline will rein elektrisch fliegen

Dash 8 Q400: Künftig wohl nicht mehr von Bombardier.

Bombardier will seine Turboprops nicht mehr

Anflug auf Barrow mit einer Cessna 208B Grand Caravan: In Nordamerika gibt es viele einmalige Flugerlebnisse.

Die spannendsten Linienflüge in Nordamerika

ticker air taxi europe

Deutsche Charterairline: Air Taxi Europe stellt Betrieb ein und ist insolvent

Video

An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbusa350edelweissbusinesssuite003
Alles neu bei Edelweiss: Die Schweizer Ferienfluglinie stellt ihre komplett neu entwickelte Airbus-A350-Kabine vor. Premium Economy, Business Suite und ein aufgewertetes Design sollen das Langstreckenerlebnis neu definieren – ohne die Ferien-DNA zu verlieren. Genau darin liegt die Chance. Und das Risiko.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack