Bombardier Global 8000: Netjets will die Flugzeuge länger fliegen lassen.

LangstreckenflügeNetjets beklagt: Businessjets können länger fliegen als Crews

Die neuesten Ultralangstrecken-Businessjets, wie die Bombardier Global 8000, kann über 16 Stunden nonstop fliegen. Das Problem: Die Gesetze der USA lassen keine solch langen Dienstzeiten zu. Netjets will das ändern.

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Im Oktober 2027 starten die längsten Linienflüge der Welt. Möglich macht das der speziell konfigurierte Airbus A350-1000, mit dem Qantas Sydney und London direkt verbindet. Je nach Route ist der Flieger dabei 20 bis 22 Stunden in der Luft. Um das Arbeitszeitproblem der Crews zu lösen, setzt Qantas auf eine vierköpfige Cockpit-Besatzung. Zwei Kapitäne und zwei Erste Offiziere bilden dabei zwei komplette Flugbesatzungen, die sich in regelmäßigen Abständen abwechseln.

Aber nicht nur bei den Fluggesellschaften können Flugzeuge immer länger in der Luft bleiben, auch in der Geschäftsfliegerei sind in den letzten Jahren mit der Gulfstream G800 und der Bombardier Global 8000 zwei Flugzeuge auf den Markt gekommen, die über 16 Stunden nonstop fliegen können. Mit der 10X von Dassault Aviation wird Ende des Jahrzehnts das nächste Ultralangstreckenjet erwartet.

Netjets will Ausnahme für Global 7500/8000-Flotte

Die Begrenzung liegt auch hier nicht mehr im Flugzeug, sondern bei den Dienstzeiten der Besatzung. Laut den Bestimmungen der US-Luftfahrtbehörde FAA liegt die Flugzeitgrenze für eine Zwei-Piloten-Besatzung bei 10 Stunden Flugzeit innerhalb von 24 Stunden. Wird die 10-Stunden-Grenze um mehr als 30, aber nicht mehr als 60 Minuten überschritten, muss danach eine Ruhezeit von mindestens 12 Stunden folgen.

Die amerikanische Businesscharterairline Netjets wollte das nicht länger akzeptieren und hat Mitte Juni bei der FAA eine Ausnahmegenehmigung für ihre Bombardier Global 7500/8000 beantragt. Mit dem Ziel, dass die Flugzeuge die vollen 16 bis 17 Stunden in der Luft bleiben dürfen. Netjets plant, dass diese Flüge ähnlich wie Qantas von einer Vierer-Crew durchgeführt werden.

Kritiker wollen einheitliche Regelung

Aktuell gilt, dass bei einer Vierer-Crew das Flugzeug maximal 16 Stunden fliegen darf. Netjets hat die Verlängerung auf 17 Stunden beantragt. Gleichzeitig liegt die Grenze der Dienstzeit, also inklusive Flugvor- und -nachbereitung, derzeit bei 20 Stunden. Die Businessairline will diesen Zeitraum um eine Stunde auf 21 Stunden verlängern.

Noch ist es nur ein Antrag und er darf öffentlich kommentiert werden. Kritik an der Ausnahmegenehmigung kommt unter anderem von der Private Aviation Safety Alliance Pasa, einer Verbraucherschutzorganisation der Privatluftfahrt. Die Argumentation: Grundlegende Grenzwerte zum Schutz vor Übermüdung dürfen nicht für einen einzelnen Betreiber per Ausnahme gelockert werden, sondern müssen für alle Betreiber gleich gelten.

FAA Entscheidung steht noch aus

Nach Ablauf der Frist muss die FAA nun entscheiden, ob sie den Antrag genehmigt, ablehnt oder mit Auflagen versieht. Eine Entscheidung steht bislang aus.

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