Letzte Aktualisierung: um 12:07 Uhr

Tourismusförderung

Conviasa findet neue Route für ihre Airbus A340

Die venezolanische Nationalairline baut ihr Streckennetz aus. Conviasa verbindet neu mit ihren Airbus A340 Caracas mit Havanna und Moskau. Die Strecke hat gegenüber anderen durchaus Potenzial.

Das haben wenige Regierungen auf der Welt geschafft. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf Venezuelas ist gemäß Zahlen der Weltbank heute genau gleich hoch wie vor 40 Jahren. Und im Human Development Index der Vereinten Nationen, der neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch die Lage bei Bildung und Lebenserwartung berücksichtigt, ist das Land innerhalb von 25 Jahren von Rang 50 auf Rang 120 abgerutscht.

Venezuela habe «jahrelang unter Polarisierung, repressiver autoritärer Herrschaft, Menschenrechtsverletzungen, wirtschaftlicher Katastrophe, Korruption und institutionellem Verfall gelitten – sowie unter internationalem Gerangel um Einfluss und Vorteile», schreibt das unabhängige amerikanische Forschungszentrum Wilson Center. In diesem schwierigen Umfeld muss sich Conviasa behaupten.

Damaskus, Teheran, …

Neben den wirtschaftlichen und sozialen Problemen setzen der Nationalairline von Venezuela auch die Sanktionen der USA zu. Sie machen es ihr unmöglich, in die USA zu fliegen und schwierig, an Ersatzteile für Airbus-, Boeing- und Embraer-Jets zu kommen. Finanziert aus der Staatskasse baut die Fluggesellschaft ihr Angebot dennoch aus – mitunter mit ziemlich ungewöhnlichen Routen.

Kürzlich hat die Airline Damaskus wieder ins Streckennetz aufgenommen. Von der syrischen Hauptstadt aus fliegt sie weiter nach Teheran. Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro hatte die Nationalairline gebeten, eine Verbindung zwischen seinem Land und Syrien einzuführen, um Wirtschaft und Tourismus zu fördern.

… Havanna, Moskau

Nicht nur ihre Flüge nach Teheran führt Conviasa neuerdings über ein Zwischenziel. Dasselbe tut die venezolanische Nationalairline seit vergangenem Freitag (16. Juni) bei ihren Flügen von Caracas nach Moskau. Sie werden künftig über Havanna geführt. Die Strecke wird vorerst alle 14 Tage mit einem Airbus A340-600 bedient.

Man prüfe aber, den Flug wöchentlich anzubieten, so ein Vertreter von Conviasa gegenüber dem russischen Portal Sputnik. Man verfüge über drei Airbus A340-600, welche auf den Flügen nach Algerien, Syrien und in den Iran eingesetzt werden und seit Neuestem auch zwischen Venezuela, Kuba und Russland. Im Gegensatz zu den Flügen via Syrien in den Iran dürfte es zumindest zwischen Havanna und Moskau eine größere Nachfrage geben, da russische Fluggesellschaften die Route noch nicht wieder bedienen.

Flotte und Ziele

Ziel von Conviasa ist es gemäß dem Vertreter, den Tourismus zwischen den drei Ländern zu fördern, aber auch mehr Fracht zu transportieren. Die Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von einem Airbus A340-300, drei A340-600, einer Boeing 737-200, einer ATR 42-200, 15 Embraer E190 sowie einem Airbus ACJ319 für VIP-Transporte.

Damit bedient sie Ziele im Inland sowie steuert im Ausland Buenos Aires, Damaskus, Havanna, Kingstown (St. Vincent und die Grenadinen), Madrid, Managua, Mexico City, Montevideo, Moskau, Panama, Quito, Santa Cruz de la Sierra und Teheran an.