Casa 212 der chilenischen Luftwaffe: Mit 21 Zivilisten an Bord ins Meer gestürzt.

Führte Schlamperei zum Absturz?

Im Herbst stürzte eine chilenische Casa 212 ab. Nun heißt es, nötige Reparaturen seien nicht vorgenommen worden.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Das Wetter war garstig. Auf der Insel Robinson Crusoe des Archipels Juan Fernandez herrschten am 2. September 2011 starke Seitenwinde. Der erste Landeversuch der Maschine der chilenischen Luftwaffe missglückte. Einfach ist es auch bei guten Bedingungen nicht, auf der 1018 Meter langen Piste des Eilandes 700 Kilometer vor der chilenischen Küste abzusetzen. An Bord war ein Fernsehteam und Militärexperten. Auch ein zweiter Versuch misslang. Danach hörte man nie mehr etwas von der Casa 212. Inzwischen weiß man: Das Transportflugzeug stürzte irgendwann nach dem letzten Funkkontakt ins Meer, die 21 größtenteils zivilen Insassen starben. Der Aufprall sei wohl sehr heftig gewesen, erklärten damals Vertreter des Militärs. Leichenteile waren weit herum verstreut.

Am Sonntag (15. April) wartete die chilenische Zeitung La Tercera nun mit pikanten Details auf, welche den tragischen Unfall erklären könnten. Die Transportmaschine vom Typ 212 seit vor dem verhängnisvollen Flug zum Archipel fünf Monate lang nicht im Einsatz gewesen, berichtet das Blatt. Doch statt die nötigen Reparaturen in dieser Zeit durchzuführen, sei das Flugzeug lediglich neu bemalt worden. Danach habe es einen Testflug gegeben und eine Inspektion. Mehr aber sei in den Flugzeugwerken der Empresa Nacional de Aeronáutica nicht getan worden, so La Tercera. So wurde zum Beispiel einer von vier Bolzen im Steuerknüppel nicht ausgewechselt, was der Hersteller schon lange empfohlen hatte.

Heftige interne Diskussionen

Wie La Tercera nun aufdeckte, wurde auch ein oberflächlicher Riss in der Verkleidung der Tragfläche nicht geflickt. Und das, obwohl der nicht strukturrelevante Defekt festgestellt worden war. Längst überfällig war auch die Auswechslung der sogenannten ELT, oder emergency locator transmitters. Dieses Gerät sendet Signale aus, damit ein Flugzeug nach einem Unfall schneller gefunden werden kann. Gemäß La Tercera gab die Luftwaffe die Vorschrift heraus, die Teile bei zwei Casa 212 zu ersetzen, da sie nicht richtig funktionierten. Doch bei der abgestürzten Maschine wurde das nicht umgesetzt.

Die Erkenntnisse führten nun bei der Armee intern zu heftigen Diskussionen, so die Zeitung. Die internen Untersuchungsausschuss Junta Investigadora de Accidentes de la Fuerza Aérea de Chile deckte zugleich auf, dass der Flieger mit 165 Kilogramm oder rund 2 Prozent überladen war.

Mehr zum Thema

Bangor Airport am Sonntagabend: Der Wintersturm wütete auch hier.

Bombardier Challenger 650 in den USA abgestürzt

Absturzstelle der Citation: Das Flugzeug krachte in eine Werrkstatt.

Cessna Citation III stürzt in Mexiko in eine Lkw-Werkstatt

Das Kleinflugzeug nach dem Absturz in Gloucestershire: Der Pilot überlebte leicht verletzt.

Bauteil aus dem 3D-Drucker führte zum Absturz eines Kleinflugzeugs

Schnappschildkröte auf der Piste: Ein Pilot musste dem Tier ausweichen und stürzte ab.

Schnappschildkröte löst tödlichen Unfall mit historischem Flugzeug aus

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
delta kapitaen verlaedet gepaeck
Der Flug ab Atlanta hatte schon Verspätung und es war nur ein Mitarbeiter da, um das Gepäck ins Flugzeug zu laden. Da stieg ein Pilot von Delta Air Lines aus und packte mit an.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies