Airbus A320 Neo von Condor: Bald auch in europäischen Metropolen zu sehen.

Acht Strecken ab FrankfurtCondor setzt mehr auf Städtetrips und bastelt sich so gleich ein kleines Zubringernetz

Der Ferienflieger stationiert fünf Flugzeuge im Ausland und verbindet künftig drei deutsche und fünf europäische Metropolen mit Frankfurt. Das ist gut für Städtereisende - und für Condors Unabhängigkeit.

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Condor setzt auf den Trend, dass Businessreisende ihren Dienstreisen zunehmend noch ein paar freie Tage als Freizeit anhängen. Bleisure nennt sich das in der Branche – ein Kofferwort aus Business und Leisure. Diesem Bedürfnis komme man auf der Langstrecke durch «Städtereiseziele wie New York und Bangkok» bereits nach, so der deutsche Ferienflieger. Jetzt folge man diesem «wachsenden Trend» auch auf der Kurzstrecke.

So erweitert Condor ihren Sommerflugplan 2025 um acht Routen ab Frankfurt. Die alle führen nicht zu klassischen Strandzielen, sondern in europäische Städte. Je ein Mal täglich geht es nach Berlin, Hamburg und München, Mailand-Malpensa, Prag, Rom-Fiumicino, Wien und Zürich. Airline-Chef Peter Gerber kündigt an, dazu fünf Jets aus Deutschland abzuziehen. Condor werde ein zusätzliches Flugzeug in Zürich, eines in Wien und erstmals auch Flugzeuge in Prag, Mailand und Rom stationieren.

«Aufregende City-Ziele»

Gerber begründet die Verlegung der Flugzeuge mit «exorbitant steigenden Standortkosten in Deutschland». Ziel sei, an den Basen im Ausland wirtschaftlich zu wachsen, so der Chef der Fluggesellschaft. Die neuen Destinationen nennt der Condor-Chef «aufregende City-Ziele, in denen man eine fantastische Zeit verbringen kann».

Doch es gibt noch einen Faktor, der eine Rolle spielen dürfte, auch wenn er in Condors Mitteilung keine Erwähnung findet: Die Airline kann aus all diesen Großstädten künftig Fluggäste nach Frankfurt bringen, wo diese auf Condors Langstrecken umsteigen können. Es sind also durchaus auch Zubringerflüge.

Condor braucht Zubringer

Und genau solche Verbindungen braucht Condor, da ihr Zubringer-Abkommen (im Jargon Special Pro-Rate Agreement oder kurz SPA) mit Lufthansa wackelt. Deutschlands größte Fluggesellschaft möchte Fluggäste des Ferienfliegers künftig nicht mehr zu so günstigen Konditionen wie aktuell nach Frankfurt fliegen und daher das Abkommen beenden. Darüber, ob Lufthansa das darf oder nicht, herrscht derzeit ein Rechtsstreit. Zudem gibt es zwischen den Fluglinien Gespräche über eine mögliche außergerichtliche Einigung.

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