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«Zicken und jammern herum»

Airline-Chef pöbelt gegen Passagiere

Eigentlich sollten Fluggesellschaften sich freuen, wenn ihre Gewinne steigen. Doch zickige Passagiere hindern sie daran, findet British-Airways-Chef Willie Walsh.

IAG

Willie Walsh: «Andere Branchen würden über uns lachen.»

Und das trotz Konkurrenzdruck und hohem Kerosinpreis: 18 Milliarden Euro Gewinn dürften die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr machen – das ist mehr als je zuvor. Im vergangenen Jahr waren es etwas mehr als 10 Milliarden Dollar. Doch: Wie der Welt-Luftfahrtverband Iata mitteilt, ist das nur eine Seite der Medaille. Bei Umsätzen von 746 Milliarden Dollar bleibt nur eine Marge von 2,4 Prozent – unter sechs Dollar pro Passagier.

«Eine Marge von 2,4 Prozent – in anderen Branchen würden uns die Leute dafür auslachen», kommentiert Willie Walsh die Zahlen. Walsh ist Chef der International Airlines Group, zu der British Airways und Iberia gehören. In anderen Branchen seien Margen von mehr als 20 Prozent ganz normal.

Airlines zu ängstlich

Doch in der Luftfahrt dürfte sich an den miserablen Ergebnissen so schnell nichts ändern. Denn, so Walsh: Fluggesellschaften würden sich gar nicht trauen, deutlich zu sagen, dass sie nach höheren Gewinnen streben. «Es ist ihnen irgendwie peinlich, offen zu sagen, dass sie mehr Geld verdienen wollen», erklärt Walsh weiter. «Und viele unserer Kunden denken, wir haben es nicht verdient, Gewinn zu machen. In anderen Branchen, erklärt er weiter, «zicken und jammern die Passagiere nicht so viel.»

Das müsse sich ändern. Er nennt als Beispiel die Luxus-Uhrenbranche. «Die Kunden geben Zehntausende Dollar für eine Uhr aus – fragt einer von ihnen, was die Marge dabei ist?». so Walsh.

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