Boeing 787 von American Airlines: Auch für Kanada gelten nun Beschränkungen.

RadarhöhenmesserKanada lockert 5G-Schutz – USA weiten Beschränkungen für Flugzeuge aus

Aus Sorge vor Störungen der Radarhöhenmesser durch 5G-Mobilfunk haben die USA etliche Beschränkungen für Flugzeuge eingeführt. Nun weiten sie diese auf den kanadischen Luftraum aus.

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Flugzeuge haben zwei Arten von Höhenmessern. Einen, der durch das Messen des Luftdrucks funktioniert. Und einen, der Radarwellen aussendet, die vom Boden reflektiert und zurückgesendet werden - so wird die Flughöhe besonders in Bodennähe bestimmt.

Doch seit einigen Jahren gibt es eine Diskussion über den Einfluss des Mobilfunkstandards 5G auf die Radarhöhenmesser. Die Höhenmesser senden auf einer Frequenz zwischen 4200 und 4400 Megahertz. In Europa sendet 5G üblicherweise zwischen 3500 und 3800 Megahertz, in Ländern wie den USA und Kanada geht es hoch bis 3980 Megahertz. Die Telekommunikationsbranche hält den Abstand für groß genug, die Luftfahrtbranche ist vom Gegenteil überzeugt und fürchtet Störungen der Höhenmessung der Flugzeuge durch 5G.

USA weiten Beschränkungen auf kanadischen Luftraum aus

In den Vereinigten Staaten ordnete die Luftfahrtbehörde FAA daher schon 2021 entsprechende Warnungen an Cockpitcrews für bestimmte Flughäfen an. 2022 folgten Lufttüchtigkeitsanweisungen für verschiedene Flugzeugtypen. Und 2023 weitete die Behörde dies auf den gesamten US-Luftraum aus, abgesehen von bestimmten Ausnahmen.

Im März 2026 teilte Kanada nun mit, dass ab dem 1. Juli gewisse 5G-Schutzmaßnahmen im kanadischen Luftraum wegfallen werden. Daher hat die FAA ihre Anweisungen nun auch auf den kanadischen Luftraum ausgeweitet. Insgesamt hat die Behörde acht solche Anweisungen veröffentlicht, die am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Eine davon gilt für alle Verkehrs- und Pendlerflugzeuge ab, die mit einem Radarhöhenmesser haben, unabhängig vom Hersteller.

Beeinträchtigung des Autopiloten als Risiko

Die sieben anderen widmen sich detaillierter einer Vielzahl von Boeing-Modellen sowie den von Boeing übernommenen Douglas- und McDonnell-Douglas-Modellen. Allen Anweisungen ist gemein, dass die Handbücher der Flugzeuge angepasst werden müssen - etwa um Beschränkungen von Verfahren, die vom Radarhöhenmesser abhängig sind, wie automatische Landungen (Autoland). Hinzu kommen modellspezifische Einschränkungen.

Für die meisten Modelle ist das Hauptrisiko laut FAA, dass eine Störung des Radarhöhenmessers Systeme wie Autopilot und automatische Schubregelung (Autothrottle) beeinträchtigen könnte. Das wiederum könnte eine höhere Arbeitsbelastung der Cockpitcrew bei der Landung zur Folge haben. Anders ist es bei Boeing 737 Max und Boeing 787.

Was die Risiken bei Boeing 737 Max und Boeing 787 sind

Zum Dreamliner schreibt die FAA, dass es «bei der Landung auf bestimmten Start- und Landebahnen dazu kommen kann, dass bestimmte Flugzeugsysteme nicht ordnungsgemäß vom Flugmodus (AIR) in den Bodenmodus (GROUND) wechseln; dies führt zu einer längeren als der normalen Landestrecke, da die Auslösung der Schubumkehr, die Funktion der Störklappen (Speedbrakes) und die Leerlaufschubwerte beeinträchtigt werden».

Auch bei der 737 Max kann es «zu längeren Landestrecken oder längeren Strecken bei Startabbrüchen» kommen. «Dies wiederum kann eine verminderte Bremsleistung und ein Abkommen von der Start- oder Landebahn zur Folge haben.» Um diese zu verhindern, werden auch für Boeing 737 Max und 787 in den Handbüchern gewisse Verfahren untersagt.

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