Flieger von Ryanair: Die Meinungen im Cockpit sind gespalten.

Vereinigung Cockpit unterschreibtDeutsche Piloten beugen sich Ryanairs Druck

Der Billigflieger hat der Vereinigung Cockpit nun doch ein Ja zum Krisen-Tarifvertrag abgepresst - und das fast ohne Änderungen. Dabei hatten viele Piloten dagegen gestimmt.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Vor einer Woche stimmten die deutschen Ryanair-Piloten gegen einen Krisen-Tarifvertrag, den die Vereinigung Cockpit mit Malta Air ausgehandelt hatte. Über diese Ryanair-Tochter sind die Piloten des Billigfliegers in Deutschland angestellt. Nachdem die Gewerkschaft sich selber nicht glücklich mit Vertrag und Verhandlungen gezeigt hatte, scheiterte das Papier schließlich knapp mit 49,4 der abgegebenen Piloten-Stimmen.

Ryanair kündigte daraufhin an, die Basis am Flughafen Hahn zu schließen und womöglich auch die Standorte Berlin-Tegel und Weeze. Auch für andere deutsche Flughäfen plant die Fluglinie Stellenstreichungen. Jetzt lenkt die Piloten-Gewerkschaft allerdings ein.

Einschnitte über Jahre akzeptiert

In einem Schreiben der Tarifkommission der Vereinigung Cockpit vom Montag (27. Juli), das aeroTELEGRAPH vorliegt, heißt es, man sei mit dem Arbeitgeber zu einer Einigung gekommen, die seit Sonntagabend verbindlich sei. «Die Tarifverträge wurden inhaltsgleich wie bereits am 10. Juli unterschrieben.» Malta Air habe lediglich noch eine einseitige Erklärung abgegeben, laut der Piloten bei vorübergehenden Stationsschließungen vor dem Winter 2021 gefragt würden, ob sie an eine andere Station versetzt werden wollten.

Ein Sprecher der Vereinigung Cockpit sagte gegenüber aeroTELEGRAPH, man habe zudem kleinere Verbesserungen beim Kündigungsschutz durchgesetzt. Dennoch bilanziert das Schreiben, an die Piloten gerichtet, man habe sich «schweren Herzens dazu durchgerungen, die Euch bereits dargelegten Einschnitte für die nächsten Jahre zu akzeptieren».

Einigung für viele schwer hinzunehmen

Zu den Einschnitten gehört eine Gehaltsreduzierung um 20 Prozent bis Ende Juni 2022, um 14 Prozent bis Ende Juni 2023 und um 8 Prozent bis Ende Juni 2024. Die Tarifkommission hatte sich zuvor selber mit der langen Laufzeit der Kürzungen unzufrieden gezeigt.

Die Gewerkschafter schreiben, man zähle darauf, dass nun alle Arbeitsplätze in den Cockpits von Malta Air in Deutschland erhalten bleiben würden. Man wisse aber auch, dass der Tarifabschluss für viele der Piloten schwer zu akzeptieren sei. «Eine Abstimmung, die nahezu 50/50 ausfiel, ist ein klares Zeichen für die Komplexität der Situation.»

Mehr zum Thema

Ryanair-Jet am Flughafen Hahn: Immens wichtig für den Airport.

Ryanair will Basis in Hahn zum November schließen

Deutsche Piloten von Ryanair stimmen gegen Krisen-Tarifvertrag

Deutsche Piloten von Ryanair stimmen gegen Krisen-Tarifvertrag

Boeing 737 von Ryanair: Harte Verhandlungen.

Deutsche Piloten wütend über Ryanairs Machtposition

ticker-ryanair

Sunweb setzt künftig auch auf Ryanair-Flüge

Video

Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies