Casa 212 der chilenischen Luftwaffe: Mit 21 Zivilisten an Bord ins Meer gestürzt.

Führte Schlamperei zum Absturz?

Im Herbst stürzte eine chilenische Casa 212 ab. Nun heißt es, nötige Reparaturen seien nicht vorgenommen worden.

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Das Wetter war garstig. Auf der Insel Robinson Crusoe des Archipels Juan Fernandez herrschten am 2. September 2011 starke Seitenwinde. Der erste Landeversuch der Maschine der chilenischen Luftwaffe missglückte. Einfach ist es auch bei guten Bedingungen nicht, auf der 1018 Meter langen Piste des Eilandes 700 Kilometer vor der chilenischen Küste abzusetzen. An Bord war ein Fernsehteam und Militärexperten. Auch ein zweiter Versuch misslang. Danach hörte man nie mehr etwas von der Casa 212. Inzwischen weiß man: Das Transportflugzeug stürzte irgendwann nach dem letzten Funkkontakt ins Meer, die 21 größtenteils zivilen Insassen starben. Der Aufprall sei wohl sehr heftig gewesen, erklärten damals Vertreter des Militärs. Leichenteile waren weit herum verstreut.

Am Sonntag (15. April) wartete die chilenische Zeitung La Tercera nun mit pikanten Details auf, welche den tragischen Unfall erklären könnten. Die Transportmaschine vom Typ 212 seit vor dem verhängnisvollen Flug zum Archipel fünf Monate lang nicht im Einsatz gewesen, berichtet das Blatt. Doch statt die nötigen Reparaturen in dieser Zeit durchzuführen, sei das Flugzeug lediglich neu bemalt worden. Danach habe es einen Testflug gegeben und eine Inspektion. Mehr aber sei in den Flugzeugwerken der Empresa Nacional de Aeronáutica nicht getan worden, so La Tercera. So wurde zum Beispiel einer von vier Bolzen im Steuerknüppel nicht ausgewechselt, was der Hersteller schon lange empfohlen hatte.

Heftige interne Diskussionen

Wie La Tercera nun aufdeckte, wurde auch ein oberflächlicher Riss in der Verkleidung der Tragfläche nicht geflickt. Und das, obwohl der nicht strukturrelevante Defekt festgestellt worden war. Längst überfällig war auch die Auswechslung der sogenannten ELT, oder emergency locator transmitters. Dieses Gerät sendet Signale aus, damit ein Flugzeug nach einem Unfall schneller gefunden werden kann. Gemäß La Tercera gab die Luftwaffe die Vorschrift heraus, die Teile bei zwei Casa 212 zu ersetzen, da sie nicht richtig funktionierten. Doch bei der abgestürzten Maschine wurde das nicht umgesetzt.

Die Erkenntnisse führten nun bei der Armee intern zu heftigen Diskussionen, so die Zeitung. Die internen Untersuchungsausschuss Junta Investigadora de Accidentes de la Fuerza Aérea de Chile deckte zugleich auf, dass der Flieger mit 165 Kilogramm oder rund 2 Prozent überladen war.

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